Kristina Kolbe

Hör.Spiel Museum auf Kultur Gut Hasselburg

Bilder

Hasselburg. Wie hört es sich an, wenn jemand in Eile aufbricht, die Tür aufreißt, über einen Kiesweg zum Auto rennt, den Motor startet und losfährt? Diesen Ablauf als Bild im Kopf zu erzeugen, ausschließlich mithilfe von Tonaufnahmen, ist das täglich Brot von Hörspielproduzentin Heikedine Körting. „Wenn man die Szene nur hört und nicht sieht, muss das Geräusch so gut getroffen sein, dass das Bild dazu von allein im Kopf entsteht“, weiß die Produzentin, die sich schon immer für die Entstehung von Tönen und Geräuschen begeistern konnte.
 
Viele Hörspielfans teilen diese Leidenschaft und bekommen nun die Möglichkeit, selbst einmal hinter die Kulissen zu schauen. Denn ab sofort können Groß und Klein im Hör.Spiel Museum auf dem Kultur Gut Hasselburg die Welt der drei Fragezeichen, Fünf Freunde, TKKG und vielen weiteren Kindheitsheld*innen aus der Europa-Familie erleben.
 
An unterschiedlichen Stationen können die Besuchenden Geräusche erzeugen, sich im Timing bei der Synchronisation versuchen und sogar ein eigenes Hörspiel aufnehmen und vertonen. Für die Fans der Europa-Hörspiele hat Heikedine Körting einige Schätze aus ihrem Archiv öffentlich zugänglich gemacht und einen ganzen Raum mit Artikeln aus ihrer Welt ausgestattet, die so manchen Fan mitreißen werden. Darunter befinden sich, neben zahlreichen Gegenständen mit denen bestimmte Geräusche erzeugt werden können, auch viele Kassetten und Fanartikel, Preise und goldene Schallplatten. Besonders stolz ist die Königin der Hörspiele auf den Eintrag im Guinnesbuch der Rekorde. „Den habe ich als erfolgreichste Märchentante der Welt bekommen“, schmunzelt Heikedine Körting. Dank vonseiten der Produzentin ging vor allem an die Stahlberg-Stiftung und Initiatorin Sandra Keck, aber auch an die Gemeinde Altenkrempe, denn Bürgermeister Hans-Peter Zink schaut dem neuen Angebot freudig entgegen. „Das Gut Hasselburg lebt von der Musik und jetzt auch für die junge Generation“, so der Bürgermeister am Eröffnungstag und spricht auch von einem großen Anlaufpunkt weit über die Landesgrenzen hinaus.
 
Zu verdanken ist die Idee und die Umsetzung der Ausstellung Initiatorin Sandra Keck. Die Regisseurin und Schauspielerin hatte das Gut Hasselburg kennengelernt, als sie bei einem hier aufgeführten Musical Regie führte. Als die Frage nach einer guten Idee für das „Kuhhaus“ auftrat, kam Sandra Keck der Geistesblitz. Da auch die Stahlberg Stiftung von der Idee des Hörspiel-Museums überzeugt war, konnte sie das Zepter in die Hand nehmen und eine rundum kindgerechte und gelungene Ausstellung auf die Beine stellen, die die Stahlberg-Stiftung komplett finanzierte.
 
Neben interessanten Fakten zur Geschichte des Hörspiels gibt es zahlreiche interaktive Stationen, die alle Sinne fordern. Im Hör.Spiel Museum heißt es deshalb „Anfassen erwünscht“ und so warten die Ausstellungsstücke darauf von den Besuchenden immer samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr zu den regulären Öffnungszeiten, oder zum Beispiel für Schulklassen, Gruppen oder Kindergärten nach Terminabsprache über hoer.spiel@hasselburg.de ausprobiert zu werden. (ko)


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