Gesche Muchow

Ausstellung in der Stadtkirche Neustadt thematisiert sexualisierte Gewalt

Bild: HFR

Neustadt. Sexualisierte Gewalt hinterlässt tiefe Spuren. Vielen Betroffenen fällt es schwer, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Einen Weg, das Schweigen zu durchbrechen, hat die Autorin Carola Moosbach im Schreiben gefunden. Ihre Texte stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Schweigemauern durchbrechen – sexualisierte Gewalt ins Wort bringen“, die vom 21. bis 26. November in der Stadtkirche Neustadt zu sehen ist.

Die Ausstellung umfasst acht Gebete und Gedichte der 1957 in Detmold geborenen Autorin. Moosbach erlebte als Kind sexuellen Missbrauch innerhalb ihrer Familie, der ihr weiteres Leben prägte. „Feministin und Christin, Autorin und Überlebende sexueller Gewalt in der Kindheit – das alles gehört zu mir“, beschrieb sich die Juristin und Schriftstellerin einmal selbst. Sie veröffentlichte mehrere Bücher. Die ausgestellten Texte stammen aus ihrem 2021 erschienenen Band „Ins leuchtende Du. Aufstandsgebete und Gottespoesie“.

Die Ausstellung wird in mehreren Kirchenkreisen gezeigt und von den jeweiligen Präventionsbeauftragten sowie der Stabsstelle Prävention der Nordkirche organisiert. Sie soll auch auf sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche aufmerksam machen. „Auch in der Kirche gibt es immer wieder Fälle sexueller Gewalt. Sich als Institution dieser Verantwortung zu stellen, beinhaltet unter anderem, immer wieder diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die dieses Leid erfahren haben“, erklärt Astrid Faehling vom Frauenwerk.

Gemeinsam mit Katrin Irmer, Präventionsbeauftragte des Kirchenkreises, hat die Theologin ein begleitendes Veranstaltungsprogramm organisiert.

Eröffnung und Andacht

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 21. November, um 16 Uhr durch Pastorin Sarah Lotzkat und Astrid Faehling. Für die musikalische Begleitung sorgen Yuliya Zhyvitsa am Akkordeon und Strahinja Pavlovic an der Klarinette.

Am Mittwoch, 25. November, um 18 Uhr findet in der Stadtkirche eine Andacht statt, die verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen thematisiert. Im Mittelpunkt stehen Texte von Carola Moosbach und die Frage, wie Betroffene in der Öffentlichkeit Gehör finden und das Schweigen über sexualisierte Gewalt gebrochen werden kann. Inhaltlich gestaltet wird die Andacht von der Neustädter Frauenrunde, musikalisch begleitet von Kreiskantorin Lena Sonntag.

Die Ausstellung steht zugleich im Zusammenhang mit den weltweiten „Orange Days“. Die von den Vereinten Nationen ausgerufenen Aktionstage beginnen am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, und enden am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. In diesen 16 Tagen setzen Einzelpersonen, Organisationen, Städte und Unternehmen weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. (red/gm)


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