Neujahrsempfang Scharbeutz: Rückblick, Dank & klare Worte zur Zukunft
Scharbeutz/Haffkrug. Vor über 400 Gästen hat die Gemeinde Scharbeutz am vergangenen Samstag, dem 10. Januar 2026, ihren traditionellen Neujahrsempfang im Haffhuus in Haffkrug gefeiert. Eröffnet wurde der alljährliche Empfang von Bürgervorsteherin Anja Bendfeldt, die die Gäste auch im Namen der erneut gewählten Bürgermeisterin Bettina Schäfer herzlich begrüßte.
In ihrer Ansprache ging Bendfeldt auf den Jahreswechsel als Moment des Rückblicks und des Ausblicks ein und betonte den Zusammenhalt in der Gemeinde – auch angesichts schwieriger Wetterbedingungen der vergangenen Tage. Sie dankte allen, die trotz dieser Umstände ihrer Arbeit nachgegangen seien. Namentlich begrüßte sie die angemeldeten Ehrengäste Bundestagsabgeordneter Sebastian Schmidt (CDU), Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (SPD), Landrat Timo Gaarz, den ehemaligen Landrat Reinhard Sager, Neustadts Bürgermeister Mirko Spieckermann sowie Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller. Außerdem sind Kreispräsidentin Petra Kirner, Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand, Bad Schwartaus Stadtpräsidentin Wiebke Zweig, Ratekaus Bürgervorsteher Daniel Thomaschewski und der langjährige, ehemalige Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens zum Neujahrsempfang erschienen.
Darüber hinaus blickte die Bürgervorsteherin auf das vergangene Jahr zurück, das in der Gemeinde von Wahlen, Bauprojekten und wichtigen politischen Entscheidungen geprägt war. Besonders hob sie die hohe Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl sowie die Bürgermeisterwahl hervor und gratulierte Bettina Schäfer zu ihrem deutlichen Wahlsieg. Das Ehrenamt bezeichnete Bendfeldt als tragende Säule der Gemeinde Scharbeutz und als unverzichtbaren Bestandteil des Miteinanders. Abschließend übergab sie das Wort an die Bürgermeisterin.
Bürgermeisterin Bettina Schäfer nutzte die Veranstaltung anschließend, um auf ein herausforderndes Jahr zurückzublicken, Dank auszusprechen und die zentralen Aufgaben für die Zukunft zu benennen.
Zu Beginn würdigte Schäfer den Einsatz des Bauhofs sowie der Freiwilligen Feuerwehren, die insbesondere in den vergangenen Tagen bei schwierigen Wetterlagen für Sicherheit gesorgt hatten. Insgesamt sei 2025 ein Jahr mit vielen Herausforderungen, aber auch mit großem Zusammenhalt gewesen.
In ihrer Rede verwies die Bürgermeisterin auf zahlreiche Projekte und Themen, die Politik und Verwaltung beschäftigt haben: von Auseinandersetzungen rund um die Hinterlandanbindung über den Einsatz für Fördermittel bis hin zu Investitionen in Schulen, Kitas, Feuerwehren sowie Maßnahmen für Klima- und Naturschutz. Auch internationale Projekte und das Engagement für Jugendliche sowie das lebendige Gemeindeleben in allen Dorfschaften hob sie hervor.
Ein zentraler Punkt war die angespannte finanzielle Lage der Kommunen. Für 2026 plant die Gemeinde einen Ergebnishaushalt von rund 40 Millionen Euro sowie Investitionen in Höhe von gut 23 Millionen Euro. Diese Mittel fließen unter anderem in Kindertagesstätten, Brückenbau, Sporthallensanierungen, Schulen und den Brandschutz. Schäfer machte deutlich, dass dies klare Prioritäten und verantwortungsvolle Entscheidungen erfordere.
Große Bedeutung misst die Bürgermeisterin weiterhin der Hinterlandanbindung bei. Das Projekt stelle die Gemeinde langfristig vor finanzielle und planerische Herausforderungen, biete aber auch Chancen für Wirtschaft, Tourismus und Mobilität. Ziel sei es, die Interessen der Gemeinde aktiv einzubringen und mitzugestalten.
Weitere Zukunftsthemen seien der Wohnungsbau – insbesondere geförderter und bedarfsgerechter Wohnraum – sowie der Klimaschutz. Beides müsse zusammen gedacht werden, betonte Schäfer. Auch neue, unkonventionelle Ideen, etwa zum Küsten- und Ostseeschutz, gehörten für sie zu einer mutigen kommunalen Zukunftsplanung.
Ein besonderer Dank galt dem Ehrenamt, das Schäfer als „Herz der Gemeinde“ bezeichnete. Ob in Feuerwehren, Vereinen, sozialen Initiativen oder der Kommunalpolitik – ohne dieses Engagement sei das Gemeindeleben nicht denkbar. Zudem unterstrich sie die Bedeutung der Demokratie, die angesichts globaler Entwicklungen keine Selbstverständlichkeit sei. Mit Blick nach vorn kündigte sie an, ein Kinder- und Jugendparlament auf den Weg bringen zu wollen, um junge Menschen stärker einzubinden.
Zum Abschluss dankte die Bürgermeisterin für das Vertrauen in ihre erneute Wahl sowie allen Beteiligten an der Organisation des Neujahrsempfangs. Sie wünschte den Gästen ein gesundes, hoffnungsvolles neues Jahr und rief dazu auf, die Zukunft der Gemeinde Scharbeutz weiterhin gemeinsam zu gestalten. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Timmendorfer Chor „LaTiDo“. (rk)


