Gesche Muchow

Anzeige: „Jetzt sind wir alle gefragt!“ Touristisches Entwicklungskonzept Lübecker Bucht 2030 (TEK) geht in die heiße Phase

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TALB-Vorstand André Rosinski traf sich mit reporter-Redakteurin Gesche Muchow zum Interview.

TALB-Vorstand André Rosinski traf sich mit reporter-Redakteurin Gesche Muchow zum Interview.

André Rosinski von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB) traf sich mit reporter-Redakteurin Gesche Muchow zum Interview. In dem rund einstündigen Gespräch ging es um die touristische Ausrichtung und weitere Entwicklung der Orte Neustadt, Sierksdorf und Scharbeutz für die nächsten zehn Jahre, welche anhand eines sogenannten touristischen Entwicklungskonzeptes erarbeitet werden sollen.
 
Was es mit diesem Tourismuskonzept (TEK) auf sich hat, wer es erarbeiten wird und weshalb es so wichtig ist, schilderte André Rosinski am vergangenen Freitag.
 
der reporter: Warum soll ein touristisches Entwicklungskonzept erarbeitet werden?
Rosinski: Erst einmal ist mir ganz wichtig klarzustellen, dass es sich hier nicht um ein TALB-Konzept handelt, sondern es ist das Konzept für die gesamte Region von Scharbeutz über Sierksdorf bis Neustadt inklusive aller Ortsteile, wenn es um die Frage geht: Wie entwickeln wir den Tourismus in den kommenden 10 Jahren weiter? Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Einwohner der Region. Es geht um ein verträgliches Wachstum für die Orte der Lübecker Bucht unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Einwohner an ihr Lebensumfeld. Es geht also zum einen um infrastrukturelle Themen, wie den Ausbau von Promenaden und Wegeverbindungen (z.B. zwischen der ancora Marina und der Hafenwestseite in Neustadt, die Verbindung zwischen Scharbeutz und Haffkrug oder die An- und Einbindung des Ferienparks in die Gemeinde Sierksdorf). Darüber hinaus gilt es Ideen zu Hotelprojekten, neuen Gastronomieangeboten und Besucherattraktionen zu bewerten und die Themen Verkehr, Mobilität und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Da sind ganz viele Projekte aufgelaufen, die jetzt anstehen und das TEK wird klare Empfehlungen beinhalten, wie diese ganzen Projekte zu priorisieren sind. Das heißt, in welcher Reihenfolge und mit welcher Wichtigkeit sie angegangen werden.
 
Ziel bei dem Ganzen ist immer, dass die Region sich bestmöglich entwickelt, auch im Hinblick auf die Einwohner der Region und dass aus den einzelnen Motivationen das Beste für den Gesamtstandort herausgeholt wird. Qualitativ und quantitativ.
 
der reporter: Wer wird dieses Konzept erstellen? Wie läuft dieser Prozess ab?
Rosinski: Es gibt ein Beratungsbüro, mit dem wir zusammenarbeiten, das sich bereits vor Ort ein Bild gemacht hat und auch schon mit vielen Akteuren gesprochen hat. Daraus hat das Büro ein Ergebnis ermittelt, bestehend zum einen aus den Stärken und Schwächen der einzelnen Orte, verbunden mit dem Blick auf den gesamten touristischen Markt. Diese Fachberater wissen, wohin touristisch gesehen die Reise geht und bringen viel Erfahrung mit.
 
Dann folgen in allen drei Orten Workshops, bei denen sich alle interessierten Bürger, Unternehmer und touristisch Interessierte einbringen können und dafür sorgen können, dass alle für sie wichtigen Projekte in dem TEK ihren Platz finden. Aus diesen Workshops nimmt das Beratungsbüro dann sozusagen diese Anregungen und konkreten Fragestellungen als Hausaufgaben mit und entwickelt daraus einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Strategien und Prioritäten.
 
Dann folgt eine zweite öffentliche Workshop-Runde im Frühling, bei der diese Ergebnisse noch einmal mit allen Interessierten diskutiert werden.
 
Im Nachgang wird dann das TEK aus all diesen Ergebnissen entwickelt und dieses geht dann in die politischen Gremien der einzelnen Orte, wo dann das Konzept als konkrete und verbindliche Arbeitsgrundlage für alle beschlossen wird.
 
der reporter: Das heißt, als nächster Schritt stehen jetzt in Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt diese Workshops an. Wie laufen sie ab und wer kann da mitmachen?
 
Rosinski: Jeder, der Interesse hat und der sich für die gesamte und touristische Entwicklung seines Heimatortes starkmachen möchte ist aufgerufen, zu den Workshops zu kommen und seine Ideen einzubringen. Bei diesen Treffen werden in Kleingruppen ganz konkrete Projekte und Fragestellungen diskutiert und Lösungen erarbeitet. Jeder kann sich dort bei jedem Thema einbringen. Und ganz wichtig: Alle Themen, die dort nicht besprochen werden und die nicht zur Diskussion gestellt werden, kommen nicht in das TEK und diese Projekte werden dann auch in den nächsten zehn Jahren nicht stattfinden. Es kann also hinterher keiner sagen, wir hätten nicht gefragt. Jetzt ist der Zeitpunkt, sich einzubringen und sich für seine Ideen und Projekte starkzumachen.
 
der reporter: Wie könnte so ein Thema/eine Fragestellung beispielsweise lauten?
Rosinski: Auf der Agenda stehen mit Sicherheit Dauerbrenner-Themen, wie beispielsweise die Verkehrs- und Parkplatzsituation in allen drei Orten. Welche Vorschläge gibt es, um diese zu entzerren? Es geht aber auch um konkrete Grundstücke und freie Flächen und die Frage, welcher Nutzung diese zugeführt werden sollen. Immer vor dem Hintergrund der Attraktivierung unserer Region als lebenswerter Standort für Einwohner und Touristen gleichermaßen. Wir fragen: Brauchen wir Wohnungen, Ferienwohnungen, Hotels oder mehr Camping- oder Wohnmobilstellplätze?
 
der reporter: Also, nochmal: Es ist ganz wichtig, dass sich jetzt alle einbringen!
Rosinski: Ja. Es geht um DAS Konzept für Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt. Jetzt wird festgelegt, wo bei uns die Reise konkret hingeht. Öffentlich diskutiert, politisch beschlossen und damit verbindlich und nicht zuletzt wichtige Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln.
 
Grundsätzlich besteht eine Aufgabenteilung zwischen der Arbeit der TALB (Marketingagentur, Veranstaltungen und Betrieb der Tourist-Infos) und derjenigen der Verwaltungen und Selbstverwaltungen (Infrastruktur u.v.m.). Das TEK hat den Anspruch einen einheitlichen roten Faden für die Entwicklung aufzuzeigen. Und nochmal: Es ist nicht irgendein TALB-Konzept, nach dem Motto „die machen ja nette bunte Broschüren“, nein, es geht darum, was passiert vor unserer Haustür. Es ist wichtig, dass wir klar Stellung beziehen. Vor allem das aktive Mitwirken der Einheimischen ist wichtig, um bei der Zukunftsgestaltung neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch die Bedürfnisse der hier Ansässigen zu berücksichtigen. Und wenn man sich fragt, welche Bedeutung soll man dem Ganzen beimessen? Ist das wirklich so wichtig? Ja. Dieses Papier wird tonangebend sein.
 
der reporter: Vielen Dank für das Gespräch. (gm)
 
Workshop-Termine:
9. Dezember 2019 Scharbeutz: 18 bis 21 Uhr im Kurparksaal
10. Dezember 2019 Sierksdorf: 18 bis 21 Uhr im Haus des Gastes
14. Januar 2020 Neustadt: 18 bis 21 Uhr in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule


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