Marco Gruemmer

8-jährige kämpft für einen Radweg nach Grömitz

Bliesdorf. Die 8-jährige Elisa Meier aus Bliesdorf hat einen großen Wunsch: Sie möchte mit dem Fahrrad zur Schule nach Grömitz fahren. Doch der Weg dorthin führt entlang der viel befahrenen Bundesstraße 501 und ist ihrer Mutter Melanie Meier viel zu gefährlich. Kurzerhand hat die Drittklässlerin deshalb selbst die Initiative ergriffen und einen Brief an den Grömitzer Bürgermeister Sebastian Rieke geschrieben.

Entstanden ist die Idee im Sachkundeunterricht der Grundschule Grömitz. Dort beschäftigten sich die Kinder mit der Frage „Was macht eigentlich ein Bürgermeister?“. Für Elisa war schnell klar, welches Anliegen sie gerne vortragen würde. Schließlich geht es um ihren täglichen Schulweg und den Wunsch, diesen künftig auch mit dem Fahrrad zurücklegen zu können.

Ein Radweg, der längst geplant ist

Mit ihrem Brief spricht Elisa ein Thema an, das die Gemeinden Grömitz und Schashagen bereits seit rund fünf Jahren beschäftigt. Beide Kommunen setzen sich für den Bau eines Radweges zwischen Bliesdorf und Grömitz ein. Denn die Strecke entlang der B 501 birgt insbesondere für Radfahrer erhebliche Gefahren. Neben dem starken touristischen Verkehr sind dort auch zahlreiche landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Wer mit dem Fahrrad auf dem Seitenstreifen fährt, gerät immer wieder in gefährliche Situationen.

Dabei sind die Voraussetzungen für den Bau des Radweges längst geschaffen. Die Planungen liegen vor, die benötigten Flächen stehen zur Verfügung und auch die Finanzierung ist gesichert. Vorgesehen ist ein rund zwei Kilometer langer, wassergebundener Radweg auf der rechten Seite der B 501 von Bliesdorf in Richtung Grömitz. Er soll die bestehende Lücke bis zum Königsredder schließen.

Obwohl der gesamte geplante Radweg auf dem Gemeindegebiet von Schashagen verläuft, wollen beide Gemeinden die Kosten gemeinsam tragen. Grömitz würde sich über einen Zuschuss des Tourismus-Service an der Finanzierung beteiligen.

Geld und Pläne sind da, die Genehmigung fehlt

Was bislang fehlt, ist die notwendige Genehmigung. Nachdem sich zunächst das Amt Ostholstein-Mitte um das Vorhaben kümmern wollte, liegt der Fall inzwischen beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH).

„Jetzt müssen wir was machen. Wir brauchen eine Genehmigung“, erklärte der Grömitzer Bürgermeister Sebastian Rieke. An der Bereitschaft der Gemeinden scheitere das Projekt jedenfalls nicht. Das Geld stehe zur Verfügung, die Planungen seien abgeschlossen. „Wir stehen in den Startlöchern“, betonte Rainer Holtz, Bürgermeister der Gemeinde Schashagen. Um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, hat sich der Grömitzer Bürgermeister am 23. September persönlich an Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen gewandt. Dessen Antwort lautete: „Ich kümmere mich.“

Nun hoffen die Verantwortlichen der Gemeinden Grömitz und Schashagen auf eine zeitnahe Entscheidung. Denn aus ihrer Sicht besteht dringender Handlungsbedarf. Schließlich soll nicht erst etwas Schlimmes passieren müssen, bevor die gefährliche Lücke im Radwegenetz geschlossen wird.

Ein kleiner Brief mit einer großen Botschaft

Für Melanie Meier wäre neben dem Radweg auch eine Beleuchtung der Strecke wünschenswert, damit Kinder und andere Radfahrer insbesondere in der dunklen Jahreszeit sicher unterwegs sein können. Und während die Erwachsenen weiter auf die erforderliche Genehmigung warten, hat Elisa mit ihrem Brief bereits gezeigt, dass auch die Jüngsten etwas bewegen können. Ob ihr Wunsch nach einem sicheren Schulweg bald in Erfüllung geht, hängt nun von der Entscheidung der zuständigen Behörden ab. (mg)


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