Bitterer Holstein-Tag: Elfmeter, Platzverweis und Sieg liegengelassen

Reporter Eutin 12

Kreis Plön (dif). Die Bielefelder Alm bleibt für die KSV Holstein weiter eine uneinnehmbare Festung. Auch ein sicher geglaubter 2:0-Vorsprung nach 45 Minuten reichte den Störchen in der 2. Fußballbundesliga am vergangenen Freitag nicht zum Dreier. Durch ein Eigentor des Bielefelders Schneider (34.) und einem Kopfballtreffer durch Ivan Nekic (47.) schien das Pendel endlich mal in Richtung der Nordlichter auszuschlagen. Diese hatten noch nie beim Aufsteiger gewinnen können. Doch in Halbzeit zwei drehte sich das Blatt schnell. Die Gäste liefen Angriff um Angriff auf das von Jonas Krumrey gehütete Tor und erspielten sich bis zur 67. Minute Chance um Chance. Kieler Gegenwehr fast gleich Null. Nur Jonas Therkelsen hätte aus zehn Metern das wohl entscheidende dritte Tor machen müssen, scheiterte aber an der Arminen-Abwehr. Dann traf es Torschütze Nekic. Mit gelbrot wurde der Kieler nach einem Foul im Fünfmeter-Raum vom Platz gestellt (68.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Grodowski sicher zum Anschluss. Angetrieben durch die eigenen Fans wurde der Druck immer stärker und der eingewechselte Bazee köpfte in Minute 87 zum Punktgewinn. Den hätten sich die Gastgeber fast noch veredeln können, doch Jonas Krumrey verhinderte zwischen den Pfosten den Super-Gau. Aber auch so muss man sich aus Kieler Sicht fragen: Warum wird so schnell in den Verwaltungsmodus umgeschaltet und nicht mal versucht, das eigene Spiel aufzuziehen. Besonders Akteure wie Meffert oder Therkelsen blieben weit unter ihren Möglichkeiten, waren quasi unsichtbar. Einmal mehr fehlte in so einer Phase ein Stürmer, der aus „keiner Möglichkeit“ ein Tor machen kann. Eine Verpflichtung auf dieser Position scheint es in Kiel nicht mehr zu geben. Im Gegenteil: Mit Louis Köster, Torjäger der U23 Holsteins und kurioserweise auch schon gegen den VfL Bochum in Liga zwei erfolgreich, wurde bis Sommer nun eben an diesen VfL Bochum ausgeliehen. Dort soll er aber in der Regionalliga zum Einsatz kommen. Für die Jungstörche, die in der Flens Oberliga noch aufsteigen wollen, ein herber Rückschlag. Unklar weiter, wie es mit Mittelfeldmann Magnus Knudsen oder Stürmer Marcus Müller weitergeht. Das Duo schaffte es nicht einmal in den Kader für das Bielefeld-Duell. Bahnt sich hier noch eine weitere Kaderausdünnung an? Bereits vor Wochen war Robert Wagner schon zu Dynamo Dresden gewechselt. Aber vielleicht überrascht Sportchef Olaf Rebbe noch mit einem Coup. Nun geht es am nächsten Samstag, 31. Januar, ab 13 Uhr am Kieler Mühlenweg gegen Greuther Fürth. Die Gäste stehen tief im Abstiegskampf und brauchen nicht nur jeden Punkt, sondern am besten erstmal einige Dreier. Mit einem Sieg in Kiel würde man zumindest einen kleinen Schritt in diese Richtung machen und dazu die KSV wieder in den Sog der Abstiegskonkurrenz reinziehen können. Die größte Baustelle des Kleeblattes ist zweifellos die Defensive. Hier ist man mehr als anfällig. Im Hinspiel siegte unsere KSV mit 2:0. Wir tippen auch heuer wieder auf einen sicheren 2:0-Sieg Holsteins, das damit den Weg ins sichere Mittelfeld finden würde. Doch dazu ist eine deutliche Steigerung der Leistung von der Bielefelder Alm nötig. Mit derartigen Auftritten verärgert man auch die so treuen Holstein-Supporters, die wieder in hoher Zahl (etwa 1500 waren in der Schüco-Arena) mitgereist waren. 

Neue Rubrik: „Wer kennt noch…? Ab heute wollen wir in loser Reihenfolge und ohne Wertung einmal an ehemalige und erfolgreiche Akteure der KSV Holstein erinnern. Den Anfang macht hier Immo Stelzer. Der damalige Kapitän der Zweitligamannschaft Holsteins kickte von 1976 bis 1986, also stolze zehn Jahre, bei den Kielern. Einst kam er von Schleswig 06 an den Mühlenweg und sollte in 296 Spielen das Trikot tragen. In diesen gelangen ihm 43 Treffer. Der Höhepunkt seiner Karriere war mit Sicherheit der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga in der Spielzeit 1977/78. Seine Position im Kader vernahm einen kuriosen Verlauf. Begonnen hatte er als Stürmer, wurde dann über Nacht zum Verteidiger umgeschult. Auf beiden Positionen konnte er überzeugen. Nach dem Ende seiner KSV-Zeit kickte Stelzer unter anderem noch beim SV Hammer. Auch heute sieht man ihn noch oft im Stadion der Sportvereinigung und auch beim letzten Bundesligaspiel der Ligamannschaft in Dortmund (0:3) begleitetet er seine Nachfolger. Unvergessen sein Foto vom Zweitligaaufstieg, als er nach dem 1:0-Sieg über Wacker Berlin inmitten der Anhänger jubelnd am Mittelkreis stand. Auch beim legendären 5:2-Pokalerfolg über den Karlsruher SC war Stelzer in der Elf. Ein Spieler, der immer seinen Platz haben wird, wenn der Name Holstein Kiel fällt.