

Schönwalde am Bungsberg. Für die Bürgerinnen und Bürger der Bungsberggemeinde Schönwalde sowie für alle, die die Ortsdurchfahrt nutzen, steht erneut eine Geduldsprobe an. Nach den umfangreichen Arbeiten zur Erneuerung der Trinkwasserleitungen und sämtlicher Trinkwasserhausanschlüsse, die von Juni 2024 bis November 2025 für erhebliche Einschränkungen gesorgt haben, steht nun die nächste Großbaumaßnahme bevor: die vollständige Erneuerung der Fahrbahn der Landesstraße L 57 im Bereich der Ortsdurchfahrt Schönwalde.
„Das wird eine riesige Belastung für alle Beteiligten“, machte Bürgermeister Olaf Schöning auf einer Informationsveranstaltung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) deutlich. Zugleich appellierte er an das Verständnis und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Geduld könne diese herausfordernde Zeit gemeinsam bewältigt werden.
Umfangreiche Sanierung dringend erforderlich
Die Ortsdurchfahrt der Gemeinde Schönwalde im Verlauf der L 57 ist sanierungsbedürftig, weil der gebundene Fahrbahnoberbau, der Asphalt, starke Risse aufweist. Außerdem ist er nicht mehr frostsicher. Das bedeutet in Summe, dass die Tragfähigkeit der Straße bei der vorhandenen Verkehrsbelastung nicht mehr ausreichend ist.
Parallel zur Fahrbahnerneuerung führt die Gemeinde Schönwalde umfangreiche Arbeiten durch. Diese beinhalten die Erneuerung des Regenwasserkanals und des Durchlasses am Lachsbach, Gehwegsanierungen in Teilbereichen, Erneuerung des Beleuchtungskabels, Neubau eines kombinierten Rad- und Gehwegs zwischen der Bergfelder Straße und der Einmündung Am Ruhsal sowie den Lückenschluss im Radwegenetz im Bereich der Kreuzung L 57 (Oldenburger Straße) / L 216 (Milchstraße).
Geteilte Zuständigkeiten
Vorhabenträger für die Sanierung der Landesstraße ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Für alle weiteren Maßnahmen, darunter Kanalbau, Gehwege und Beleuchtung, trägt die Gemeinde Schönwalde die Verantwortung.
Kosten
Die Kosten für die Fahrbahnerneuerung betragen etwa 3,5 Millionen Euro, finanziert durch das Land Schleswig-Holstein. Die Kosten der gemeindlichen Maßnahmen betragen etwa fünf Millionen Euro, getragen durch die Gemeinde Schönwalde.
Vollsperrung
Die Bauarbeiten beginnen am 2. Februar am Ostpreußenweg aus Richtung Kasseedorf kommend und erstrecken sich über die gesamte Ortsdurchfahrt bis zur Einmündung der L 216 in Richtung Neustadt. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist derzeit für November 2027 vorgesehen. Die Maßnahme kann aus Gründen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ausschließlich unter Vollsperrung durchgeführt werden. Trotz der erheblichen Einschränkungen soll die Erreichbarkeit der Grundstücke zumindest fußläufig jederzeit gewährleistet bleiben. Bürgermeister Schöning zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Wir werden die Einschränkungen so gering wie möglich halten.“ Er begründete seine Zuversicht unter anderem damit, dass die Arbeiten von nur einer Baufirma ausgeführt werden, was die Abläufe vereinfachen soll.
Sieben Teilabschnitte auf 1,7 Kilometern
Die Maßnahme ist in insgesamt sieben aufeinanderfolgenden Bauabschnitten untergliedert und erstreckt sich über eine Länge von rund 1,7 Kilometern. Der erste Abschnitt verläuft zwischen den Einmündungen Ostpreußenweg und Am Steinberg (280 Meter), der zweite zwischen Am Steinberg und der Walkmühle (260 Meter). Abschnitt drei erstreckt sich von der Walkmühle bis zur Bergfelder Straße (400 Meter), Abschnitt vier von dort bis zum Lachsbach (100 Meter). Der fünfte Abschnitt liegt im Bereich des Lachsbachs und endet an der Einmündung Am Ruhsal (220 Meter). Abschnitt sechs, der in den Sommerferien 2026 vorgesehen ist, umfasst den Bereich zwischen der L 216 Milchstraße und der L 216 in Richtung Neustadt (80 Meter). Der siebte und letzte Abschnitt liegt zwischen den Einmündungen Am Ruhsal und L 216 Milchstraße (380 Meter). Ab November 2026 beginnt die Erneuerung des Lachsbach-Durchlasses, des Regenwasserkanals und der Straße im Abschnitt Bergfelder Straße bis Lachsbach, die bis Ende Februar 2027 andauert.
Umleitungen
Die ausgeschilderten Umleitungen verlaufen großräumig nördlich der L 57 über die B 76, weiter über die L 174 Richtung Sielbeck, die L 163 Richtung Nüchel, die L 178 über Kirchnüchel und Bergfeld zurück zur L 57 in Schönwalde und umgekehrt. Eine zusätzliche Umleitung wird eingerichtet während der Kreuzungsbauphase (Sommerferien 2026) über Lensahn, weiter über die L 258 Richtung Harmsdorf/Hansühn sowie über die L 216 Richtung Schönwalde und umgekehrt.
Erreichbarkeit der Anliegergrundstücke
Die Erreichbarkeit der Hausgrundstücke im Baufeld ist während spezifischer Bauphasen wie Fräsarbeiten, Kanalbauarbeiten und dem Asphalteinbau nicht gegeben. In diesen Zeiträumen werden die Anwohner gebeten, ihre Fahrzeuge außerhalb der Sperrzonen zu parken.
Transparente Information und Bürgerbeteiligung
Dem LBV.SH ist bewusst, dass die neuerliche Großbaustelle eine enorme Herausforderung für die Anwohnenden darstellt. Um eine transparente und kontinuierliche Information sicherzustellen, wurde eigens ein Kommunikationsbüro eingerichtet. Dieses ist über die Internetseite www.ortsdurchfahrt-schoenwalde.de, per E-Mail unter info@ortsdurchfahrt-schoenwalde.de sowie postalisch unter Kommunikationsbüro Ortsdurchfahrt Schönwalde, Gemeinde Schönwalde, Am Ruhsaal 2, 23744 Schönwalde erreichbar.
Ab Baubeginn im Februar steht das Kommunikationsbüro zudem telefonisch montags und freitags von 9 bis 12 Uhr unter der Baustellen-Hotline 0177/4139864 für persönliche Auskünfte zur Verfügung. Ziel ist es, Fragen frühzeitig zu klären, Sorgen ernst zu nehmen und die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Informationsprozess einzubinden. (mg)



