Reporter Fehmarn

50 Jahre NABU-Wasservogelreservat Wallnau

Nonnengänse über Wallnau

Nonnengänse über Wallnau.

Bild: Siegfried Kusterer

Fehmarn. Ein halbes Jahrhundert Einsatz für Rothalstaucher, Säbelschnäbler und Kampfläufer: Das NABU-Wasservogelreservat Wallnau feiert Jubiläum. Wegen seiner günstigen Lage an den Vogelzugwegen und seines reichhaltigen Nahrungsangebotes ist Wallnau ein begehrter Rastplatz für die im Frühjahr und Herbst zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten ziehenden Vögel. In Wallnau können darum das ganze Jahr über große Mengen an Land- und Wasservögel beobachtet werden – ein Paradies auch für Vogelinteressierte. Der NABU hat in Wallnau über 120 Hektar wertvolles Feuchtgrünland, 100 Hektar Teichlandschaft und gut 80 Hektar Schilf gesichert und unterhält diese. Torben Reininghaus, Leiter des NABU-Wasservogelreservats: „Gerade Schilf- und Feuchtgrünlandbestände schrumpfen in der vom Menschen geformten Welt und den steigenden Temperaturen immer weiter. Große zusammenhänge Gebiete wie hier in Wallnau werden so immer seltener.“ Zum Jubiläum blickte Reininghaus auf arten- und arbeitsreiche Jahrzehnte zurück: „Mehr als 80 Vogelarten brüten hier und über 250 sind auf Wallnau insgesamt nachgewiesen worden – vom Austernfischer bis zur Zwergseeschwalbe.“


Doch gerade in der jüngsten Vergangenheit habe sich die Vogelwelt stark gewandelt. Trotz der Bemühungen der vielen Freiwilligen, die beim Schutz der Wasserflächen und Nester mit anpacken, könne nicht jede Vogelpopulation gerettet werden. Denn auch auf Wallnau macht sich der Klimawandel zunehmend bemerkbar. Durch die wärmeren Temperaturen sind jetzt Grauammer, Stelzenläufer und Neuntöter im Wasservogelreservat zu beobachten, während es Kampfläufern nicht mehr kühl genug ist. Reininghaus: „Diese Population werden wir nicht halten können.“ Auch um andere selten gewordene Arten kämpfen die Vogelschützer. Ostholsteins letztes Uferschnepfenpaar brütet in Wallnau. 1990 gab es noch 18 Brutpaare der scheuen Feuchtwiesenbrüter. Um Populationen zu stabilisieren, werde es immer wichtiger, die Gelege vor Nesträubern wie dem Fuchs zu schützen, so Reininghaus. Nicht nur Vögel werden in Wallnau geschützt, auch stark gefährdete Amphibienarten, wie Kreuz- und Wechselkröte, leben wieder hier. Zudem gibt es eine Orchideenwiese, auf der mittlerweile über 150.000 der seltenen Pflanzen stehen, etwa das streng geschützte Gefleckte Knabenkraut.

Am 21.08. ist aufgrund einer Feier mit geladenen Gästen geschlossen, auch der Außenbereich.
Vom 23. - 30. August ist eine vielfältige Veranstaltungswoche geplant. Die Veranstaltungen sind kostenlos, der NABU freut sich über eine Spende.
Das Besucherzentrum ist in der Saison vom 1. März bis 31. Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist zurzeit frei. Nähere Informationen auf www.wallnau.nabu.de.
 
 


UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen