

Für immer jung bleiben und niemals sterben. Diesen Wunsch hegen viele Menschen. Dementsprechend befindet sich die Forschung auf Hochtouren, wenn es um den Alterungsprozess geht. Noch ist es ihr aber nicht gelungen, diesen vollständig entschlüsseln und dementsprechend auch verlangsam oder sogar stoppen zu können. Dennoch hat die Wissenschaft bereits einige Erkenntnisse rund um das Altern gewonnen und durchaus Maßnahmen identifiziert, um dieses positiv zu beeinflussen.
Telomere spielen eine Schlüsselrolle beim Altern
Ganz haben sie die Rolle der Telomere zwar noch nicht durchschaut, doch die Forscher sind sich mittlerweile sicher, dass diese beim Altern eine Schlüsselrolle einnehmen. Bei den sogenannten Telomeren handelt es sich um eine Art "Schutzkappen", welche über den Enden der Chromosomen liegen. Bei der Zellteilung, die bekanntlich im Körper stattfindet, wird immer wieder die DNA kopiert. Allerdings geht jedes Mal ein Stück von den Telomeren verloren. Sind diese irgendwann zu kurz, kommt es bei der Zellteilung vermehrt zu Störungen beim Kopieren der DNA. Es entsteht also ein Verlust an Erbinformationen und genau dieser führt zum Alterungsprozess, wie er bei jedem Menschen früher oder später zu beobachten ist. Der konkrete Zeitpunkt, ab wann diese Alterung einsetzt, schwankt aber je nach Person und sogar je nach Zelle. Aus diesen Erkenntnissen lässt sich aber ableiten, dass die Alterung später eintritt und langsamer voranschreitet, je länger diese Telomere (noch) sind.
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Telomere
Die Länge der Telomere variiert bereits bei der Geburt. Sein Erbgut prädestiniert einen Menschen also für ein schnelleres oder eben langsameres Altern. So konnten die Forscher zum Beispiel herausfinden, dass Kinder tendenziell längere Telomere besitzen, wenn sie ältere Väter haben. Trotzdem gibt es viele äußere Faktoren, welche im Laufe des Lebens dazu führen können, dass die Telomere schneller abgebaut werden. Selbst, wer also zu Beginn längere "Schutzkappen" hatte, kann dementsprechend Personen mit kürzeren Telomeren überholen. Wichtiger als die Rolle des Erbguts ist daher die Lebensweise, wenn es um den Alterungsprozess geht - so jedenfalls lautet die aktuelle Annahme in der Wissenschaft. Nachteilig beeinflusst wird der Zellteilungsprozess zum Beispiel durch Rauchen, eine schlechte Ernährung, einen Bewegungsmangel oder weitere ungesunde Angewohnheiten. Im Umkehrschluss ist das aber eine gute Nachricht, denn sie bedeutet: Der Alterungsprozess kann tatsächlich beeinflusst werden. Zwar gelingt es (noch) nicht, diesen vollständig zu stoppen. Doch jeder Mensch kann Maßnahmen ergreifen, um langsamer und gesünder zu altern.
Länger leben und gesünder bleiben: Telomere geben Hoffnung
Solche Maßnahmen können somit helfen, die Telomere länger zu erhalten und dadurch die Zellen zu schützen. Sobald diese nämlich nicht mehr durch die "Kappen" geschützt sind, haben sie zunehmend Probleme mit dem Abspulen ihres genetischen Programms. Dies zieht nicht nur das Problem nach sich, dass Erbinformationen verloren gehen und der Mensch (schneller) altert. Sondern auch zahlreiche Krankheiten können bei einer solchen fehlerhaften beziehungsweise unvollständigen Kopie der DNA entstehen. Krebs ist dafür das beste Beispiel: Rund um Krebszellen und die Telomere gibt es zahlreiche Studien. Diese kamen zu der spannenden Erkenntnis, dass die sogenannte Telomerase bei der übermäßigen Zellteilung, die bei einer Krebserkrankung stattfindet, eine entscheidende Rolle spielt. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das bei Krebszellen in ungewöhnlich hoher Konzentration festgestellt wurde. Normalerweise hemmt die Telomerase die Zellteilung aber und damit den Alterungsprozess der Zellen. Sie wird deshalb auch gerne "Unsterblichkeitsenzym" genannt. Sollte es den Wissenschaftlern also gelingen, gezielt mit dieser Telomerase zu arbeiten, könnte dadurch vielleicht eines Tages eine Krebserkrankung geheilt oder das Altern aufgehalten werden.
Aktiv dem Alterungsprozess entgegensteuern
Solche Szenarien sind zwar noch Zukunftsmusik, doch die Forschungsergebnisse reichen bereits aus, um zu einem langsameren sowie gesünderen Alterungsprozess beizutragen. Wie bereits erwähnt, gibt es nämlich Maßnahmen, welche den Studien zufolge die Telomere schützen können. Das bedeutet ein geringeres Risiko für Erkrankungen wie Krebs und ein längeres Leben mit weniger "optischen" Spuren des Alterns - was ebenfalls vielen Menschen wichtig ist. Sowohl im Inneren als auch im Äußeren lassen sich also positive Effekte erzielen. Zu diesen Maßnahmen gehören:
Fazit
Dass der Alterungsprozess eines Tages gestoppt werden könnte, erscheint angesichts der neuesten Forschungserkenntnisse durchaus realistisch. Noch ist es bis dahin aber ein weiter Weg. Trotzdem ist das Wissen um das Altern und die Maßnahmen, welche dieses verlangsamen können, in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Jeder Mensch hat also ein Stück weit selbst in der Hand, wie schnell und gesund er altert. Schon simple Veränderungen in den Gewohnheiten können große Effekte erzielen und die gesunde Lebenszeit verlängern. Die Telomere bieten außerdem ein spannendes Forschungsfeld für die Zukunft.
Sie konnten sogar einige Weisheiten bestätigen, die sich bereits in der Vergangenheit hartnäckig gehalten haben - für die es aber bislang an Beweisen fehlte. Dass Sonnenbrände schneller altern lassen, gehört ebenfalls dazu wie der Mythos um das "Methusalem-Gen". Dieses bezeichnete schon früher jene Menschen, die ungewöhnlich alt wurden. Dazu gehörte zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe mit seinen 82 Jahren, die zu damaliger Zeit überdurchschnittlich waren. Heutzutage lässt sich also behaupten: Vermutlich hatte er sehr lange Telomere und eine entsprechende Lebensweise. Und auch, dass gewisse Vital- und Nährstoffe sich positiv auf das Altern auswirken, ist schon lange bekannt. Spannend bleibt dennoch, welche weiteren Erkenntnisse und Erklärungen die Zukunft rund um die Telomere sowie das Altern im Allgemeinen bringen wird.