Hinaus in den Frühling! 133  |  02.04.2021 16:00

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Bujendorf (hr). Der Winterschlaf ist beendet, Frühling liegt in der Luft und auch in Bujendorf herrscht draußen geschäftiges Treiben: Helmut Fink macht den Garten des „Kindernests“ fit für den Frühling, Miriam Paschkewitz tauscht den Schlitten gegen die Kutsche und genießt das schöne Wetter mit ihren Pferden und die drei Mädchen Runa, Nike und Carolina renovieren ihr „Geheimversteck“.
„Mit dem Schnee hatte ich so viel Arbeit, da hab ich teilweise um fünf Uhr morgens angefangen, damit die Wege frei waren, wenn die KiTa aufgemacht hat“, erzählt Helmut Fink. „Da bin ich froh, dass es jetzt wieder wärmer ist.“ Er ist 84 Jahre alt und froh darüber, die Arbeit noch machen zu können und zu dürfen: „In Gang bleiben und Bewegung ist schließlich die beste Medizin!“ Fünf Stunden pro Woche kümmert er sich um den Garten des „Kindernests“ in Bujendorf, für ihn auch eine schöne Gelegenheit, regelmäßig aus dem Haus zu kommen.
Und zu tun gibt es genug: der Garten der KiTa muss nach dem Winter auf Vordermann gebracht werden. „Erstmal ein bisschen klarschiff machen, Büsche schneiden und so“, sagt Fink. „Irgendwas gibt es ja immer zu tun.“
Zwei Straßen weiter holt Miriam Paschkewitz ihren dreijährigen Wallach Eulenhofs Sylvester von der Koppel, um mit ihm an der Longe zu arbeiten. „Eigentlich kenne ich ja kein gutes oder schlechtes Wetter, aber jetzt bringt es doch wieder mehr Freude draußen in der Sonne“, sagt die Pferdebesitzerin. Drei Pferde hat sie in Bujendorf stehen, Sylvester bildet sie gerade erst aus, mit einem der älteren fährt sie unter anderem Kutsche. „Im Winter konnte ich eben Schlittenfahren, das war auch sehr schön, jetzt wird eben wieder die Kutsche rausgeholt“ sagt Paschkewitz. „So hat jede Jahreszeit ihre Vor- und Nachteile.“
Das sehen auch Runa, Nike und Carolina so: Im Winter haben sie sich oft auf der Wiese, wo immer das Osterfeuer stattfindet, zum Schlittenfahren getroffen, jetzt können sie endlich wieder an ihrem Geheimversteck arbeiten. „Seit drei Jahren bauen wir schon daran“, erzählt die dreizehnjährige Runa.
„Aber im Winter haben wir das eher vernachlässigt“, gesteht Carolina (10 Jahre alt). „Jetzt im Frühjahr richten wir das wieder her.“
Das Geheimversteck macht mit seinen kleinen Blumenbeeten zwar einen sehr einladenden Eindruck, ist aber mit einem Schild gesichert, auf dem „Betreten verboten“ steht. „Wir haben Dahlien und ein paar andere Blumen gepflanzt“, sagt Runa. „Mal sehen, ob das wächst.“ Um das Versteck noch einladender zu machen, wird die Palette, die den Mittelpunkt des Treffpunktes bildet, in Regenbogenfarben angemalt.
„Mit der Palette hier hat alles angefangen“, erinnert sich Carolina. Die Materialien für ihr Versteck finden die Mädchen häufig auf dem großen Haufen, der für das Osterfeuer errichtet wird. „Da haben wir immer mal wieder etwas sozusagen vor dem Feuer gerettet, wenn wir das für das Geheimversteck brauchen konnten.“
Inzwischen ist daraus ein fester Treffpunkt geworden, die Mädchen bauen das Versteck immer weiter aus oder spielen dort Verstecken oder so. „Wir haben auch Spiele selbst erfunden, die wir dann hier immer spielen“, erzählt Nike. Die Zwölfjährige ist Runas jüngere Schwester, Carolina ist eine Nachbarin, die zu einer guten Freundin geworden ist: Das Geheimversteck ist das gemeinsame Projekt der drei. „Wir haben hier sogar ein Tipi gebaut und wollen hier im Sommer übernachten, das haben wir letztes Jahr schon gemacht“, freut sich Run. Und nach dem langen Winter sind sich die Mädchen einig: „Es ist schön, dass wir jetzt wieder hier her können.“