LSC Condor feierte 75. Geburtstag auf dem Flugplatz Grube
Grube. Der Luftsportclub (LSC) Condor feierte am vergangenen Samstag seinen 75. Geburtstag mit einem großen Flugplatzfest. Zahlreiche Interessierte aus der Umgebung, Urlauber und Freunde des Vereins kamen zum Fest. Vor Ort verfolgten sie die Starts der Segel- und Motorflugzeuge, die sich an diesem Tag insgesamt fast 100 Mal in die Lüfte erhoben. 130 Menschen nutzten das Angebot eines Schnupperfluges, schauten sich bei fast wolkenfreiem Himmel Grube und seine Umgebung aus der Luft an und erhaschten dabei auch einen Blick auf die circa drei Kilometer entfernte Ostsee. Geflogen wurden die Gäste von den erfahrensten Piloten. Sicherheit werde im Flugsport großgeschrieben, erklärte Vereinssprecher Oliver Pohl.
Doch auch für alle, die das Geschehen lieber vom Boden aus beobachten wollten, gab es viel zu entdecken. Die Mitglieder standen für Gespräche bereit und beantworteten alle Fragen rund um den Flugsport, den Verein und die Flugzeuge.
„Wir sind überrascht, wie viele Menschen gekommen sind“, freute sich Oliver Pohl. Sie hätten sogar die eingerichtete Parkfläche noch vergrößern müssen. Doch nicht alle reisten mit dem Auto an. Viele befreundete Piloten anderer Vereine kamen mit dem eigenen Flugzeug, um dem LSC Condor zu seinem besonderen Jubiläum zu gratulieren. Dass dieses in der Form, also mit Schnupperflügen für alle und zahlreichen Gästen auf dem Gelände, gefeiert werden kann, war vor 75 Jahren kaum vorstellbar.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Fliegen in Deutschland nämlich zunächst durch die Alliierten verboten worden. Nach der Wiederzulassung 1951 dauerte es gerade einmal 18 Tage bis zur Gründung des LSC Condor. Am 7. Juli 1951 begann die Vereinsgeschichte mit 29 Mitgliedern. Eine der prägenden Persönlichkeiten der Anfangsjahre war Gerhard „Cuno“ Wendt. Der Volksschullehrer wurde erster Vorsitzender und lenkte die Geschicke des Vereins 39 Jahre lang. Er war es auch, der maßgeblich dafür sorgte, dass Grube die Heimat des Vereins werden konnte. Nach Jahren ohne dauerhaftes Fluggelände fand er nördlich von Grube eine passende Fläche, auf der der Flugplatz entstand und bis heute die Heimat des LSC Condor ist. Auch beim Aufbau der Infrastruktur packten die Vereinsmitglieder selbst an. Ende der 1960er-Jahre entstand in Eigenarbeit eine rund 1.000 Quadratmeter große Halle mit Tower und Clubräumen. Heute finden dort mehrere Segelflugzeuge, eine Cessna, zwei Motorsegler und zwei Ultraleichtflugzeuge ihren Platz. Die Maschinen dienen jedoch nicht nur dem Flugbetrieb, sondern auch der Ausbildung, die weiterhin zu den zentralen Aufgaben des LSC Condor zählt. In Grube dürfen Jugendliche ab 14 Jahren ins Cockpit steigen. Insbesondere das Segelfliegen sei eine ideale Vorbereitung für alle, die später ihr Hobby zum Beruf machen wollen, erklärte Oliver Pohl.
Die Seilwindenstarts der Segelflieger boten auch am Festtag spektakuläre Szenen, als die Flugzeuge blitzschnell in die Lüfte stiegen. Doch auch die Möglichkeit, den Tower zu besichtigen oder etwas über die Vereinsgeschichte zu erfahren wurde gerne genutzt. Und wer selbst das Fliegen zu seinem Hobby machen möchte, findet alle weiteren Informationen unter www.flugplatz-grube.de. (ko)
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