Marco Gruemmer

"Kasseedorf lebt von Ehrenamt und Gemeinschaft"

Kasseedorf. Drei Tage lang stand Kasseedorf ganz im Zeichen seiner Geschichte. Mit einem großen Festwochenende feierte die Gemeinde vom 19. bis 21. Juni ihr 825-jähriges Bestehen und bewies dabei eindrucksvoll, dass Tradition und Zukunftssinn hier eng miteinander verbunden sind. Hunderte Gäste, Vereine, die Freiwillige Feuerwehr sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft kamen zusammen, um das Jubiläum zu feiern.

Musik, Familiennachmittag, Festumzug, Gottesdienst und ein feierlicher Festakt sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder ein Thema: die starke Gemeinschaft, die das Dorf seit Generationen prägt.

„Die Dorfschaft Kasseedorf ist einer der Gründe, warum wir überhaupt feiern können“, sagte Bürgermeister Mario Bielarz während des Festaktes am Samstag. „Die Gemeinde lebt vom Ehrenamt und der Gemeinschaft, von Menschen, die Verantwortung übernehmen.“

Auch Amtsvorsteher Hans-Peter Zink würdigte die Bedeutung der Geschichte für die Menschen vor Ort. Die Geschichte erfülle die Bürgerinnen und Bürger mit Stolz und sei ein wichtiger Teil ihrer Identität. Gleichzeitig sei Kasseedorf nicht nur ein Ort mit Vergangenheit, sondern auch mit Zukunft. Heimatgefühl und Zusammenhalt seien hier über Generationen gewachsen.

Landrat Timo Gaarz bezeichnete Kasseedorf als beispielhaft für die Region Ostholstein. „Wer Ostholstein verstehen will, muss Kasseedorf kennen. Hier tragen die Menschen die DNA des Kreises in sich“, sagte er. Die Gemeinde stehe für Beständigkeit, ohne dabei den Wandel zu scheuen. Über viele Jahrzehnte hätten sich die Menschen immer wieder neuen Herausforderungen gestellt und ihre Heimat aktiv gestaltet.

Für die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn war die Jubiläumsfeier sehr besonders. Seit 47 Jahren lebt sie in Kasseedorf und war von 1997 bis 2003 Bürgermeisterin der Gemeinde. „Dieser Tag berührt mich sehr“, sagte sie. Besonders lobte sie den Zusammenhalt und die Kreativität der Einwohnerinnen und Einwohner: „Verantwortung übernehmen heißt Lebensqualität schaffen.“

Auch der Bundestagsabgeordnete Sebastian Schmidt würdigte die Leistungen früherer und heutiger Generationen. Das Jubiläum sei ein guter Anlass, all jene Menschen zu ehren, die Kasseedorf geprägt hätten und für Verlässlichkeit, Zusammenhalt und Heimatverbundenheit stünden. „In Kasseedorf packt man an, wenn Unterstützung gebraucht wird. Blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft“, appellierte er an die Gäste.

In seiner Festrede schlug Bürgermeister Bielarz schließlich den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft. Kasseedorf sei weit mehr als nur ein Fleck auf der Landkarte. Hier hätten Menschen Kriege überstanden, Häuser gebaut und Familien gegründet. Eines habe er dabei nie erlebt: Gleichgültigkeit. „In Kasseedorf hat jeder eine Meinung“, bemerkte er schmunzelnd.

Mit Blick auf die kommenden Jahre nannte der Bürgermeister mehrere Projekte, die die Gemeinde beschäftigen werden. Dazu gehören unter anderem der Radweg nach Eutin, ein Basketballfeld, Straßensanierungen und die Weiterentwicklung des Jugendtreffs. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten zeigte er sich optimistisch: „Unser Haushalt lässt nicht vieles zu, aber wir sind erfinderisch.“

Sorge bereitet ihm hingegen die zunehmende Schwierigkeit, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Dabei sei gerade dieses Engagement das Fundament des Gemeindelebens. „Eine Gemeinde lebt von Menschen, die mitmachen“, betonte Bielarz.

Das Festwochenende zum 825-jährigen Bestehen machte deutlich, was Kasseedorf auszeichnet: eine lebendige Dorfgemeinschaft, die ihre Geschichte kennt, ihre Traditionen pflegt und gleichzeitig mit Zuversicht in die Zukunft blickt. (mg)


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