

Cismar. Es ist diese Mischung aus historischer Kulisse, Handwerkskunst, Musik und Begegnungen, die das Klosterfest in Cismar seit Jahrzehnten zu etwas Besonderem macht. Auch die 45. Auflage lockte an drei Tagen zahlreiche Besucherinnen und Besucher in der Größenordnung einer mittleren Kleinstadt auf das Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters.
„45 Jahre Klosterfest ist eine solide Beständigkeit, die in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist“, sagte Sabine Höft-Dammer als 1. Vorsitzende des Förderkreises Kloster Cismar im Rahmen der offziellen Eröffnung in den Gemäuern des Brunnenkellers. Das Fest sei eine Gelegenheit, für einige Stunden die Alltagssorgen auszublenden. „Es geht um die Begegnung von Mensch zu Mensch.“
Bürgermeister Sebastian Rieke würdigte insbesondere das Engagement des Förderkreises. Die Sanierung des Brunnenkellers sei ein „Kraftakt“ gewesen und zeige, was durch gemeinschaftlichen Einsatz möglich sei. „Das Fest lebt vom Miteinander“, betonte Rieke. Die Atmosphäre mache das Klosterfest zu einem kulturellen Aushängeschild der Gemeinde. Auch Landtagsabgeordneter Peer Knöfler und Bürgervorsteher Matthias Dammer gehörten zu den Gästen der Eröffnungsveranstaltung.
Mehr als einhundert Kunsthandwerker machten den Klosterpark zu einem abwechslungsreichen Markt. Korbflechter, Drechsler, Glas- und Papierkünstler, Metallhandwerker sowie Künstler, die mit Holz, Leder oder Leinen arbeiten, zeigten ihre Arbeiten. Viele ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Ergänzt wurde das Angebot durch Schmuck, floristische Kreationen, Kosmetik, Düfte und Seifen sowie zahlreiche kulinarische Spezialitäten.
Auch musikalisch hatte das Klosterfest einiges zu bieten. Blasmusik, Bigband-Sounds, Shantys und verschiedene Rock-, Pop-, Blues- und Soulformationen begleiteten das Festgeschehen. Für die jüngsten Besucher gab es unter anderem ein nostalgisches Karussell, Kinderschminken, einen Jongleur und eine Zaubershow.
Gemütlichkeit entstand in den Abendstunden, als das historische Kloster und der Park von farbigen Lichtinstallationen in Szene gesetzt wurden. Auf ein Feuerwerk wurde erneut bewusst verzichtet. Die Lichtinszenierung gibt es bereits seit 2022 und hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil des Festes entwickelt.
Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher habe für den Veranstalter oberste Priorität, betonte Sabine Höft-Dammer. Gleichzeitig werde kontinuierlich daran gearbeitet, die Veranstaltung weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Nach 45 Jahren hat das Klosterfest nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil: Gerade in einer Zeit, die von vielen Unsicherheiten geprägt ist, bietet das Fest einen Ort der Begegnung und der Auszeit. Menschen kommen zusammen, entdecken traditionelles Handwerk, genießen Musik sowie Kulinarik und lassen für einige Stunden das Weltgeschehen draußen vor den historischen Klostermauern. (mg)

