Wenn der Winter plötzlich vor der Tür steht
Winter ist wie Weihnachten: Er kommt plötzlich und unverhofft. Für Autofahrer kann der erste Schnee dann schnell zur Rutschpartie werden. Wer jetzt Reifen, Fahrzeug und Notfallausrüstung überprüft, ist für Eis und Glätte besser gerüstet.
Die Winterreifen sollten inzwischen montiert sein. Denn sobald Schnee und Eis die Straßen in rutschige Fahrbahnen verwandeln, sind die richtigen Reifen eine wichtige Voraussetzung für sicheres Fahren. Doch auch darüber hinaus gibt es einiges zu beachten, damit die Fahrt durch die kalte Jahreszeit nicht mit einer bösen Überraschung endet.
Besonders der erste Wintereinbruch bringt die Werkstätten regelmäßig auf Trab. Nach den ersten Schneefällen und Glätteunfällen müssen zahlreiche Fahrzeuge repariert werden. Ein Grund dafür: Manche Autofahrer brauchen offenbar erst ein wenig Zeit, um ihren Fahrstil an die winterlichen Bedingungen anzupassen.
Dabei ist die wichtigste Regel schnell genannt: Wenn die Temperaturen in Richtung Frostgrenze sinken und womöglich bereits die ersten Schneeflocken fallen, gehört der Fuß vom Gas. Gleichzeitig heißt es, deutlich mehr Abstand zu halten und Lenk- und Bremsmanöver möglichst behutsam auszuführen.
Was gehört ins Winterauto?
Wer im Winter häufig längere Strecken fährt, sollte außerdem überlegen, die Ausstattung seines Autos für Notfälle zu ergänzen. Warme Kleidung und Wolldecken gehören ebenso dazu wie eine Thermoskanne mit einem heißen Getränk und ein paar Energieriegel. Die zusätzliche Kleidung sollte allerdings griffbereit liegen und nicht während der Fahrt angezogen werden.
Denn auf eines kann man sich im Winter fast verlassen: Irgendwo kommt es irgendwann zu einer Autobahn-Vollsperrung. Schneefall, Glätte oder Unfälle können dafür sorgen, dass auf der Fahrbahn über Stunden nichts mehr geht. Dann ist es hilfreich, wenn man sich selbst und seine Mitfahrer warmhalten und mit Getränken und etwas Nahrung versorgen kann.
Auch beim Energievorrat sollte deshalb nicht bis zum letzten Tropfen beziehungsweise bis zum letzten Prozent gewartet werden. Elektroautos sollten möglichst mit gut geladenem Akku starten, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit ausreichend Kraftstoff. Kommt es zu einem längeren Stillstand, steht so genügend Energie zur Verfügung, um die Heizung notfalls auch über viele Stunden laufen zu lassen.
Freie Scheiben, freie Sicht
Besondere Aufmerksamkeit verdient im Winter die Sicht. Häufig wird vergessen, die Scheibenwaschanlage rechtzeitig frostsicher zu machen. Aufgefallen ist das Problem dann meist erst, wenn die ersten Minusgrade da sind und die Spritzdüsen ihren Dienst versagen.
Der Wischwasserzusatz sollte deshalb mindestens bis etwa minus zehn Grad wirksam sein. Bei stärkerem Frost ist entsprechend ein geeigneter Zusatz erforderlich.
Auch die Innenseiten der Scheiben sollten regelmäßig gereinigt werden. Die warme Heizungsluft hinterlässt dort einen milchigen Belag, der besonders bei tief stehender Sonne oder entgegenkommenden Fahrzeugen die Sicht beeinträchtigen kann. Glasreiniger und reichlich Küchenpapier sorgen schnell wieder für klare Sicht.
Von außen setzen dem Auto vor allem Schmutz und Streusalz zu. Eine regelmäßige Autowäsche entfernt die Ablagerungen und sorgt dafür, dass Scheinwerfer und Rückleuchten gut sichtbar bleiben. Gleichzeitig werden Salzreste entfernt, die langfristig die Rostbildung begünstigen können.
Vor der eigentlichen Wäsche empfiehlt es sich allerdings, das Fahrzeug gründlich mit dem Hochdruckreiniger vorzuwaschen. So werden grober Schmutz und kleine Steinchen entfernt, die beim anschließenden Waschen sonst wie Schleifpapier wirken und den Lack zerkratzen könnten.
Auch bei den Scheinwerfern ist Vorsicht geboten. Wer mit ungeeigneten Mitteln oder zu aggressiv über die Kunststoffabdeckungen wischt, kann deren Schutzschicht beschädigen. Die Folge: Die Abdeckungen vergilben leichter und die Lichtausbeute nimmt ab.
Wenn die Batterie schlappmacht
Bleibt schließlich noch ein Bauteil, das im Winter besonders gefordert wird: die Batterie. Sie sollte möglichst vor dem ersten starken Frost überprüft werden. Das kann beispielsweise im Rahmen eines Werkstattbesuchs geschehen.
Ein deutliches Warnzeichen gibt es bereits vorher: Dreht der Anlasser selbst bei noch milden Temperaturen nur müde durch, ist Vorsicht angesagt. Bei knackigem Frost kann eine bereits geschwächte Batterie schnell endgültig versagen.
Wer also rechtzeitig Winterreifen montiert, Batterie und Flüssigkeiten kontrolliert, für freie Sicht sorgt und eine kleine Notfallausrüstung ins Auto legt, kann dem Winter gelassener entgegensehen. (red/mg)

