

Der Ausbildungsmarkt bleibt auch im aktuellen Beratungsjahr der Bundesagentur für Arbeit noch angespannt. Allerdings ist der Ausbildungsmarkt im April noch stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung. Nach aktuellen Zahlen wurden von Oktober 2025 bis April 2026 bundesweit rund 380.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings weist die Arbeitsagentur darauf hin, dass die Stellen derzeit statistisch nicht vollständig erfasst werden. Hintergrund sind technische und organisatorische Umstellungen im Meldesystem. Trotz dieser Einschränkungen zeigt sich ein klarer Trend: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze sinkt, während sich gleichzeitig etwas mehr junge Menschen auf Ausbildungsstellen bewerben. Insgesamt nahmen bis April rund 357.000 Bewerberinnen und Bewerber die Unterstützung der Arbeitsagenturen und Jobcenter in Anspruch, das sind etwas mehr, als im Vorjahr.
Auffällig ist die steigende Zahl sogenannter Altbewerber. Rund 145.000 junge Menschen hatten bereits in den vergangenen Jahren nach einem Ausbildungsplatz gesucht. Damit gehört inzwischen etwa jeder dritte bis vierte Bewerber zu dieser Gruppe. Dazu zählen Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder zunächst andere Wege wie Schule, Freiwilligendienste oder Studium eingeschlagen hatten. Auch die Zahl der Studienabbrecher, die sich neu orientieren und eine Ausbildung beginnen möchten, steigt weiter an. Gleichzeitig suchen mehr geflüchtete junge Menschen nach einem Einstieg in eine berufliche Ausbildung in Deutschland.
Trotz der schwierigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt konnten im April 2026 noch rund 217.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Besonders betroffen sind Branchen, in denen dringend Fachkräfte gesucht werden, etwa Handwerk, Baugewerbe, Pflege, Technik oder öffentlicher Dienst. Gleichzeitig waren zu diesem Zeitpunkt rund 211.000 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt und hatten weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden. Weitere junge Menschen besuchten zwar beispielsweise noch eine Schule oder absolvierten ein freiwilliges Jahr, suchten aber weiterhin aktiv nach einer Ausbildung.
Auch wenn die Konkurrenz in einigen Bereichen zunimmt, bleiben die Chancen für engagierte Bewerberinnen und Bewerber insgesamt gut. Vor allem in technischen, handwerklichen und sozialen Berufen suchen viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen weiterhin Nachwuchs. Wer sich früh informiert, Praktika nutzt und mehrere Möglichkeiten in Betracht zieht, verbessert seine Chancen deutlich. Besonders wichtig bleiben dabei Eigeninitiative, Flexibilität und eine frühzeitige Bewerbung. (red)




