Marlies Henke

Gemeinde Sierksdorf: Jahresauftakt im Zeichen des Miteinanders

Sierksdorf. Mit viel Anerkennung fürs Ehrenamt ist die Gemeinde Sierksdorf am vergangenen Sonntag ins neue Jahr gestartet. Im Haus des Gastes stellte der im Dezember gewählte Bürgermeister Carsten Bruhn Themen wie Feuerwehr, Schule, Strandaufspülung und die Schienenanbindung der Fehmarnbeltquerung in den Mittelpunkt. Umrahmt wurde die Veranstaltung von regem Austausch sowie einem von Ehrenamtlichen organisierten Buffet.

Carsten Bruhn spannte in seiner Rede den Bogen von der angespannten weltpolitischen Lage zu den Themen, die vor Ort gestaltet werden können. „Internationale Krisen und politische Entwicklungen sorgten bei vielen Menschen für Verunsicherung“, sagte er und betonte: „Umso wichtiger ist es, den Blick auf die Gemeinde zu richten und auf die Dinge, die wir hier vor Ort entscheiden und beeinflussen können“.

Und das war im vergangenen Jahr eine ganze Menge. So habe man durch Werbung und persönliche Gespräche die Mannschaftsstärke der Feuerwehr Sierksdorf verbessern können. „Es war ein wirklich schwieriges Unterfangen. Und ich wünsche mir für die Zukunft mehr Verständnis und die Erkenntnis, wie wichtig die Feuerwehr für uns alle ist“, sagte Bruhn.

Auch baulich gehe es bei der Feuerwehr voran. Das Genehmigungsverfahren für das neue Feuerwehrgebäude in Sierksdorf schreite weiter voran, bei der Feuerwehr Roge seien drei neue Fahrzeuge übergeben worden und die Erdarbeiten für das neue Feuerwehrhaus stünden kurz vor dem Abschluss, ebenso die Ausschreibung für das Gebäude. Mit dem Baubeginn werde im ersten Quartal gerechnet.


Ein zentrales Thema war auch die Schulfrage. Die Kündigung des Schulvertrags durch die Stadt Neustadt nach mehr als 50 Jahren habe viele überrascht und Unverständnis hervorgerufen. „Glücklicherweise hat unsere Nachbargemeinde Süsel Schülerkapazitäten für unsere Kinder frei und bietet sich als neuer Schulstandort für unsere Gemeinde an.“ Auch für den Schülertransport solle eine Lösung gefunden werden.

Für das laufende Jahr kündigte der Bürgermeister weitere Vorhaben an, darunter die dringend benötigte Strandaufspülung, die nach einer erneuten Ausschreibung nun zeitnah beginnen soll, sowie den geplanten Bau eines Radwegs von Süsel über Stawedder bis zum Anschluss nach Scharbeutz (der reporter berichtete).


Besonders hob Bruhn das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde hervor. Ob Feuerwehr, DRK, Seniorenvertretung, Kirche oder Kommunalpolitik: „Sie alle helfen dabei, unsere Gemeinde lebenswert zu gestalten. Es wäre mein Wunsch, wenn es uns weiterhin gelingt, mehr Menschen zu motivieren, sich ehrenamtlich – in welchem Bereich auch immer – einzubringen.“


Auch Amtsvorsteher des Amtes Ostholstein-Mitte Hans-Peter Zink ging in seiner Ansprache auf die Bedeutung der Gemeinschaft ein. Verwaltung und Kommunalpolitik hätten im vergangenen Jahr vertrauensvoll zusammengearbeitet und zahlreiche Projekte vorangebracht.

Für die Schienenanbindung rechne man im zweiten Halbjahr 2026 mit einem Planfeststellungsbeschluss. Die anschließenden Bauarbeiten würden die Region stark fordern. Nicht zuletzt, weil es weiterhin keinen verbindlichen Zeitplan gebe. (Anmerkung der Redaktion:
Der Start des Verkehrs durch den Ostsee-Tunnel bleibt offen; Deutschland und Dänemark wollen neue Zeitpläne erarbeiten und die Lage Anfang 2026 neu bewerten.)


Umso wichtiger seien Gemeinschaft, Respekt und Dialog vor Ort. „Gerade in Zeiten, in denen Meinungen auseinandergehen und Diskussionen schnell emotional werden, ist es entscheidend, miteinander im Gespräch zu bleiben. Unterschiedliche Sichtweisen sind kein Problem – sie sind ein Zeichen von Demokratie. Problematisch wird es erst dann, wenn der Respekt verloren geht.“


Einen besonderen Platz nahm die Ehrung der sogenannten „Montagsrunde“ ein, einer Bürgerinitiative, die sich seit mehr als 15 Jahren intensiv mit der Schienenanbindung der Fehmarnbeltquerung befasst. Ihr Engagement habe maßgeblich dazu beigetragen, dass ein übergesetzlicher Lärmschutz in der Region erreicht wurde, betonte Bruhn. „Hier zeigt sich, was Bürgerinitiativen leisten können, wenn Menschen zusammenkommen, Verantwortung übernehmen und am Thema dranbleiben.“ Regina Franke, Barbara Teloo, Isabel Arent, Susanne Brelowski, Bodo Gehrke und Wolfgang Klein stünden für das Ziel, Entwicklungen nicht nur zu erdulden, sondern aktiv mitzugestalten.

Susanne Brelowski dankte stellvertretend und verlas eine Rede von Bodo Gehrke. „Die Ehrung gehört einer Gruppe von engagierten Menschen, die sich seit Jahren mit Ausdauer, Sachverstand und manchmal auch mit großer Geduld für unsere Gemeinde Sierksdorf einsetzt.“ Und sie machte deutlich, was letztlich zählt: „Es geht dabei nicht um Planungsdetails, es geht um unser tägliches Leben, um unsere Gesundheit, um Zukunftsperspektiven und um die Frage, wie wir in unserer Gemeinde leben wollen.“


Abgerundet wurde das Neujahrstreffen durch das von Ehrenamtlichen organisiertes Bufett. Die angebotenen Snacks und Getränke wurden gegen eine Spende ausgegeben. Der Erlös soll der Hausaufgabenbetreuung in der Offenen Ganztagsschule Süsel vom Kinderschutzbund Ostholstein zugute kommen. (he)


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