Toter Schweinswal am Priwallufer angespült

Reporter Timmendorf 87
Toter Schweinswal am Priwallufer angespült

Der Kadaver des toten Schweinswal wird zur Untersuchung an das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste überführt.

Bild: LPV Dummersdorfer Ufer e.V.

Travemünde/Priwall. Am Sonntag, dem 11. Januar 2026, wurde am westlichen Ufer des Priwalls entlang der Trave, gegenüber des Skandinavienkais, ein toter Schweinswal (Phocoena phocoena) angespült, wie jetzt erst mitgeteilt wurde. Das Tier wies sowohl an der Flanke als auch am Bauch tiefe Fleischwunden auf.

Zunächst bestand der Verdacht, dass der Schweinswal in eine Schiffsschraube geraten sein könnte. Nach erster Einschätzung ist jedoch davon auszugehen, dass die Verletzungen durch eine Attacke einer Kegelrobbe (Halichoerus grypus) verursacht wurden.
Der Kadaver wurde durch den Jagdausübungsberechtigten des Priwalls geborgen und zunächst an der Naturwerkstatt Priwall, die zum Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer gehört, zwischengelagert. Am Dienstagabend wurde das Tier von einem Seehundjäger abgeholt. In den kommenden Tagen wird der Schweinswal gemeinsam mit weiteren Totfunden in das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) in Büsum überführt.

Das FTZ gehört zur Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und ist auf die Untersuchung von Meeressäugern spezialisiert. Dort wird der Schweinswal seziert und wissenschaftlich untersucht, um die genaue Todesursache festzustellen.
Seehundjäger sind vom Land Schleswig-Holstein offiziell bestellte und ehrenamtlich tätige Jagdaufseher. Sie übernehmen eine zentrale Rolle im regionalen Meeressäugermanagement. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Versorgung verletzter Jungtiere, das Erlösen schwerverletzter Tiere sowie das Bergen und Erfassen von Totfunden. Für diese Tätigkeit sind ein gültiger Jagdschein sowie regelmäßige Schulungen und Fortbildungen erforderlich.

Der Verein
Gegründet 1977 gilt der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. (LPV) heute als einer der ältesten Naturschutzorganisationen Lübecks. Seit Anbeginn war es das Vereinsziel, Tiere, Pflanzen und Ökosysteme zu schützen, um so nachhaltig den Lebensraum für zukünftige Generationen zu erhalten. Matthias Braun, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Vereins, betont: „Das beste Mittel, um Schaden von der Natur abzuwenden, ist energischer Fortschritt im Guten.“
Der Verein befasst sich mit praktischem Naturschutz durch die Betreuung von holsteinischen und lübecker Schutzgebieten an Untertrave und Ostseeküste mit Bestandsbeobachtungen wie Vogelzählungen und Pflanzenkartierungen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen der Umweltbildung werden Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene angeboten.
Am Vereinssitz in Lübeck-Kücknitz befinden sich neben Verwaltung und Werkstatt ein Naturerlebnisraum mit Naturschutzstation, Schafstall, Kräutergarten, Streuobstwiese und dem Naturkindergarten Bergwichtel. Außerdem betreibt der Verein die Naturwerkstatt auf dem Priwall, sowohl als Betreuungsstation für das Naturschutzgebiet Südlicher Priwall als auch als Umweltbildungsstätte. Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten des Vereins finden sich online auf  www.dummersdorfer-ufer.de.
Das umfangreiche Engagement des Vereins kann nur aufgrund von Spenden und persönlichem Einsatz aufrechterhalten werden. Ein fester Kreis an Ehrenamtlichen unterstützt regelmäßig die Vereinsmitarbeiterinnen und Vereinsmitarbeiter bei unterschiedlichsten Aufgaben im Büro, im Kräutergarten, bei Führungen und Veranstaltungen sowie bei Arbeitseinsätzen in den Schutzgebieten. Beim regelmäßigen Austausch mit Kaffee und Kuchen oder bei gemeinsamen Exkursionen kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Wer sich ehrenamtlich einbringen möchte, kann sich telefonisch unter Tel. 0451-301705 oder per E-Mail lpv@dummersdorfer-ufer.de melden. (PM/rk)