Reporter Eutin

Plattdeutsch – weil es einfach den richtigen Ton trifft

Tiara, Larya, Marit und Emma (v. li.) überzeugten die Jury: Heinrich Evers, Anne Vehres, Jochen Beyer, Brigitte Barmwater und Klaus Schläfke (v.li.).

Tiara, Larya, Marit und Emma (v. li.) überzeugten die Jury: Heinrich Evers, Anne Vehres, Jochen Beyer, Brigitte Barmwater und Klaus Schläfke (v.li.).

Bild: hfr

Eutin (t). Manchmal ist es schön, wenn etwas bleibt, wie es immer war: „Sün jo aal Gewinners!“ – „Sie sind alle Gewinner!“, das bescheinigt der Kreisbeauftragte für die plattdeutsche Sprache, Heinrich Evers, den jungen Plattdeutsch-Talenten alle Jahre wieder, wenn sie sich zum Landschaftsentscheid von „Schölers lest platt“ einfinden. Das Ziel steht fest: Möglichst richtig und dabei ausdrucksstark einen plattdeutschen Text vortragen und sich im besten Fall damit einen Platz im Halbfinale sichern. Veranstalter des Wettbewerbs ist der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB), der zeigen will, wie launig und treffend die Sprache unserer Altvorderen auch heute ist. 

Vier Schulsiegerinnen waren in die Eutiner Landesbibliothek gekommen: Emma Sander aus Grundschule Trent, Larya Radha aus der Theodor Storm-Schule in Heiligenhafen, Marit Burkhardt aus der Grundschule Schellhorn und Tiara Kurth aus der Grundschule in Grömitz hatten an ihren Schulen am besten gelesen und stellten sich nun dem Urteil der Jury, die gewohnt kompetent besetzt war. Neben Heinrich Evers aus Neustadt hörte Jochen Beyer aus Stockelsdorf genau hin. Er macht seit einiger Zeit Musik op Platt.

Klaus Schläfke ist als Sohn eines Schlachters aufgewachsen. Seine Eltern waren viel auf den Dörfern unterwegs, wo natürlich Platt gesprochen wurde und wo der kleine Klaus die Sprache quasi von der Pike auf lernte. Für Anne Vehres, die sich auf vielfältige Weise um den Erhalt der Sprache verdient gemacht hat, war es die letzte Jury-Runde. Seit 1992 stand sie zur Verfügung, wenn es galt, zu bewerten, aber auch Mut zu machen und Spaß und Leichtigkeit zu vermitteln. Zum Abschied hielt sie ein Plädoyer für die plattdeutsche Sprache und versicherte: „Es hett mi ümmer un ümmer veel Spaß mookt.“ Für ihren Einsatz gab es Blümchen und einen dicken Dank. Bei aller Wehmut tröstete es, dass Anne Vehres ihre Nachfolgerin gleich mitgebracht hatte. Für sie übernimmt Brigitte Barmwater. Die kommt von Hallig Hooge und spricht schon immer Platt. Theaterfans kennen ihren Namen von den Aufführungen der Niederdeutschen Bühne Süsel. Sie kennt sich also auch mit Lampenfieber aus.

Das hatten die vier Teilnehmerinnen im Griff. Kein Wunder, waren sie doch allesamt prima vorbereitet. Tiara konnte auf die Sprachkenntnisse von Oma und Opa zurückgreifen, die das Plattdeutsch ganz selbstverständlich lebendig halten. Dass es dafür sogar einen Wettbewerb gibt, freute die Zehnjährige. Und dass sie am Ende die Gewinnerin war, noch mehr. Gemeinsam mit der Zweitplatzierten Emma wird sie zum Landesentscheid fahren. Emma mag Wettbewerbe und fand es gut, etwas Neues zu lernen. Auch Larya und Marit eroberten sich mit dem Plattdeutsch sprachliches Neuland und zeigten, dass sich genau das lohnt.


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