Die Baustelle ist nicht die größte Sorge 633  |  02.04.2021 10:00

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Eutin (aj). Die Baustellen wandern im Zuge der Innenstadtsanierung. Aktuell rollen die Bagger in der Königstraße. Die Hausanschlüsse für Gas und Strom sind verlegt und weil es zügig vorangeht, werden die ersten Maßnahmen am Markt bereits vorgezogen. Im Hinblick auf den Fortgang der Arbeiten fiel das Zwischenfazit von Bürgermeister Carsten Behnk durchweg positiv aus. Wie zuvor in der Peterstraße und Am Rosengarten verschaffte sich der Verwaltungschef auch in der Königstraße auf einem Rundgang einen Eindruck von der Stimmung unter den anliegenden Geschäftsleuten: „Es läuft gut“, so sein Eindruck. Das Verhältnis zu den Bauarbeitern sei freundschaftlich, die Geschäfte seien durchweg erreichbar und sogar die wechselnde Wegführung durch die Straße habe ihren Reiz, so Behnk. Wie gelassen man in den Läden angesichts von Baulärm und offenliegenden Leitungen tatsächlich bleibt, war zum Beispiel bei Cable Car Clothiers (Inhaberin Regine Mix) zu erleben: „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt“, meinte Andrea Krohn, die hier Mode verkauft. „Und wenn es mal ganz laut wird, machen wir einfach die Tür zu“, merkte sie an. Die Arbeiten werden in einer Tiefe von 2 bis 2,5 Meter durchgeführt. Zum Vergleich: im Rosengarten wurden die Tiefbauarbeiten in einer Tiefe bis zu 6 Meter durchgeführt. Die Schmutz- und Regenwasserkanäle in der Innenstadt sind etwa 60 Jahre alt und viele sind erneuerungsbedürftig.
Trotz der Behinderungen gelingt es in einigen Geschäften, neue Kundenkreise anzuziehen: Schon mehrfach hätten Menschen, die wegen eines Termins im Impfzentrum nach Eutin gekommen waren, bei ihr eingekauft, berichtete Andrea Krohn. Ähnliche Erfahrungen hatte auch Goldschmied Jörg Schlüter dem Bürgermeister geschildert. Diesen Effekt habe er durchaus im Sinn gehabt, als er sich für ein Impfzentrum in der Eutiner Innenstadt starkgemacht habe: „Damit können wir neue Kundenkreise erschließen. Die Frequenz ist da“, konstatierte der Rathauschef, der auch von Sorgen hörte: „Einige Geschäftsinhaber fürchten nach dem guten Sommer Coronahilfen für das letzte Jahr zurückzahlen zu müssen.“ Angesichts des jüngsten Lockdowns und der Tatsache, dass von den Einnahmen neue Ware bestellt worden sei, wolle er sich beim Land für die hiesige Wirtschaft einsetzen: „Ich werde heute noch telefonieren mit den zuständigen Stellen beim Land“, kündigte Behnk an.