

Osteebad Kellenhusen. Es war ein Neujahrsempfang, der Mut machte. Am vergangenen Sonntag füllte sich das Diekhuus in Kellenhusen mit Stimmen, Lachen und spürbarer Zuversicht, als Bürgermeister Stefan Schwardt die Kellenhusenerinnen und Kellenhusener sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Ehrenamt und Nachbargemeinden zum Neujahrsempfang begrüßte. Trotz globaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten stand an diesem Vormittag eines im Mittelpunkt: der starke Zusammenhalt in der Gemeinde.
Unter den Gästen befanden sich Bundestagsabgeordneter Sebastian Schmidt sowie Landtagsabgeordneter Peer Knöfler. Auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Touristiker aus Grömitz und Dahme waren der Einladung gefolgt. Begonnen wurde der Neujahrsempfang mit einer Andacht durch Pastor Burkhard Kiersch.
Ehrenamt als Herzschlag der Gemeinde
Besonders begrüßt wurden die vielen Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, Verbände und Organisationen. Ob Feuerwehr, Sport, Tourismus, Soziales oder Kultur – sie alle bilden das Fundament des gesellschaftlichen Lebens in Kellenhusen. Musikalisch sorgte die Band „Frühstücks Beat“ für eine stimmunsvolle Atmosphäre.
2025: Viel geschafft trotz schwieriger Zeiten
In seiner Rede betonte Bürgermeister Schwardt, dass die Welt weiterhin von Konflikten, wirtschaftlicher Unsicherheit und lähmender Bürokratie geprägt sei. Umso wichtiger sei es, den Blick auf das zu richten, was vor Ort gestaltet werden kann. Hier habe Kellenhusen im vergangenen Jahr viel erreicht. Ein sichtbares Symbol dafür ist der neu gestaltete Ortseingang: Wo früher wenig Aufenthaltsqualität herrschte, lädt heute eine parkähnliche Fläche mit Wegen, Pflanzinseln und bald auch Sitzbänken zum Verweilen ein. Neue Beleuchtung in der Waldstraße, moderne Bushaltestellen, barrierefreie Umbauten am ZOB, zusätzliche E-Ladesäulen und überdachte Fahrradabstellplätze zeigen, dass Schritt für Schritt an einer zukunftsfähigen Infrastruktur gearbeitet wird.
Dorfkümmerei und Sparkassengebäude
Thema Dorfkümmerei: Mit Christine Geppert und Diethart Mill hat Kellenhusen nun zwei feste Ansprechpartner, die zuhören, helfen und vernetzen. „Die Dorfkümmerei lebt vom Mitmachen“, betonte der Bürgermeister und traf damit den Kern dessen, was Kellenhusen ausmacht.
Ein weiterer Meilenstein: der Kauf des ehemaligen Sparkassengebäudes durch die Gemeinde. Damit sicherte Kellenhusen nicht nur den Geldautomaten, sondern gewann Gestaltungsfreiheit im Ortskern für Wohnungen, Büros, Begegnung und zukünftige Ideen. „Wir entscheiden jetzt selbst, wie unsere Mitte aussieht“, so Schwardt.
Aufatmen bei der ärztlichen Versorgung
Große Erleichterung herrschte im vergangenen Herbst, als Gerüchte über eine Praxisschließung die Runde machten. Heute ist klar: Die medizinische Versorgung bleibt gesichert. Dank des Engagements zweier Kellenhusener konnte die Praxis übernommen und zum Jahresbeginn 2026 nahtlos weitergeführt werden.
2026: Feuerwehr, Gästezentrum und bezahlbarer Wohnraum
Mit sichtbarem Stolz kündigte der Bürgermeister die Genehmigung für den Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses an – ein lange erwarteter Schritt für die Sicherheit im Ort. Gleichzeitig dankte er den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr für ihren unermüdlichen Einsatz.
Als „Herzensprojekt“ bezeichnete Schwardt das neue Gästezentrum. Nach über 25 Jahren Planung liegt nun eine genehmigte Bauplanung und ein Förderbescheid über 17,4 Millionen Euro (75 Prozent der Gesamtsumme) vor. Ein Projekt, das Kellenhusens touristische Zukunft nachhaltig prägen wird. Auch der bezahlbare Wohnraum bleibt auf der Agenda: Auf der Holzkoppel sollen weitere Wohnungen für Menschen, die dauerhaft in Kellenhusen leben und arbeiten, entstehen.
Solide Finanzen, großer Optimismus
Der Haushalt 2026 schließt mit einem Überschuss von rund 156.000 Euro. Investitionen in Schule, Katastrophenschutz, Feuerwehr, Straßen, Wirtschaftsförderung und Infrastruktur sind gesichert. Für Bürgermeister Schwardt ist das ein klares Signal: „Wir stehen finanziell solide da und können gestalten.“
Zum Abschluss wünschte er Einheimischen und Gästen ein gesundes, zufriedenes und gemeinschaftliches Jahr 2026.
Tourismusleiter Raymond Kiesby
„Wir können in Kellenhusen in 2026 einen großen Schritt nach vorne machen“, betonte Tourismusleiter Raynond Kiesby. Er stellte einen detaillierten Plan zum „Neuen Gästezentrum“ vor: Die Abbrucharbeiten sollen erst nach der Hochsaison im September/Oktober beginnen. Im Anschluss folgt die Baustelleneinrichtung und die Verfüllung des ehemaligen Freibades. Weiter geht es mit dem Abriss des Kursaals und der ehemaligen Kurverwaltung, das Diekhuus bleibt bestehen. Anfang 2027 soll mit dem Hochbau begonnen werden. Mit der Fertigstellung rechnet Kiesbye im Sommer/Herbst 2028. „Wir müssen als Tourismusort wettbewerbsfähig bleiben“, meinte der Tourismusleiter, der auch für das neue Jahr einen bunten Blumenstrauß von fast 1.000 Veranstaltungen versprach.
Beate Ruge: Ehrung für besondere Verdienste um die Gemeinde
Beate Ruge lebt seit über 50 Jahren in Kellenhusen und hat in dieser Zeit das Gemeinwohl der Gemeinde gefördert. Ihr jahrzehntelanges Engagement ist geprägt von Kontinuität, Verlässlichkeit und einer tiefen Verbundenheit mit den Menschen vor Ort.
Als ehemalige Mitarbeiterin der Kirchengemeinde und Küsterin hat Beate Ruge den Ruhestand nie wirklich angetreten. Vielmehr setzt sie bis heute mit persönlichem Einsatz das fort, was ihre Persönlichkeit auszeichnet: Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein, Kreativität sowie die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, zu unterstützen und zu begleiten.
Ihr ehrenamtliches Wirken innerhalb der Kirchengemeinde ist vielfältig. Sie organisiert und begleitet den monatlichen Frauenkreis, singt aktiv im Kirchenchor und leitet Plattdeutsch-Runden in der Kirche. Darüber hinaus bringt sie wöchentlich den Kindern im Kindergarten die plattdeutsche Sprache näher und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Kultur und Tradition. Auch über die kirchliche Arbeit hinaus engagiert sich Beate Ruge für das Gemeinwohl. Jeden Freitag bietet sie ein kostenloses Yoga-Angebot an. Vor drei Jahren gründete sie den monatlichen Tanztee. Aus den hierbei eingeworbenen Spenden konnte sie jüngst 700 Euro an den Kinderschutzbund übergeben.
Über Jahrzehnte hinweg sammelte sie Spenden für Projekte in Tansania und organisierte Kleidermärkte auf der Promenade. Bereits in den 1980er Jahren engagierte sich Beate Ruge als Gemeindevertreterin. Bis heute ist sie zudem im Vorstand des DRK-Ortsverbands tätig.
Bürgermeister Stefan Schwardt: „Die Gemeinde Kellenhusen würdigt Beate Ruge als ein außerordentlich wertvolles Mitglied, dessen selbstloser Einsatz das soziale, kulturelle und gemeinschaftliche Leben nachhaltig geprägt hat. Ihr Wirken ist ein herausragendes Beispiel für gelebtes Ehrenamt und vorbildliches bürgerschaftliches Engagement.“ (mg)



