Kurz nachgefragt: Was hat es mit dem Baugerüst neben der Stadtbrücke auf sich?
Neustadt in Holstein. Schon wieder ein Baugerüst an der Hafenwestseite, das bei unseren reporter-Leserinnen und -Lesern Fragen aufwirft. Zuletzt hatten viele über den Zaun spekuliert, der im Bereich vor dem Haus der Manufakturen aufgebaut ist. Dieser wurde als Sicherheitsanforderung für die gewerbliche Nutzung des Kommunalhafens durch die Stadtwerke Neustadt in Holstein (SWNH) aufgestellt und kann bei Bedarf auf- und abgebaut werden. Darüber hatten die Stadtwerke am 29. August in einer Anzeige im reporter aufgeklärt. Nun ist erneut eine Absperrung eingerichtet worden. Dieses Mal direkt neben der Hafenbrücke. Zusätzlich wurde ein Baugerüst aufgestellt. Wir haben beim Bauamt kurz nachgefragt, was es damit auf sich hat.
Stellvertretender Bauamtsleiter Conrad Rieger erklärte im Gespräch mit dem reporter, dass es sich bei der derzeit laufenden Baumaßnahme um die Erhöhung der Kaikante im Rahmen des zweiten Bauabschnitts der „Freianlagen Hafenwestseite“ handelte. Die Kaikante soll um 60 Zentimeter angehoben und damit auf die gleiche Ebene der gegenüberliegenden Seite gebracht werden, um die zukünftige Fußgängerbrücke ohne Gefälle bauen zu können. Das Gerüst dient als Sicherheitsmaßnahme für die Arbeitskräfte.
Im Anschluss an diesen Arbeitsschritt wird eine Stufenanlage mit Sitzgelegenheiten gebaut, um die Höhenunterschiede zum Platz davor auszugleichen. Das könne dann so ähnlich aussehen wie die Stufenanlage an der Lübecker Drehbrücke, beschreibt Conrad Rieger. Der Kugelbrunnen wird für diese Umsetzung weichen müssen. Der obere Teil soll laut Bürgermeister Mirko Spieckermann abgebaut und beim Bauhof gelagert werden.
Dass die Kaikante zur Vorbereitung auf die Fußgängerbrücke angehoben wird, bedeutet jedoch nicht, dass diese in naher Zukunft auch gebaut werden kann. Zuerst muss der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) die Hafenbrücke erneuern (der reporter berichtete). Laut Verwaltung habe der LBV den Baustart für frühestens Anfang 2029 angekündigt. Solange muss auch die Fußgängerbrücke noch auf sich warten lassen.
Ein kleiner Lichtblick: Nachdem im Januar dieses Jahres noch von einer Umleitung über die Autobahn die Rede war, prüft der LBV nun doch eine verkehrsfreundlichere Möglichkeit, nämlich die ursprüngliche Idee der Stadt, das Fundament der Fußgängerbrücke so anzulegen, dass diese auch als provisorische Brücke für den Kraftverkehr genutzt werden kann. Damit wäre für eine Umleitung unmittelbar neben der Hafenbrücke gesorgt. Anschließend soll das Fundament für die städtische Fußgängerbrücke genutzt werden. Ob diese Idee auch umgesetzt werden kann, wird nun in einer Machbarkeitsstudie durch den LBV geprüft. (ko)

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