Gesche Muchow

Neue Dokumentation beleuchtet Geschichte des Cap-Arcona-Friedhofs

Bei der Buchvorstellung (v. lks.): Propst Dirk Süssenbach, Kreispräsidentin Petra Kirner, Autor Dr. Peter Wendt, Bürgermeisterin Bettina Schäfer und Helmut Kurth, 1. Vorsitzender des Vereins „Zukunft braucht Erinnerung“.

Bei der Buchvorstellung (v. lks.): Propst Dirk Süssenbach, Kreispräsidentin Petra Kirner, Autor Dr. Peter Wendt, Bürgermeisterin Bettina Schäfer und Helmut Kurth, 1. Vorsitzender des Vereins „Zukunft braucht Erinnerung“.

Bild: HFR

Haffkrug. Jahrzehntelang galt der Cap-Arcona-Friedhof in Haffkrug als Friedhof der „namenlosen Toten“. Nun zeichnet Dr. Peter Wendt in seinem Buch „Cap Arcona-Friedhof Haffkrug – Internationale Mahn- und Gedenkstätte“ die Geschichte des Erinnerungsortes erstmals detailliert nach. Das im Metropol Verlag erschienene Werk umfasst rund 224 Seiten und enthält etwa 60 Abbildungen.

Nach Angaben der Gemeinde Scharbeutz dokumentiert die Publikation erstmals umfassend die Geschichte des Friedhofs. Dieser erinnert nicht nur an die Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe, sondern auch an weitere Verfolgte des NS-Regimes. Als zentraler Friedhof für Massengräber rund um die Neustädter Bucht angelegt, erlangte er durch Umbettungen aus anderen Regionen überregionale Bedeutung. Dennoch blieb seine historische Rolle über Jahrzehnte weitgehend unbeachtet. Mehr als 390 Opfer sind heute namentlich bekannt.

Bei der Vorstellung des Buches würdigte Bürgermeisterin Bettina Schäfer die Veröffentlichung als wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Der Friedhof erinnere daran, wohin Hass, Ausgrenzung und Menschenverachtung führen können, und mahne zugleich, Verantwortung für Demokratie und Menschlichkeit zu übernehmen.

An der Buchvorstellung nahm unter anderem auch Ostholsteins Kreispräsidentin Petra Kirner teil. Als Haffkrugerin sei ihr die Geschichte des Ortes ein persönliches Anliegen. Sie engagiert sich zudem für den Verein „Zukunft braucht Erinnerung“, der die Erinnerungsarbeit in der Region fortführt und dessen 1. Vorsitzender Helmut Kurth ebenfalls an der Präsentation teilnahm.

Die Gemeinde dankte Dr. Peter Wendt für seine wissenschaftliche Arbeit sowie den Förderern und Unterstützern des Projekts. Dazu zählen die Sparkassenstiftung, die Kulturstiftung des Kreises Ostholstein, der Landesverband der Evangelischen Kirche, das Gemeindearchiv Scharbeutz, das Museum für Regionalgeschichte und der Verein „Zukunft braucht Erinnerung“.

Hinweis: Dr. Peter Wendt stellt seine Dokumentation am Freitag, dem 14. August, um 18 Uhr im Haffhuus im Haffwiesenpark in Haffkrug in einem öffentlichen Vortrag vor. (red/gm)


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