„100 Jahre Bäderbahn“: Großer Zuspruch beim autofreien Sonntag

Reporter Timmendorf 42
Timmendorfer Strand. Bei bestem Wetter, zahlreichen Besuchern und einem abwechslungsreichen Programm stand der vergangene Sonntag ganz im Zeichen der Mobilität, der Ortsgeschichte und des gemeinschaftlichen Erlebens. Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Bäderbahn“ hatten die TSNT GmbH und die Gemeinde Timmendorfer Strand zum autofreien Sonntag in das Ortszentrum eingeladen.
Von 12 bis 16 Uhr verwandelte sich der Timmendorfer Platz in eine lebendige Veranstaltungsfläche mit Informationsständen, Mitmachangeboten und einer viel beachteten Ausstellung zur Geschichte der ostholsteinischen Bäderbahn. Für die Dauer der Veranstaltung blieb das Zentrum für den motorisierten Individualverkehr gesperrt und bot so Raum für Begegnungen, Austausch und nachhaltige Mobilität.
Eröffnet wurde der Aktionstag durch Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke vor dem Alten Rathaus. Zeitgleich fiel der Startschuss für die diesjährige Stadtradeln-Kampagne.
In seiner Rede blickte der Bürgermeister auf die bewegte Geschichte der Bäderbahn zurück, deren Entwicklung von langjährigen Diskussionen, politischen Entscheidungen und großen Herausforderungen geprägt war. Die Bahn habe die Entwicklung der Ostseebäder maßgeblich beeinflusst und sei seit einem Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der regionalen Identität. „Seit nunmehr 100 Jahren verbindet sie Menschen, Orte und Generationen entlang der Ostseeküste“, betonte Partheil-Böhnke.
Besonderes Interesse fand die Ausstellung „100 Jahre Bäderbahn“ im Alten Rathaus. Historische Fotografien, digitale Präsentationen und ausgewählte Exponate zeichneten die Entwicklung der Strecke von ihren Anfängen bis heute nach. Ein besonderer Dank galt Hans-Harald Kloth, der zahlreiche historische Aufnahmen sowie umfangreiche Informationen zur Geschichte der Bäderbahn zur Verfügung gestellt hatte. Auch sein Buch „Die ostholsteinische Bäderbahn Bad Schwartau – Neustadt (Holstein)“ konnte vor Ort eingesehen werden.
Neben dem historischen Rückblick richtete der Bürgermeister den Blick auch auf die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Bahnstrecke. Er zog Parallelen zwischen den Debatten vor 100 Jahren und den heutigen Herausforderungen. Während damals über den Bau der Strecke gestritten worden sei, gehe es heute um ihren Erhalt. Die Bäderbahn sei weiterhin unverzichtbar für Touristen, Pendler und Einwohner der Küstenorte. Partheil-Böhnke verwies auf die hohe Bedeutung der Strecke für die Mobilität in der Region und sprach sich deutlich gegen eine mögliche Stilllegung im Zuge der Neubaustrecke zur Fehmarnbeltquerung aus.
„Hier entscheidet man nicht nur über den Wegfall einer identitätsbildenden, traditionsreichen Bahnstrecke, sondern auch über Menschen, die auf gute Verbindungen angewiesen sind – als Einheimische, Pendler oder Touristen“, erklärte der Bürgermeister. Zugleich warnte er vor negativen Auswirkungen auf die angestrebte Mobilitäts- und Klimawende.
Das vielfältige Rahmenprogramm bot zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen. Die Verkehrswacht Ostholstein Süd lud zum Fahrrad-Parcours ein und eine kostenfreie Erlebnis-Radtour führte die Teilnehmer durch die Gemeinde. Für gute Stimmung sorgten unter anderem die Line-Dance-Vorführungen mit Gesa Jörgensen und ihrer Gruppe, während Kinderschminken der Jugendfeuerwehr und das Spielmobil des Gemeindejugendrings besonders bei den jüngsten Gästen beliebt waren.
Zahlreiche Besucher nutzten zudem die Gelegenheit, sich an den Informationsständen von Deutscher Bahn, Nah.SH, Pro Bahn sowie dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) über aktuelle Mobilitätsthemen zu informieren.
Am Ende zeigte sich die Gemeinde sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Der autofreie Sonntag habe eindrucksvoll verdeutlicht, wie eng Geschichte, Mobilität und Lebensqualität in Timmendorfer Strand miteinander verbunden sind. Das Jubiläum „100 Jahre Bäderbahn“ wurde damit nicht nur zu einer Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch zu einem Impuls für die Diskussion über die Zukunft der Mobilität an der Ostseeküste. (rk)