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Neue Perspektive für die Bäderbahn

(Symbolfoto)

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Bild: Adobe Stock

Eutin. Für die Bäderbahn zwischen Ratekau und Neustadt gibt es eine neue Perspektive: Das Land Schleswig-Holstein plant inzwischen, die bestehende Strecke auch nach Inbetriebnahme der neuen Schienenanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung weiter zu betreiben und zu elektrifizieren. Die neuen Planungen wurden im August im Projektbeirat zur Festen Fehmarnbeltquerung vorgestellt. Danach soll die Bäderbahn ab Ratekau getrennt von der Neubaustrecke weitergeführt werden. In Haffkrug ist ein neuer Bahnhof an der Neubaustrecke vorgesehen. Neustadt soll weiterhin über die Bäderbahn angebunden werden.

 

„Die Bäderbahn ist wieder Teil der Zukunftsplanung für den Schienenverkehr in Ostholstein. Das ist eine gute Nachricht für unseren Kreis und zeigt, wie wichtig es ist, dass die betroffenen Kommunen, der Kreis und weitere Partner gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt Landrat Timo Gaarz. „Dass das Land nun den Weiterbetrieb und sogar die Elektrifizierung plant, hat die Ausgangslage deutlich verändert. Davon können die Menschen in unseren Küstenorten und die gesamte Region profitieren. Gleichzeitig sind noch wichtige Fragen offen. Jetzt kommt es darauf an, die nächsten Schritte zu konkretisieren und insbesondere die Finanzierung der erforderlichen Infrastruktur zu klären.“

Die neue Planung stellt eine deutliche Veränderung gegenüber dem bisherigen Planungsstand dar. Noch im vergangenen Jahr war vorgesehen, den Nahverkehr nach Fertigstellung der neuen Schienenanbindung vollständig auf die Neubaustrecke zu verlagern. Der Kreis hatte sich wiederholt mit der Frage der Bäderbahn befasst und sich gemeinsam mit den betroffenen Kommunen für den Erhalt eines attraktiven Schienenangebots entlang der Ostseeküste eingesetzt. Bereits seit Jahren gehört der Erhalt der Bäderbahn deshalb zur Position des Kreises. Der Kreistag hatte sich unter anderem im Zusammenhang mit der Stellungnahme zur Schienenanbindung mit dem Thema befasst. Der Kreis und die IHK zu Lübeck hatten zudem bereits 2015 einen Fachbeitrag zum möglichen Erhalt der Bäderbahn vorgelegt.

 

Der neuen Planung vorausgegangen ist ein längerer Dialog zwischen den betroffenen Kommunen, dem Kreis Ostholstein und der Hansestadt Lübeck. Gemeinsam mit weiteren Akteuren wurden konkrete Vorschläge für die künftige Ausgestaltung entwickelt. Im August wurden diese Fragen im Projektbeirat erneut mit dem Land und der DB InfraGO beraten. Die nun vorgestellte Planung greift zentrale Forderungen der Region auf.

„Entscheidend ist jetzt, dass aus der neuen Perspektive auch eine tragfähige Lösung für die Praxis wird“, betont Gaarz. „Dazu gehören gute Umsteigemöglichkeiten, eine leistungsfähige Verknüpfung mit der neuen Strecke und eine Infrastruktur, die einen verlässlichen Betrieb ermöglicht. Die Region hat ihre Vorstellungen dazu klar formuliert. Dass das Land für diese Vorschläge offen ist, gibt uns eine gute Grundlage für die nächsten Gespräche.“

 

Nach den derzeitigen Planungen des Landes soll unter anderem auf den bislang vorgesehenen neuen Bahnhof Scharbeutz an der Neubaustrecke verzichtet werden. In Haffkrug dagegen ist stattdessen ein neuer Bahnhof an der Neubaustrecke vorgesehen. Die Region setzt sich darüber hinaus weiterhin für infrastrukturelle Verbesserungen ein: Dazu gehören eine zusätzliche Bahnsteigkante und eine kreuzungsfreie Einfädelung in Ratekau, eine Heranführung der Bäderbahn an den neuen Bahnhof Haffkrug zur Schaffung von Umsteigemöglichkeiten zwischen Zügen auf der Bäderbahn und der Neubaustrecke sowie die Beibehaltung der bisher von der DB geplanten Verbindungsspange von der Neubautrasse zur Stichstrecke nach Neustadt. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, beide Strecken sinnvoll miteinander zu verknüpfen und ein attraktives Nahverkehrsangebot auf der Schiene zu ermöglichen.

Für die Region geht es dabei auch um die künftige Erreichbarkeit der Ostseeküste. Eine leistungsfähige Schienenanbindung verbindet die Küstenorte untereinander und mit Lübeck und ist damit für die weitere Entwicklung der Region von Bedeutung.

 

Mit der neuen Planung beginnt zugleich die nächste Phase. Das Land hat signalisiert, die gemeinsamen Vorschläge der Region unterstützen zu wollen. Für die Finanzierung der erforderlichen Baumaßnahmen sind nach den bisherigen Angaben Gespräche mit dem Bund über Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz erforderlich. Dafür wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes, der NAH.SH, der DB InfraGO, des Kreises und der betroffenen Kommunen eingerichtet.

„Jetzt kommt es darauf an, die neue Planung gemeinsam weiterzuentwickeln und die offenen Fragen zu klären. Der Kreis wird sich dabei weiterhin konstruktiv einbringen und die Interessen Ostholsteins vertreten“, so Landrat Gaarz. (red)


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