Alexander Baltz

Impfstoffe und Nebenwirkungen im Überblick

Das sagt das Robert-Koch-Institut

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Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit kann die Impfung zunächst nur bestimmten Personengruppen angeboten werden.

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit kann die Impfung zunächst nur bestimmten Personengruppen angeboten werden.

Berlin. Derzeit arbeiten Forschende an mehr als 150 möglichen Impfstoff-Kandidaten. Zwei Impfstoffe sind in der EU bereits zugelassen (von Moderna und BioNTech/Pfizer). Alle Impfstoffkandidaten basieren auf dem Grundprinzip, unserem Immunsystem Teile (Antigene) des SARS-CoV-2 zu präsentieren, sodass eine Immunität gegenüber dem Erreger aufgebaut werden kann. Die unterschiedlichen Kandidaten nutzen dabei sehr verschiedene Antigeneteile und Ansätze. Dabei gibt es drei Hauptentwicklungslinien: Impfstoffe mit Vektorviren (harmlose Trägerviren), Totimpfstoffe mit Virusproteinen oder mRNA/DNA-Impfstoffe.
 
 
mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Ausgehend von der mRNA werden nach Verimpfung in Körperzellen Proteine hergestellt, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen. Beide mRNA-Impfstoffe, die in der EU und somit in Deutschland am 21. Dezember (BioNTech) und 6. Januar (Moderna) zugelassen wurden, waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv und werden zum Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung empfohlen. Ein Unterschied besteht hinsichtlich des Anwendungsalters. Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen, der Impfstoff von Moderna erst ab dem Alter von 18 Jahren. Eine begonnene Impfserie soll mit dem gleichen Impfstoffprodukt komplettiert werden. Welche Impfung konkret angeboten wird hängt mit der Verfügbarkeit vor Ort ab.
 
Im Februar soll ein weiterer Impfstoff der Firma AstraZeneca dazukommen (Vektor-Impfstoff). Die Studiendaten zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den COVID-19-geimpften Teilnehmer*innen um 95 Prozent geringer war als bei den Placebo-geimpften. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, also wie lange der Impfschutz besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Zudem ist noch nicht geklärt, in welchem Maße die Erregerübertragung durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird. Es wird empfohlen, die zweite Impfstoffdosis in einem Mindestabstand von 21 (BioNTech) beziehungsweise 28 (Moderna) Tagen und nicht später als 42 Tage nach der ersten Impfstoffdosis zu verabreichen. 14 Tage später sollte der Immunschutz vollständig aufgebaut sein.
 
 
Nebenwirkungen
 
Wie bei jeder Impfung können auch nach einer COVID-19-Impfung Impfreaktionen auftreten, der Nutzen einer Impfung überwiege laut Robert-Koch-Institut jedoch bei weitem die Risiken. Die beiden mRNA-Impfstoffe (von BioNTech/Pfizer und Moderna) werden hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit als gleichwertig beurteilt. Die häufigste lokale Reaktion war Schmerzen an der Einstichstelle. Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen die häufigsten Ereignisse. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener als nach der zweiten Impfdosis auf. In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden wenige Gesichtslähmungen beobachtet, deren Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte. (red/ab)


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