

Ahrensbök (mg). Ministerpräsident Daniel Günther im Sommer 2019 auf dem Fahrrad. Bei einer Radtour des CDU-Ortsverbands legte Günther einen spontanen Halt an der Alten Schule in Sarau ein und brachte zugleich ein überraschendes Versprechen mit: Der Radweg entlang der Landesstraße 306 von Hassendorf nach Glasau und Barghorst werde gebaut – das Land beteilige sich mit mehr als einer Million Euro an den damals auf rund 2,3 Millionen Euro geschätzten Kosten. Für die Gemeinde Glasau, die seit rund 35 Jahren für das Projekt kämpfte, der entscheidende Durchbruch.
Heute, sieben Jahre später, ist der Radweg tatsächlich Realität geworden. Doch der Weg dorthin war deutlich teurer als ursprünglich gedacht: Statt der veranschlagten 2,3 Millionen belaufen sich die Gesamtkosten inzwischen auf 6,5 Millionen Euro, finanziert zu 80 Prozent über das Land aus dem Förderprogramm des Bundes „Stadt und Land“ sowie durch den Kreis Segeberg und anteilig die anderen beiden Gemeinden. Mit der Fertigstellung ist nun dennoch ein Projekt abgeschlossen, das nicht nur eine jahrzehntelange Planung beendet, sondern auch eine wichtige Lücke im Radwegenetz zwischen Bosau und Ahrensbök schließt.
Trotz strömenden Regens ließen es sich daher viele Bürgerinnen und Bürger am vergangenen Freitag nicht nehmen ihren neuen Radweg zu begutachten. Neben Vertreterinnen und Vertretern der ausführenden Planungs- und Bauunternehmen erschienen auch die Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium Susanne Henckel, die Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein, die Landtagsabgeordnete Wiebke Zweig, Glasaus Bürgermeister Thomas Gerber sowie Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann, um auch seitens der Politik die neue Verbindung zu eröffnen. Seit Oktober letzten Jahres ist die Strecke bereits für die Öffentlichkeit freigegeben, vier Monate vor der geplanten Fertigstellung. Seitdem wird der Weg von vielen Radfahrerinnen und Radfahrern, aber auch Fußgängerinnen und Fußgängern genutzt. Das Ende eines seit den 80er-Jahren geplanten Projektes.
Der Bau war dabei schon lange überfällig. Viele Bürgerinnen und Bürger setzten sich mit der Landstraße über viele Jahre großen Gefahren aus. Auch Elisabeth Untermann aus Ahrensbök schildert von diesen Problemen: „Vorher war das lebensgefährlich auf der Straße mit dem Fahrrad zu fahren. Mit den ganzen Leitplanken und schnellen Autos hätte der Weg schon lange vorher gebaut werden müssen.“ Umso größer ist nun die Freude: „Wir finden das ganz großartig und benutzen den Weg auch jetzt schon selbst viel.“ Viele der Besucherinnen und Besuchern sind auch zur Eröffnung direkt mit dem Fahrrad gekommen. Dass ein fünf Kilometer langer Radweg über sechs Jahre lang geplant werden muss, scheint dabei auf den ersten Blick etwas absurd. Doch der Schein trügt, denn in Sachen Baustellenplanung und Umsetzung ist dieses Projekt in einer durchaus akzeptablen Zeit entstanden, denn im Schnitt benötigt ein solcher Vorgang zwischen sechs und acht Jahren.
Glasaus stellvertretender Bürgermeister Bernhard Horstmann betont im Gespräch: „Natürlich gehört zu einem solchen Projekt viel Aufwand und damit auch Zeit, zum Beispiel um erstmal die verschiedenen Grundstücke für den Radweg zu erwerben. Alles in allem sind wir aber mit der zeitlichen Umsetzung sehr zufrieden.“ Horstmann weiter: „Wir freuen uns jetzt einen schönen Rundweg für alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Touristinnen und Touristen zu haben. Der Weg ist ein großer Mehrwert.“ Man müsse jedoch insgesamt die Planungszeiten deutlich verkürzen, um nachhaltige Projekte künftig effizienter umsetzen zu können.
Staatssekretärin Henckel möchte an diesem Nachmittag die Bürgerinnen und Bürger vor allem erstmal beglückwünschen: „Ich möchte Ihnen zu diesem Gemeinschaftsprojekt gratulieren. Nicht nur, dass Schulkinder jetzt sicher zur Schule kommen können, sondern auch, dass die Region mit dem Radweg etwas Besonderes für alle Gäste darstellt.“ Henckel richtet in ihrem Grußwort nicht nur Grüße von Ministerpräsident Günther aus, sondern betont auch, dass das Land in Zukunft weiter in Radwege investieren werde: „Wir werden in den nächsten Jahren weitere 15 Millionen Euro in den Ausbau der Radwege stecken und zusätzlich aus dem Sondervermögen weitere zehn Millionen Euro bereitstellen.“
Ob und wie in Zukunft nachhaltige Projekte vor allem schneller umgesetzt werden können bleibt dennoch offen. Mit dem neuen Radweg ist jedoch für die Region ein sichtbarer Fortschritt für nachhaltige Mobilität geschaffen worden, auf den man in ganz Schleswig-Holstein aufbauen kann.


