Empfehlungen für einen bewussten Umgang mit Wasser
Sierksdorf. Im Zuge der aktuellen Hitzewelle mit erwarteten Temperaturen von 30 bis 38 Grad und dem gleichzeitig anstehenden Beginn der Sommerferien verdoppelt sich der Trinkwasserverbrauch im Versorgungsgebiet des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO) gegenüber dem Jahresdurchschnitt.
Der ZVO versorgt rund 91.000 Einwohner, 33.000 Haushalte, von Ratekau bis Fehmarn über 36 Brunnen und sechs Wasserwerke mit Grundwasser aus bis zu 140 Metern Tiefe. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Der ZVO appelliert dennoch an alle Verbraucherinnen und Verbraucher, Trinkwasser ressourcenschonend zu nutzen.
Versorgung gesichert trotz hoher Auslastung
In den touristisch stark frequentierten Küstenorten, wie Timmendorfer Strand, Niendorf und Scharbeutz entstehen an heißen Ferientagen extreme Bedarfsspitzen. An Spitzentagen wurden im ZVO Versorgungsgebiet bereits rund 37.000 Kubikmeter Trinkwasser abgenommen. Alle sechs Wasserwerke sind über ein gemeinsames Rohrnetz verbunden, sodass Versorgungsgebiete im Bedarfsfall gegenseitig gestützt werden können. Der ZVO plant, die Kapazitäten bis 2040 auf bis zu 50.000 Kubikmeter pro Spitzentag auszubauen.
WM-Effekt auf das Trinkwassernetz: Weniger Verbrauch während des Spiels
Das Fußball-Großereignis verändert das Verbrauchsverhalten der Bevölkerung messbar. Am 20. Juni 2026 verfolgte ein Großteil der Bevölkerung das WM-Gruppenspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste (Anstoß: 22 Uhr). Die eigenen Messdaten des ZVO zeigen: Während des Spiels ging der Wasserverbrauch im Netz spürbar zurück. In der Spielpause und unmittelbar nach dem Abpfiff stiegen die Wasserentnahmemengen schlagartig an, da Millionen Menschen zeitgleich zur Dusche griffen, die Toilette nutzten oder Geschirr spülten. Dieses Muster ist dem ZVO aus früheren Großereignissen bekannt.
Der ZVO bittet daher, wasserintensive Tätigkeiten wie das Befüllen von Pools, das Gartenwässern oder das Starten von Waschmaschinen nicht unmittelbar nach Spielende zu bündeln, sondern auf die Morgenstunden oder den späteren Abend zu verteilen.
Druckabfall am Abend: Ursache und Wirkung
Unabhängig vom WM-Spielplan kann in den Abendstunden, zwischen 17 und 20 Uhr, an heißen Tagen ein Druckabfall im Leitungsnetz lokal auftreten. Ursache ist die gleichzeitige Auslastung: zeitgleich duschen, Pools befüllen und Wasser für die Zubereitung von Mahlzeiten entnehmen. Der ZVO empfiehlt, wasserintensive Tätigkeiten in die Morgenstunden oder den späten Abend zu verlagern.
Leitungswasser: Kontrolliert, unbehandelt, qualitativ hochwertig
Das Trinkwasser des ZVO wird jährlich durch mehr als 1.300 Wasserproben kontrolliert und von einem akkreditierten Speziallabor analysiert. Es erfüllt die Vorgaben der Trinkwasserverordnung und unterschreitet deren Grenzwerte in den ZVO Wasserwerken teils erheblich. Das Wasser stammt ausschließlich aus tiefen Grundwasserschichten und weist keinen Zusammenhang mit der Ostsee auf.
Empfehlungen für einen ressourcenschonenden Umgang mit Trinkwasser
Im Haushalt
- Duschen anstelle von Baden: Duschen benötigt rund 70 Liter pro fünf Minuten. Das Befüllen einer Badewanne erfordert 150 bis 170 Liter. Duschen ist die ressourcenschonendere Wahl.
- Wasch- und Geschirrspülmaschinen erst bei voller Beladung anschalten.
Garten
- Gießen in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang oder am Abend nach Sonnenuntergang reduziert Verdunstungsverluste erheblich.
- Tropfbewässerungssysteme oder bodennah gelegte Schläuche sind gegenüber Sprinkleranlagen deutlich wassereffizienter, da sie Wasser gezielt an die Wurzeln leiten.
- Ein langer geschnittener Rasen hält Bodenfeuchtigkeit länger und benötigt seltener Bewässerung als kurz gemähtes Gras.
- Trockenresistente, standortgerechte Pflanzenarten haben einen grundsätzlich niedrigeren Wasserbedarf.
- Versiegelte Flächen wie Steingärten, Pflasterungen und Betonierungen verhindern die natürliche Grundwasserneubildung. Regendurchlässige Beläge für Zufahrten und Stellfläche sind vorzuziehen.
- Begrünte Dachflächen und Fassaden fördern bei größeren Wohngebäuden ein ausgeglicheneres Mikroklima und reduzieren Hitzestau.
- Der Verzicht auf Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel schützt das Grundwasser. Regenwürmer, die durch diese Mittel beeinträchtigt werden, lockern den Boden auf und ermöglichen eine bessere Wasserversickerung.
Swimming-Pool
- Ein durchschnittlicher Pool fasst über das 50-fache des täglichen Trinkwasserbedarfs einer Person. Die gleichzeitige Befüllung mehrerer Pools kann die hydraulische Kapazität des Versorgungsnetzes kurzzeitig überlasten. Der ZVO bittet darum, die Befüllung außerhalb der Hauptverbrauchszeiten (früher Vor- und früherer Abend) durchzuführen.
- Eine Poolabdeckung nach der Nutzung verringert Verdunstungsverluste und den damit verbundenen Nachfüllbedarf. (red)

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