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Hoppla, was war denn das?

Bérengère Le Boulair

Bérengère Le Boulair

Bild: E.A. Kretschmer

Oldenburg in Holstein (tw). So oder ähnlich wird so mancher Besucher des monatlich stattfindenden Kneipenkonzertes in der Kuhtorpassage in Oldenburg i.H. gedacht haben, als er den musikalischen Vortrag von Bérengère Le Boulair hörte. Offenbar ahnten schon viele Zuhörer, dass zum Kneipenkonzert etwas Besonderes in dem abendlichen Oldenburg zu hören sein würde, denn die „Bude“ war voll. In dem zu einem Studio umgebauten Café Leselampe traten drei Musikerinnen zu dem Konzert der etwas anderen Art auf. An der Cajón und dem Piano begleiteten Lin Chen und Saskia Schmidt Enders die eigentliche Protagonistin Bérengère Le Boulair sehr einfühlsam und mit der in jeder Situation angepassten Intonation. Beide Instrumentalistinnen sind musikalisch ausgebildete Musikerinnen und agieren in der Musikszene auch mit Ihren eigenen Bands. Im Mittelpunkt stand an diesem Abend aber die aus Toulouse stammende Bérengère Le Boulair mit ihrer engelsartigen Stimme. Bérengère studierte zunächst Musikwissenschaft und genoss dann ein sehr inspirierendes Violinen-Studium an der Universität Salzburg, was sie mit Auszeichnung abschloss. Danach zog sie nach Lübeck, wo sie weitere künstlerische Impulse von Daniel Sepec erhielt. Mit Violine und dem taktgebenden Stepptanz trug sie selbstkomponierte Chansons und Balladen in französischer Sprache vor dem Oldenburger Publikum vor. Da sicherlich nicht jeder Zuhörer der französischen Sprache mächtig war, erklärte Bérengère vor jedem Vortrag auf deutsch, um was es in dem Lied ging. Lebenszentrale Fragen wie Tod, Trennung, Aufbruch aber auch Liebe und Zuneigung standen im Mittelpunkt der Lieder. Jeder Zuhörer konnte sich nach den Beschreibungen von Bérengère ganz dem musikalischen Vortrag widmen. Durch die recht ruhigen, mit einem netten französischen Akzent versehenen Erklärungen und den gefühlvollen, teilweise aber auch sehr emotionalen Songs, entstand während des Konzertes eine musikalische und gefühlvolle Wellenbewegung, die auch den letzten Zuhörer ergriff. Gebannt schauten die Zuhörer während des Konzertes auf die Musikerinnen und die nett hergerichteten Räume des Café Leselampe, deren Bühne einer Konzertbox glich.

Eine Zugabe und langanhaltender Applaus waren das Ergebnis dieses wundervollen Musikabends. Wer Bérengère in einem klassischen Format sehen möchte, ist am Pfingstmontag, den 25. Mai 2026 um 19.00 Uhr ganz herzlich in die katholische Kirche St. Vicelin eingeladen. Hier wird sie in einer anderen Formation zusammen mit der Cellistin, Christiane Reiling, in ihrer ganz eigenen Art durch die Welt von Händel, Vivaldi oder Bach führen. Wir sind gespannt!


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