Abschied vom Dissauer Hof: Platz für zwölf Mietwohnungen
Reporter Timmendorf
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Dissau. Mit dem Abriss des früheren Gasthauses endet in Dissau ein Kapitel Dorfgeschichte. Die Betreiberfamilie stellt auf dem Gelände die Weichen für die nächste Generation.
Wo Generationen von Dorfbewohnern zusammenkamen, Familien feierten und Paare das Tanzbein schwangen, haben am vergangenen Donnerstag, 15. Oktober, die Bagger gearbeitet: Der Dissauer Hof in der Gemeinde Stockelsdorf ist abgerissen worden. Innerhalb eines Tages verschwanden das ehemalige Gasthaus mit seinem großen Saal sowie die Scheune und weitere landwirtschaftliche Gebäude. Auf dem Gelände sollen zwei Häuser mit insgesamt zwölf Mietwohnungen entstehen.
Rund 180 Jahre lang waren Landwirtschaft und Gastronomie auf dem Dissauer Hof über mehrere Generationen eng mit der Familie Schwartz verbunden. Für das Dorf war die Gaststätte ein Ort, der Menschen durch ihr Leben begleitete – von der Taufe über die Hochzeit bis zur Trauerfeier.
Andreas Schwartz und Mandy Schwartz-Ulfig hatten den gastronomischen Betrieb nach dem Tod seiner Mutter Lisbeth Schwartz im Januar 2001 übernommen. Bis zum 31. Dezember 2023 führten sie das Gasthaus weiter. Dann fiel die Entscheidung, den Betrieb aufzugeben.
Nach Angaben der Familie hätten allein die Brandschutzauflagen Investitionen in mindestens sechsstelliger Höhe erfordert. Zugleich fehlte eine Nachfolge für die Gastronomie. Hinzu kam die ungünstige Energiebilanz des Gebäudes, die angesichts der Energiepreisentwicklung nach Beginn des Ukrainekrieges zunehmend zur wirtschaftlichen Belastung wurde.
Aus dieser Situation entstand der Entschluss, das Grundstück für die nächste Generation neu zu gestalten. Gemeinsam mit ihrer Tochter Julia Schwartz entschieden sich Andreas und Mandy für den Abriss und den Bau zweier Mehrfamilienhäuser. Vorgesehen sind jeweils sechs Mietwohnungen mit drei bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen zirka 90 und 140 Quadratmetern. Balkone beziehungsweise Terrassen sollen dazugehören. Mit Fassaden aus rotem Verblendstein sollen sich die Neubauten in das Ortsbild einfügen.
Den Abschied vom alten Hof unterstützten zahlreiche Helfer. Die Schwartz Erd- und Gartenbau GmbH von Alexander und Nina Schwartz begleitete die Planung und organisierte die Arbeiten so, dass die Familie den eigentlichen Abriss an nur einem Tag miterleben musste. Insgesamt waren fünf Bagger im Einsatz, vier vom Unternehmen Schwartz und einer von Möller & Söhne aus Dakendorf.
Besonders dankt die Familie auch Torsten Scharfenberg. Für den Freund von Andreas Schwartz aus Kindertagen sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, mit dem Bagger von Möller & Söhne mitzuwirken. Vor dem Abriss waren die Gebäude entkernt worden. Während der Arbeiten wurden Holz, Metall und mineralischer Bauschutt getrennt gesammelt. Nach Angaben von Alexander Schwartz soll der Bauschutt vor Ort aufbereitet und für den Neubau wiederverwendet werden.
Zum Abschluss des Tages kamen die Familie, die am Abriss Beteiligten und Interessierte aus dem Dorf noch einmal zusammen. Die Freiwillige Feuerwehr Dissau übernahm das Grillen. Asmus Meyer stellte einen Bierwagen für letzte gemeinsame Getränke am Dissauer Hof bereit. Auch ihnen spricht die Betreiberfamilie ihren Dank aus.
Was von dem traditionsreichen Treffpunkt bleibt, fasst die Familie in einem Satz zusammen: „Gebäude sind vergänglich, aber die schönen Geschichten und Erinnerungen bleiben von dem Dissauer Hof.“ (rk)
Wo Generationen von Dorfbewohnern zusammenkamen, Familien feierten und Paare das Tanzbein schwangen, haben am vergangenen Donnerstag, 15. Oktober, die Bagger gearbeitet: Der Dissauer Hof in der Gemeinde Stockelsdorf ist abgerissen worden. Innerhalb eines Tages verschwanden das ehemalige Gasthaus mit seinem großen Saal sowie die Scheune und weitere landwirtschaftliche Gebäude. Auf dem Gelände sollen zwei Häuser mit insgesamt zwölf Mietwohnungen entstehen.
Rund 180 Jahre lang waren Landwirtschaft und Gastronomie auf dem Dissauer Hof über mehrere Generationen eng mit der Familie Schwartz verbunden. Für das Dorf war die Gaststätte ein Ort, der Menschen durch ihr Leben begleitete – von der Taufe über die Hochzeit bis zur Trauerfeier.
Andreas Schwartz und Mandy Schwartz-Ulfig hatten den gastronomischen Betrieb nach dem Tod seiner Mutter Lisbeth Schwartz im Januar 2001 übernommen. Bis zum 31. Dezember 2023 führten sie das Gasthaus weiter. Dann fiel die Entscheidung, den Betrieb aufzugeben.
Nach Angaben der Familie hätten allein die Brandschutzauflagen Investitionen in mindestens sechsstelliger Höhe erfordert. Zugleich fehlte eine Nachfolge für die Gastronomie. Hinzu kam die ungünstige Energiebilanz des Gebäudes, die angesichts der Energiepreisentwicklung nach Beginn des Ukrainekrieges zunehmend zur wirtschaftlichen Belastung wurde.
Aus dieser Situation entstand der Entschluss, das Grundstück für die nächste Generation neu zu gestalten. Gemeinsam mit ihrer Tochter Julia Schwartz entschieden sich Andreas und Mandy für den Abriss und den Bau zweier Mehrfamilienhäuser. Vorgesehen sind jeweils sechs Mietwohnungen mit drei bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen zirka 90 und 140 Quadratmetern. Balkone beziehungsweise Terrassen sollen dazugehören. Mit Fassaden aus rotem Verblendstein sollen sich die Neubauten in das Ortsbild einfügen.
Den Abschied vom alten Hof unterstützten zahlreiche Helfer. Die Schwartz Erd- und Gartenbau GmbH von Alexander und Nina Schwartz begleitete die Planung und organisierte die Arbeiten so, dass die Familie den eigentlichen Abriss an nur einem Tag miterleben musste. Insgesamt waren fünf Bagger im Einsatz, vier vom Unternehmen Schwartz und einer von Möller & Söhne aus Dakendorf.
Besonders dankt die Familie auch Torsten Scharfenberg. Für den Freund von Andreas Schwartz aus Kindertagen sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, mit dem Bagger von Möller & Söhne mitzuwirken. Vor dem Abriss waren die Gebäude entkernt worden. Während der Arbeiten wurden Holz, Metall und mineralischer Bauschutt getrennt gesammelt. Nach Angaben von Alexander Schwartz soll der Bauschutt vor Ort aufbereitet und für den Neubau wiederverwendet werden.
Zum Abschluss des Tages kamen die Familie, die am Abriss Beteiligten und Interessierte aus dem Dorf noch einmal zusammen. Die Freiwillige Feuerwehr Dissau übernahm das Grillen. Asmus Meyer stellte einen Bierwagen für letzte gemeinsame Getränke am Dissauer Hof bereit. Auch ihnen spricht die Betreiberfamilie ihren Dank aus.
Was von dem traditionsreichen Treffpunkt bleibt, fasst die Familie in einem Satz zusammen: „Gebäude sind vergänglich, aber die schönen Geschichten und Erinnerungen bleiben von dem Dissauer Hof.“ (rk)



