Streit um Vogelpark Niendorf spitzt sich zu: Gemeinde fordert Räumung
Reporter Timmendorf
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Timmendorfer Strand-Niendorf/Ostsee. Der Konflikt um den Vogelpark Niendorf/Ostsee verschärft sich weiter. Die Gemeinde Timmendorfer Strand hat klargestellt, dass sie mit dem derzeitigen Betreiber Daniel Volkmer-Kuberski keine vertragliche Zusammenarbeit eingehen wird. Gleichzeitig wurde der Betreiber aufgefordert, das Gelände umgehend zu räumen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung zeichnet sich ab.
Hintergrund ist die geplante Übertragung des bestehenden Erbbaurechts für das Gelände des Vogelparks. Dafür wäre die Zustimmung der Gemeinde erforderlich gewesen. Die Gemeindevertretung verweigerte diese jedoch nach eigener Darstellung nach eingehender Prüfung. Als Begründung führt die Gemeinde an, dass die Voraussetzungen für einen dauerhaft tragfähigen und ordnungsgemäßen Betrieb des Vogelparks nicht nachgewiesen worden seien.
Zudem lägen die für den Betrieb erforderliche Zoobetriebsgenehmigung sowie die tierschutzrechtliche Genehmigung nicht vor. Für deren Erteilung ist der Kreis Ostholstein zuständig. Kurios dabei: Auch der Vorgänger hatte in den vergangenen Jahren keine Zoogenehmigung.
In einem Gespräch im Rathaus, an dem in der vergangenen Woche neben Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke (FDP) der Gemeindevertreter Andreas Czayka (FDP) für die Politik teilnahm, sei dem Betreiber erneut erläutert worden, dass keine Grundlage für eine vertragliche Zusammenarbeit bestehe. Volkmer-Kuberski wurde dabei aufgefordert, den Vogelpark sofort zu räumen.
Der Betreiber weist die Forderung zurück. Christian Siebelts, der die Kommunikation für seinen Partner Daniel Volkmer-Kuberski übernimmt, kündigte an, auf eine gerichtliche Klärung zu setzen. „Wir werden nicht räumen“, erklärte er im Gespräch mit dem „reporter“.
Eigentlich sollte es im Rathaus ein klärendes Gespräch geben, nachdem ein vorheriger Gesprächstermin Mitte Mai, an dem alle politischen Fraktionen, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und das Vogelpark-Team teilnehmen sollten, von den neuen Vogelpark-Betreibern kurzfristig abgesagt wurde.
Zu dem Termin im Büro des Bürgermeisters am vergangenen Mittwoch, dem 27. Mai, sagt Siebelts: „Wir wurden gar nicht angehört. Dem Bürgermeister ging es nicht darum, etwas zu besprechen. Stattdessen wurde ein gewaltiger Druck aufgebaut. Unser neues Leitungsteam, mit Kurator Heiko Janatzek als zoologischer Leiter und Jep Jepsen als technischer Leiter, durfte noch nicht mal dabei sein, obwohl wir eine Präsentation vorbereitet haben. Auch eine unterschriebene Finanzierungszusage eines privaten Investors über eine sechsstellige Summe zur Finanzierung der anstehenden Strukturveränderungen, Baumaßnahmen und Betriebsführung des Parks wurde nicht beachtet.“ Das Schreiben mit der Finanzierungszusage liegt der Redaktion vor.
Die Gemeinde betont, dass sich die rechtlichen Schritte ausschließlich gegen die derzeitigen Betreiber richten. Die Beschäftigten des Vogelparks seien davon nicht betroffen. Auch die Versorgung der Tiere sei sichergestellt. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung werden die zuständigen Behörden gemeinsam dafür sorgen, dass die mehreren hundert Vögel auf dem Gelände weiterhin ordnungsgemäß betreut werden. Zudem würden laut Auskunft aus dem Rathaus potenzielle Nachfolger für den Betrieb bereits bereitstehen.
Der Vogelpark bleibt somit erst einmal weiterhin geschlossen. Ob und wann eine Wiedereröffnung möglich sein wird, ist derzeit unklar.
Parallel dazu laufen weitere juristische Verfahren rund um den Vogelpark. In einem Verfahren konnte inzwischen eine außergerichtliche Einigung erzielt werden: Der langjährige Betreiber Klaus Langfeldt darf künftig einmal monatlich den Vogelbestand im Park sichten. Zudem wurde zugesichert, dass keine Vögel mehr aus dem Bestand abgegeben werden. Ein entsprechender Eilantrag wurde daraufhin am vergangenen Freitag beim Landgericht zurückgezogen. In der Vergangenheit sind lediglich einzelne Tiere verkauft worden, aber nicht aus finanziellen Gründen, sondern wegen Überschuss, unter anderem Nachzuchten.
Die Gemeinde Timmendorfer Strand hält nach eigenen Angaben weiterhin an dem Ziel fest, den Vogelpark dauerhaft zu erhalten und eine rechtssichere sowie zukunftsfähige Fortführung des Betriebs zu ermöglichen. „Dies werde jedoch nicht gemeinsam mit dem derzeitigen Betreiber erfolgen,“ heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung.
Da der Vogelpark seit Dezember geschlossen ist, fehlen natürlich Besucher und somit Einnahmen, so dass aktuell Lohnzahlungen an Mitarbeiter ausgeblieben sind. Man stünde aber mit den Angestellten im engen Austausch und das Personal steht hinter dem neuen Vogelpark-Team, da das Tierwohl und die Versorgung der Vögel für alle an erster Stelle steht. Zudem steht immer noch die Unterzeichnung des Darlehnsvertrages mit dem privaten Investor bevor.
Die Wählergemeinschaft „BürgerBündnis Neue Perspektive“ reicht in der heutigen Hauptausschuss-Sitzung einen Dringlichkeitsantrag zum Thema Vogelpark im nicht-öffentlichen Teil ein. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik sich mit dem Thema nochmal auseinandersetzt und ob dann noch offene Fragen beantwortet werden. (rk)
Hintergrund ist die geplante Übertragung des bestehenden Erbbaurechts für das Gelände des Vogelparks. Dafür wäre die Zustimmung der Gemeinde erforderlich gewesen. Die Gemeindevertretung verweigerte diese jedoch nach eigener Darstellung nach eingehender Prüfung. Als Begründung führt die Gemeinde an, dass die Voraussetzungen für einen dauerhaft tragfähigen und ordnungsgemäßen Betrieb des Vogelparks nicht nachgewiesen worden seien.
Zudem lägen die für den Betrieb erforderliche Zoobetriebsgenehmigung sowie die tierschutzrechtliche Genehmigung nicht vor. Für deren Erteilung ist der Kreis Ostholstein zuständig. Kurios dabei: Auch der Vorgänger hatte in den vergangenen Jahren keine Zoogenehmigung.
In einem Gespräch im Rathaus, an dem in der vergangenen Woche neben Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke (FDP) der Gemeindevertreter Andreas Czayka (FDP) für die Politik teilnahm, sei dem Betreiber erneut erläutert worden, dass keine Grundlage für eine vertragliche Zusammenarbeit bestehe. Volkmer-Kuberski wurde dabei aufgefordert, den Vogelpark sofort zu räumen.
Der Betreiber weist die Forderung zurück. Christian Siebelts, der die Kommunikation für seinen Partner Daniel Volkmer-Kuberski übernimmt, kündigte an, auf eine gerichtliche Klärung zu setzen. „Wir werden nicht räumen“, erklärte er im Gespräch mit dem „reporter“.
Eigentlich sollte es im Rathaus ein klärendes Gespräch geben, nachdem ein vorheriger Gesprächstermin Mitte Mai, an dem alle politischen Fraktionen, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und das Vogelpark-Team teilnehmen sollten, von den neuen Vogelpark-Betreibern kurzfristig abgesagt wurde.
Zu dem Termin im Büro des Bürgermeisters am vergangenen Mittwoch, dem 27. Mai, sagt Siebelts: „Wir wurden gar nicht angehört. Dem Bürgermeister ging es nicht darum, etwas zu besprechen. Stattdessen wurde ein gewaltiger Druck aufgebaut. Unser neues Leitungsteam, mit Kurator Heiko Janatzek als zoologischer Leiter und Jep Jepsen als technischer Leiter, durfte noch nicht mal dabei sein, obwohl wir eine Präsentation vorbereitet haben. Auch eine unterschriebene Finanzierungszusage eines privaten Investors über eine sechsstellige Summe zur Finanzierung der anstehenden Strukturveränderungen, Baumaßnahmen und Betriebsführung des Parks wurde nicht beachtet.“ Das Schreiben mit der Finanzierungszusage liegt der Redaktion vor.
Die Gemeinde betont, dass sich die rechtlichen Schritte ausschließlich gegen die derzeitigen Betreiber richten. Die Beschäftigten des Vogelparks seien davon nicht betroffen. Auch die Versorgung der Tiere sei sichergestellt. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung werden die zuständigen Behörden gemeinsam dafür sorgen, dass die mehreren hundert Vögel auf dem Gelände weiterhin ordnungsgemäß betreut werden. Zudem würden laut Auskunft aus dem Rathaus potenzielle Nachfolger für den Betrieb bereits bereitstehen.
Der Vogelpark bleibt somit erst einmal weiterhin geschlossen. Ob und wann eine Wiedereröffnung möglich sein wird, ist derzeit unklar.
Parallel dazu laufen weitere juristische Verfahren rund um den Vogelpark. In einem Verfahren konnte inzwischen eine außergerichtliche Einigung erzielt werden: Der langjährige Betreiber Klaus Langfeldt darf künftig einmal monatlich den Vogelbestand im Park sichten. Zudem wurde zugesichert, dass keine Vögel mehr aus dem Bestand abgegeben werden. Ein entsprechender Eilantrag wurde daraufhin am vergangenen Freitag beim Landgericht zurückgezogen. In der Vergangenheit sind lediglich einzelne Tiere verkauft worden, aber nicht aus finanziellen Gründen, sondern wegen Überschuss, unter anderem Nachzuchten.
Die Gemeinde Timmendorfer Strand hält nach eigenen Angaben weiterhin an dem Ziel fest, den Vogelpark dauerhaft zu erhalten und eine rechtssichere sowie zukunftsfähige Fortführung des Betriebs zu ermöglichen. „Dies werde jedoch nicht gemeinsam mit dem derzeitigen Betreiber erfolgen,“ heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung.
Da der Vogelpark seit Dezember geschlossen ist, fehlen natürlich Besucher und somit Einnahmen, so dass aktuell Lohnzahlungen an Mitarbeiter ausgeblieben sind. Man stünde aber mit den Angestellten im engen Austausch und das Personal steht hinter dem neuen Vogelpark-Team, da das Tierwohl und die Versorgung der Vögel für alle an erster Stelle steht. Zudem steht immer noch die Unterzeichnung des Darlehnsvertrages mit dem privaten Investor bevor.
Die Wählergemeinschaft „BürgerBündnis Neue Perspektive“ reicht in der heutigen Hauptausschuss-Sitzung einen Dringlichkeitsantrag zum Thema Vogelpark im nicht-öffentlichen Teil ein. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik sich mit dem Thema nochmal auseinandersetzt und ob dann noch offene Fragen beantwortet werden. (rk)

