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Kristina Kolbe

Zuhör-Kiosk am Markt feiert 3. Geburtstag

Mirko Spieckermann besuchte die fünf ehrenamtlich aktiven Frauen im Zuhör-Kiosk und sprach vor allem Initiatorin Marina Meißner (3. v. re.) seinen Dank aus.

Mirko Spieckermann besuchte die fünf ehrenamtlich aktiven Frauen im Zuhör-Kiosk und sprach vor allem Initiatorin Marina Meißner (3. v. re.) seinen Dank aus.

Bild: Kristina Kolbe

Neustadt in Holstein. Direkt an der Bushaltestelle am Marktplatz im Herzen von Neustadts Innenstadt liegt der Zuhör-Kiosk. Ein Raum für alle, denen etwas auf dem Herzen liegt, die ein offenes Ohr brauchen, sich einsam fühlen oder einfach mal reden wollen. Das Angebot wird von hauptsächlich fünf Frauen ermöglicht, die Woche für Woche zu den Öffnungszeiten vor Ort sind und mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch kommen.

Der Zuhör-Kiosk richtet sich an alle Menschen. Jeder, der das Gefühl hat einfach mal an einem neutralen Ort und ohne Wertung oder Konsequenzen ein Gespräch über persönliche Dinge führen zu wollen, findet dort ein offenes Ohr. Ob der Streit mit der besten Freundin, Kummer mit den Eltern, Sorgen um die Kinder oder Trauer um einen geliebten Menschen, all das sind Themen, mit denen sich Männer und Frauen allen Alters allein fühlen können.

Um diese Menschen abzuholen und ihnen einen Raum für ihre Gedanken zu geben, hat Marina Meißner vor drei Jahren den Zuhör-Kiosk ins Leben gerufen. Ursprünglich, um während der Pandemie die Einsamkeit zu lindern. Doch wie sich gezeigt hat, ist der Gesprächsbedarf auch drei Jahre später vorhanden und die ehrenamtlich engagierten Frauen hören weiterhin zu.

Viele seien neugierig und schauen mal rein. Fragen „was macht ihr hier?“. Das sind häufig Einstiege in dann immer tiefer gehende Gespräche. Einige kommen immer wieder und werden durch die Zuhörerinnen durch schwierige Lebensphasen regelrecht begleitet. Andere kommen nur einmal und nutzen den Zuhör-Kiosk als Einstieg zu anderen Hilfsangeboten.

„Wir geben Anregungen, helfen und vermitteln. Wir sind für viele ein kleiner Anker“, erklären die Frauen, die um die Anonymität zu wahren nicht beim Namen genannt werden möchten. Denn der Zuhör-Kiosk bewahrt die Geheimnisse. Niemand muss sich vorstellen und verraten wer er ist, oder wo er herkommt.

„All das trägt auch dazu bei, dass hier ein niederschwelliges Angebot für Menschen geschaffen wurde, die in irgendeiner Form Hilfe benötigen und das an einem Standort, der für alle sichtbar ist“, erklärte Bürgermeister Mirko Spieckermann bei seinem Besuch zum 3. Geburtstag der Einrichtung. Er hat vor drei Jahren den Raum zur Verfügung gestellt und freut sich, dass an diesem Standort nun ein so sinnvolles Angebot seinen festen Platz gefunden hat.

Wer ebenfalls jemanden zum Reden sucht oder den Zuhör-Kiosk einfach mal kennenlernen möchte, ist zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen und kann ohne Anmeldung einfach vorbeischauen.

Weitere Zuhörerinnen und Zuhörer werden ebenfalls gebraucht. Wer also zu den Öffnungszeiten Zeit hat und ehrenamtlich Menschen zuhören möchte, kann sich gern unter Tel. 0176/95670848 bei Marina Meißner melden.

Die Öffnungszeiten

Der Zuhör-Kiosk ist im Sommer immer dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr besetzt. Im Winter ist er dienstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. (ko)


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