Kristina Kolbe

BUND warnt: Robben am Strand brauchen Ruhe und Abstand

Seehunde und Kegelrobben werden inzwischen regelmäßig an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gemeldet. (Symbolbild: Adobe Stock)

Seehunde und Kegelrobben werden inzwischen regelmäßig an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gemeldet. (Symbolbild: Adobe Stock)

Bild: Gerhard Stanke

Lübecker Bucht. Immer wieder kursieren Bilder und Videos, die Kegelrobben und Seehunde an Ostholsteins Stränden zeigen. Zuletzt zeigte ein in Timmendorfer Strand aufgenommener Beitrag, wie Menschen eine Robbe umringen, fotografieren und teilweise sogar anfassen. Der BUND nimmt den Vorfall zum Anlass, eindringlich darauf hinzuweisen, dass Robben Wildtiere und keine Kuscheltiere sind. Seehunde und Kegelrobben suchen Strände auf, um sich auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln. Werden sie dabei umringt, verfolgt oder berührt, bedeutet das für die Tiere erheblichen Stress. Im schlimmsten Fall würden die Tiere zurück ins Wasser flüchten, bevor sie sich ausreichend erholt hätten, warnt der Naturschutzverband. Auch für Menschen kann eine zu große Nähe gefährlich werden. Bedrängte Seehunde und Kegelrobben können sich mit kräftigen Bissen verteidigen. Zudem weist der BUND auf die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern bei direktem Kontakt hin. Insbesondere Kinder könnten Kraft und Reaktion eines Wildtiers nur schwer einschätzen. „Letztlich beanspruchen wir Menschen den Lebensraum der Robben“, erklärte Jesreel Dietrich, Projektleiter des BUND-Projekts „Robbe in Sicht!“.

Wer eine Robbe am Strand entdeckt, sollte nach Empfehlung des BUND mindestens 100 Meter Abstand halten und das Tier keinesfalls anfassen. Hunde sollten angeleint werden. Sichtungen können über die Robben-App oder direkt bei der Polizei gemeldet werden. Nach Ansicht des BUND reicht Aufklärung an stark frequentierten Stränden jedoch nicht aus. Ruhende Robben sollten dort kurzfristig durch gut sichtbare und ausreichend großräumige Absperrungen geschützt werden. Langfristig fordert der Verband störungsarme Küstenabschnitte an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, an denen die Tiere ungestört ruhen können.

Seehunde und Kegelrobben werden laut BUND inzwischen regelmäßig an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gemeldet. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Urlauber und Einheimische den Tieren an stark besuchten Stränden begegnen. Der Verband sieht deshalb Kommunen, Tourismus und Naturschutz gemeinsam in der Verantwortung, die Menschen auf solche Begegnungen vorzubereiten und gleichzeitig ausreichend Rückzugsräume für die Tiere zu schaffen. (red)


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