So bleiben Autofahrende sicher unterwegs
Der Frühling zeigt sich weiterhin von seiner wechselhaften Seite: Rasche Wetterumschwünge stellen Autofahrende vor besondere Herausforderungen. Sonnenschein kann binnen Minuten in Starkregen umschlagen, morgendlicher Nebel kann die Verkehrssituation zusätlich erschweren. Verkehrsexperten geben Hinweise, wie Verkehrsteilnehmende auch bei unstetem Wetter sicher ans Ziel kommen.
Wetterumschwünge richtig einschätzen
Gerade im Frühjahr wechseln sich trockene und nasse Fahrbahnen häufig ab. Das hat direkte Auswirkungen auf die Haftung der Reifen und den Bremsweg. Bei Nässe verlängert sich dieser deutlich – insbesondere dann, wenn sich durch Pollen oder Blütenreste ein rutschiger Film auf der Straße bildet. Autofahrende sollten daher ihre Geschwindigkeit stets den aktuellen Bedingungen anpassen und ausreichend Abstand halten.
Besondere Vorsicht ist bei Aquaplaning geboten: Neue Reifen mit einer Profiltiefe von rund sieben Millimetern bieten meist erst ab etwa 80 km/h genügend Schutz. Mit zunehmendem Verschleiß sinkt jedoch die Fähigkeit, Wasser abzuleiten. Bereits bei geringerer Profiltiefe kann Aquaplaning schon bei etwa 50 km/h auftreten. Deshalb gilt: Tempo reduzieren, keine abrupten Lenkbewegungen und starkes Bremsen vermeiden.
Sicht und Beleuchtung nicht vernachlässigen
Plötzliche Regenschauer oder dichter Nebel können die Sicht erheblich einschränken. Um besser gesehen zu werden, sollte das Abblendlicht frühzeitig eingeschaltet werden – Tagfahrlicht allein reicht nicht aus. Auch auf automatische Lichtsysteme ist nicht immer Verlass, da sie insbesondere bei Nebel oft zu spät reagieren.
Bei stark eingeschränkter Sicht unter 50 Metern ist die Nutzung der Nebelschlussleuchte vorgeschrieben, gleichzeitig darf die Geschwindigkeit 50 km/h nicht überschreiten – auch auf Autobahnen. Sobald sich die Sicht verbessert, müssen Nebelleuchten wieder ausgeschaltet werden.
Zusätzliche Aufmerksamkeit ist bei tiefstehender Sonne geboten, die insbesondere morgens und abends blenden kann. Saubere Windschutzscheiben und funktionstüchtige Scheibenwischer sind daher unerlässlich.
Die richtige Bereifung wählen
Trotz steigender Temperaturen können im Frühjahr noch winterliche Straßenverhältnisse auftreten. Sommerreifen verlieren bei niedrigen Temperaturen an Haftung, da ihre Gummimischung verhärtet. Es wird daher empfohlen, den Reifenwechsel erst bei stabilen Temperaturen über sieben Grad Celsius vorzunehmen.
Zudem sollte die Profiltiefe regelmäßig überprüft werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter, empfohlen werden jedoch mindestens vier Millimeter bei Winterreifen und drei Millimeter bei Sommerreifen. Für Ganzjahresreifen gelten die gleichen Empfehlungen wie für Winterreifen.
Fazit: Wer sich auf wechselnde Wetterbedingungen einstellt, Geschwindigkeit und Fahrweise anpasst sowie auf gute Sicht und geeignete Bereifung achtet, kann auch im unbeständigen Frühlingswetter sicher unterwegs sein. (red/mg)

