

Neustadt in Holstein. Ausschussvorsitzender Albert Geusen-Rühle (CDU) führte zügig durch die Sitzung des Stadtwerkeausschusses, der als sogenannte Hybridsitzung tagte. Ein Teil der Ausschussmitglieder war dabei vor Ort in der Jacob-Lienau-Schule und andere per Video zugeschaltet. Zugleich wurde die Veranstaltung für interessierte Bürger*innen im Internet per Livestream übertragen. Seit Anfang Februar finden die Sitzungen der Neustädter Gremien in dieser hybriden Form statt.
Am vergangenen Montagabend wurden die Mitglieder über den weiteren Ausbau von E-Tankstellen für Elektrofahrzeuge informiert. Hintergrund hierzu war ein Antrag der FDP-Fraktion. Der erhöhte Versorgungsbedarf an E-Tankstellen sei bisher nicht in den Plänen der Stadtwerke berücksichtigt worden, heißt es darin. Michael Scherf, Leitung Technik Elektrizität/Glasfaserinfrastruktur bei den Stadtwerken (SWNH), erklärte dazu, dass bei einem gewerblichen Neubau mit mehr als zehn Parkplätzen künftig jeder fünfte Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten ist, damit Ladepunkte schnell errichtet werden können. Des Weiteren führt Scherf eine Gesetzesänderung an, die das Betreiben von Ladepunkten betreffen.
Das Bundeskabinett hatte am 10. Februar dem Entwurf des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zugestimmt. In diesem Gesetzesvorhaben ist geregelt, wer künftig die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge errichten und betreiben darf. Danach soll die Grundregel gelten, dass Netzbetreiber kein Eigentum an Ladepunkten haben dürfen und diese weder errichten, verwalten noch betreiben dürfen.
„Außerdem kommen wir nicht im Ansatz daran, dass wir dieses Geschäft mit einer schwarzen Null schreiben können“, erklärte Michael Scherf im Rahmen seiner Betrachtung der wirtschaftlichen Aspekte. Man präferiere darum keinen forcierten Ausbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur durch die Stadtwerke, sondern wolle Bauherren unterstützen und attraktive Angebote für Wallboxen mit grünem Strom schaffen.
Derzeit gibt es in Neustadt fünf öffentliche und vier nicht-öffentliche E-Ladesäulen. Im öffentlichen Raum soll zudem die Hafenwestseite mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Im nichtöffentlichen Bereich sind beim Bauprojekt Eichenhain in Pelzerhaken zehn neue Ladesäulen geplant. Aufgrund der neuen Gesetzeslage sei ferner ein Ausbau der Ladeinfrastruktur bei den Neustädter Handelsmärkten, am BUND-Umwelthaus oder im Bereich Lübscher Mühlenberg denkbar, führte Scherf aus.
Kurz und knapp fiel im Anschluss der Bericht des kommissarischen SWNH-Werkleiters Harald Wiese aus. So sei das stark überwucherte Regenrückhaltebecken in Höhe Cap-Arcona-Weg wieder einsehbar, berichtete Wiese. Baustellen im Bereich B-Plan 90/Lübscher Mühlenberg, Schulstraße und der Glasfaserausbau würden witterungsbedingt ruhen (Stand 15. Februar); für Notfälle stehen die Stadtwerke selbstverständlich zur Verfügung. (he)




