

Neustadt in Holstein. Im letzten Jahr hat die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft (SHUG) nach mehr als 20 Jahren ihre Vortragstätigkeit in Neustadt wieder aufgenommen. Es war ein toller Erfolg - in Zusammenarbeit mit dem Zeittor Museum und dem Museumsverein wurden zwei hervorragend besuchte Vorträge zur Schleswig-Holsteinischen Geschichte durchgeführt.
In 2026 sind vier Vorträge geplant und das Programm startet am Mittwoch, dem 27. Mai um 19 Uhr mit einem kunstgeschichtlichen Vortrag zu den Emblemen der Nonnenempore im Johanniskloster in Schleswig. Die Emblematik ist eine Kunstform, die insbesondere im 17. Jahrhundert sowohl im kirchlichen wie auch im profanen Bereich sehr verbreitet waren. So wie man heute Embleme kennt und zum Beispiel mit einem Blick einem Fußballverein zuordnen kann, wussten die Menschen damals in der Regel sofort, welche zum Beispiel religiöse Bedeutung ein bestimmtes Emblem hatte.
Prof. Dr. Ingrid Höpel wird in ihrem Vortrag zunächst die Emblematik als Kunstform vorstellen und dann den Emblemzyklus der Nonnenempore sowie die Bedeutung der einzelnen Embleme erläutern. Das Johanniskloster in Schleswig ist ein adliges Damenstift, das nach der Reformation aus einem ehemaligen Benediktinerinnenkloster hervorgegangen ist. Es diente zur Versorgung unverheirateter Töchter des schleswig-holsteinischen Adels und existiert bis heute. Um 1690 ließen die Stiftsdamen an der Westempore der Klosterkirche einen Emblemzyklus anbringen, die aus zwei damals weit verbreiteten protestantischen Emblembüchern, aus Heinrich Müllers „Himmlichem Liebeskuss” und aus einer seltenen Lüneburger Ausgabe von Johann Arndts „Vier Büchern vom Wahren Christentum” stammen. Die graphischen Darstellungen wurden für den Anbringungsort gezielt ausgewählt, in eine programmatische Reihenfolge gebracht und farblich-malerisch neu interpretiert. Sie stellen ein seltenes Zeugnis weiblicher Stiftertätigkeit vor 1700 dar.
Der Eintritt zu dem Vortrag beträgt 7 Euro, für Mitglieder der SHUG, des Museums-Fördervereins sowie Schüler, Studenten und Auszubildende ist der Eintritt frei. (red)




