

Hasselburg. Der Standort ist idyllisch gelegen inmitten der Kremper Niederung zwischen Hasselburg und Krummbek. Dort hat der Wasser- und Bodenverband Neustädter Binnenwasser im Jahr 2025 eine moderne Windwasserpumpe errichtet und am 28. November in Betrieb genommen. Die Anlage ergänzt das elektrisch betriebene Schöpfwerk in Altenkrempe und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung inklusive natürlicher Entwässerung in der Region.
Das Schöpfwerk in der Milchstraße 2 in Altenkrempe pumpt bislang mit drei elektrisch betriebenen Pumpen das Wasser aus dem sogenannten Vorteilsgebiet – den Kremper Wiesen – in das Neustädter Binnenwasser. Das rund 270 Hektar große Gebiet liegt etwa einen Meter unter dem Meeresspiegel. Die Absenkung des Wasserspiegels erfolgte bereits in den 1930er-Jahren. Ziel der damaligen Trockenlegung war die Landgewinnung zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung.
Mit der neuen Windwasserpumpe, dessen Fundament auf vier mit Beton aufgefüllten Stahlrohren, die bis zu 16 Meter in die Erde reichen, steht, wird nun ein Teil des Wassers, rund 50.000 Kubikmeter pro Jahr, direkt aus den Gräben des Schöpfwerkgebietes in die Kremper Au gefördert. Dadurch muss dieses Wasser in Altenkrempe nicht mehr elektrisch gepumpt werden. Das entlastet die bestehende Technik und reduziert zugleich den Energieverbrauch. Die Maßnahme trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei, senkt CO2-Emissionen und verbessert den ökologischen Fußabdruck des Verbandes. Das Projekt wurde alleinig vom Wasser- und Bodenverband Neustädter Binnenwasser finanziert.
„Mit dem Bau der Windwasserpumpe setzt der Wasser- und Bodenverband Neustädter Binnenwasser ein deutliches Zeichen für eine umweltfreundliche und zukunftsorientierte Wasserwirtschaft“, erklärte deren Geschäftsführer Thorsten Lorenzen im Gespräch mit dem reporter. Er weist zudem darauf hin, dass der Ort auch gerne als Ausflugsziel oder Rastplatz genutzt werden dürfe. Die Höhe der Sitzfläche unterhalb des Turmes wurde bewusst so gewählt, dass man darauf ideal Verweilen kann. (mg)
Technische Daten der Anlage
Rotordurchmesser: 5 Meter
Gesamthöhe: 18,5 Meter
Pumpleistung: maximal 30 Kubikmeter pro Stunde
So funktioniert die Windwasserpumpe
Die Drehbewegung des Windrades wird mechanisch in eine Auf- und Abbewegung umgewandelt. Ein Kolben in der Pumpe bewegt sich dabei vertikal und saugt Wasser in einen Zylinder. Beim anschließenden Hub wird das Wasser aus dem Zylinder herausgedrückt. Über Ventile gelangt es in ein Rohrsystem und wird zur Kremper Au gepumpt. Von dort fließt es im natürlichen Gefälle weiter in das Neustädter Binnenwasser.



