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Was passiert mit dem Malenter Kurpark-Ensemble?

Dietrich Busch (Mitautor), Julia Freese, Gerd Warda (Verleger) und Christian Bielke (v.li.) haben ein bemerkenswertes Buch rundum die Veranstaltungen zum 100. Geburtstag des Malenter Architekten Peter Arp vorgestellt.

Dietrich Busch (Mitautor), Julia Freese, Gerd Warda (Verleger) und Christian Bielke (v.li.) haben ein bemerkenswertes Buch rundum die Veranstaltungen zum 100. Geburtstag des Malenter Architekten Peter Arp vorgestellt.

Bild: C. Burgdorf

Bad Malente-Gremsmühlen (cb). Auch heute noch strahlen die Bauten im Malenter Kurpark den Charme der 1960er Jahre aus. Man mag den Stil der denkmalgeschützten Gebäude mögen oder nicht, aber sie sind zweifelsohne architektonische Dokumente ihrer Zeit. Erschaffen wurde das Architektur-Ensemble der Nachkriegsmoderne vom Architekten Peter Arp (1925-2008), der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. 

Um Arps Werk zu würdigen, fanden 2025 verschiedene Fachvorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die in dem jetzt erschienen Themenheft „Wie der International Style nach Bad Malente kam – und dort bleibt?“ eingehend betrachtet und aufgearbeitet werden. Nicht ohne Grund endet der Titel mit einem Fragezeichen, denn das Heft ist kein Selbstzweck, sondern schlägt einen Bogen von der Historie zur Gegenwart und stellt Fragen zur zukünftigen Nutzung dieses architektonischen und botanischen Kleinods. 

Die drei Herausgeber des Themenheftes Julia Freese, Dr. Ing. Johannes Warda und Ulrich Zeutschel haben in drei Kapiteln neben der Rückschau auf das Arp-Veranstaltungsjahr mit der Unterstützung kompetenter Autoren auch Beiträge zur Geschichte und zu den weiteren Nutzungsmöglichkeiten des Kurparks und seiner Gebäude zusammengetragen.

Die Blütezeit des kaiserlichen Kurbades Malente als Vorläufer des modernen Kneipp-Heilbades wird von der Gründerin des Vereins „Freunde des Kurparks“, Julia Freese genauso beleuchtet wie das Gesamtwerk Peter Arps und das des Gartenarchitekten Karl Plomin. Der Denkmal- und Architekturwissenschaftler Dr.- Ing. Johannes Warda und Ulrich Zeutschel berichten über die Einflussnahme der Nachkriegsmodernen Architektur auf die Arbeit von Peter Arp.

Das Kapitel Gegenwart und Potentiale berichtet über erfolgreiche, teilweise diskussionswürdige und kritische Veranstaltungsreihen wie Kunst im Kurpark (KiK) und Klassik im Kursaal. Die gelungene Symbiose zwischen Bau- und Gartenarchitektur wird ebenso dargestellt wie die Raumerkundung der heutzutage viel zu oft leerstehenden denkmalgeschützten Liegehalle.

Das Kapitel beschäftigt sich auch mit dem „Hungerschlaf“, in dem sich die Anlage zurzeit befindet. In einem Dreiergespräch, das auf der Website https://kurpark-malente.de/arp auch als Podcast zu sehen und hören ist, unterhalten sich Julia Freese, Ulrich Zeutschel und der Eutiner Architekt Christian Bielke über den Status Quo.

Im abschließenden Kapitel Zukunft und (Um-)Nutzung machen sich die Autoren Gedanken zur weiteren Nutzung. Sind die Gedanken der Gemeinde, das Kurhaus unter Beachtung des Denkmalschutzes von der ehemaligen Oase für Kurgäste zum modernen Dienstleistungszentrum umzuwandeln, zu realisieren? Kann die Veranstaltungsfläche der Liegehalle zu einem „Wohnzimmer der Gesellschaft“ werden?

Die Kurparkgebäude und die Parkanlage sind es allemal wert, aus dem „Hungerschlaf“ erweckt und neu belebt zu werden. Das Buch soll dazu beitragen, den großen Wert, den die gesamte Anlage für Malente darstellt, zu dokumentieren. Es wird vom Verlag Wohnungswirtschaft Heute mbH herausgegeben und ist für 19,80 Euro im Schreibwarengeschäft Errulat in Malente und in der Eutiner Buchhandlung Hoffmann zu erwerben.


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