Frühjahrsempfang füllte Stadttheater
Oldenburg in Holstein (eb). Was liegt hinter uns, was möchten wir im laufenden Jahr auf den Weg bringen? Anhand dieser beiden Fragestellungen und dem Wunsch einfach einmal wieder herzlich „Danke!“ zu sagen, orientierte sich die Gestaltung des diesjährigen Frühjahrsempfangs der Stadt Oldenburg in Holstein durch Bürgermeister Jörg Saba und den 1. stellvertretenden Bürgervorsteher Lennart Maaß, der kurzfristig für die erkrankte Bürgervorsteherin Susanne Knees bravourös einsprang, am 1. März im Stadttheater am Kuhof. Gute Stimmung war bereits im Foyer des Theaters gegen 16 Uhr zu spüren, als fleißige Helfer die zahlreich erschienenen Gäste während eines ersten zwanglosen Gedankenaustausches mit Getränken umsorgten. Pünktlich zu 17 Uhr hatten dann alle im Obergeschoss ihre Plätze eingenommen und lauschten der Willkommensmusik „The Last Waltz“, die Justus Kruse, Kreismusikschüler und Mitglied im Orchester der Waldorfschule Lensahn, gefühlvoll auf seinem Akkordeon anstimmte. Mit Humor und Elan leitete Lennart Maaß anschließend zur offiziellen Begrüßung sämtlicher Gäste über und überließ den Mitgliedern des Bundestages Bettina Hagedorn und Sebastian Schmidt das Rednerpult für Grußworte. Frau Hagedorn verwies in diesen auf das nicht so positiv stimmende geopolitische Geschehen in einer durch politische Ereignisse Grönland und Venezuela oder ganz aktuell den Iran betreffenden atemberaubenden Zeit. Und auch der Klimawandel, der vielerorts die Menschen noch härter trifft als bei uns, bedarf der politischen Aufmerksamkeit. „Lassen Sie uns das Ehrenamt und den Zusammenhalt stärken, uns gemeinsam unterhaken und den Aufgaben stellen, dann bekommen wir das gemeinsam hin“, zeigte sich Bettina Hagedorn überzeugt und wünschte allen Anwesenden eine Extraportion Gesundheit für das laufende Jahr. Für eine positive innere Haltung warb auch Sebastian Schmidt, der das Frühlingserwachen in der Natur einem Knospen in unserem Innern, einem zuversichtlichen Aufbruch, gleichstellte und auf den Welttag des Zivilschutzes, den 1. März, zu sprechen kam. So würdigte er den Einsatz der Rettungskräfte hinsichtlich Prävention und Bevölkerungsschutz sowie ihren unermüdlichen Einsatz in Notsituationen und dem Bevölkerungsschutz. „Es geht bei diesem Einsatz um unser aller Sicherheit!“, betonte Herr Schmidt und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Notwendigkeit von Vorsorge, damit Stromausfälle wie kürzlich in Neustadt oder auch Anschläge wie beispielsweise auf das Stromleitungsnetz in Berlin nicht mehr geschehen können. Nach einer weiteren Musikeinlage folgte dann der mit Spannung erwartete Rückblick auf 2025, ein Jahr des Wandels auch in Verwaltung und Selbstverwaltung der Stadt Oldenburg in Holstein. Personelle Umstellungen betrafen beispielsweise die Kommunalen Dienste der Stadt - hier übernahm Tim Lüthans von Burkhard Naß die Werksleitung. In den Ruhestand wechselte im Mai Stadtjugendpflegerin Gaby Freitag-Ehler und Jan Stender konnte eine vakante Stelle im Bauamt besetzen. Auch im Bereich Bürgerservice konnte Oldenburg in 2025 weitere Schritte nach vorn machen, die Digitalisierung bei der Ausweiserstellung mit „Point-ID-Geräten“ für digitale Automatenfotografie und Fingerabdrücke oder auch der digitale Fischereischein sind hier Beispiele für erweiterten Kundenservice, der sich auch in familienfreundlichen Angeboten wie einer neuen Kinderecke im Rathaus spiegelt. Leider bestanden auch 2025 noch zu viele bürokratische Hürden - nicht alles, was vorgesehen war konnte umgesetzt werden und so sind auch einige Bauvorhaben nun zeitversetzt durchzuführen. Für Freude sorgte im Fachbereich 2 der Stadt immerhin der Einbau neuer Fenster und die Verlegung neuer Fußböden im Kindergarten Priesterwiese oder die Installation von Photovoltaik für 325.000 Euro auf öffentlichen Gebäuden. Im Fachbereich 3 der Stadt konnten die Errichtung von zwei Fahrradgaragen und die Aufstellung von 395 Fahrradbügeln in Angriff genommen werden, was sowohl der Umwelt als auch uns Einwohnerinnen, Einwohnern und Gästen der Stadt zugutekommt. Zum 10. April wurden dann die ersten Räume auf dem neuen Schulcampus durch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bezogen, das in diesem Jahr dem Abriss anheimfällt und Platz für Neubauten schafft, die ab 2027 entstehen. Im Wandel befindet sich mittlerweile auch die Innenstadt, hier konnte mit dem Kauf der Liegenschaft Schuhstraße 36 durch die Stadt Oldenburg eine zusammenhängende Fläche für den innerstädtischen Geschosswohnungsbau geschaffen werden. Umwelt- und Bodengutachten sind in Arbeit und auch die Planungen für einen neuen Markt zwischen Pumpenplatz und Wall sollen in diesem Jahr in ein Auftragsverfahren münden - über 60 Planungsbüros wollen an dem ausgelobten Wettbewerb teilnehmen und ihre Ausarbeitungen präsentieren. Positiv auch: Die Sanierung der Kanalisation kommt voran, Baumaßnahmen in der Burgtorstraße oder aktuell am Voßberg sowie in der Hoheluftstraße / Liliencronstraße sind hier zu nennen. Ein großer Dank gilt auch der Straßenmeisterei für Räumdienste und der bestmöglichen Beseitigung von Schlaglöchern. Außerdem sind mittlerweile alle Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Oldenburg mit Rauchmeldern versehen, was dem Brandschutz dienlich ist. Seitens der Selbstverwaltung wurde allen Mitgliedern der Blaulichtfamilien herzlich gedankt und gefordert, diesen mit mehr Respekt zu begegnen. Ebenso gab es den sinnigen Wunsch an alle im und außerhalb des Theatersaales: „Weniger meckern und dafür aktiv gestalten! Gern auch mal persönlich an öffentlichen Sitzungen teilnehmen, denn politisches Interesse über live-stream zu wahren ist schön, jedoch fehlt dann das persönliche Feedback bei der Bürgerbeteiligung.“ Weiterhin sprach Oldenburgs Bürgermeister Jörg Saba die Problematiken im Bildungsbereich bezüglich der Offenen Ganztagsschule an, diese wird in einem neuen Gebäude auf dem neuen Schulcampus untergebracht, womit der derzeitig eingerichtete Pendelverkehr für die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Jahres der Vergangenheit angehört – einen herzlichen Dank richtete der Bürgermeister bereits an den Fahrdienst. Auch der Jugendtreff in der Hoheluftstraße ist räumlich nicht mehr zeitgemäß, räumliche Alternativen in Richtung Markt werden in Konzepten erarbeitet. Und mit Blick auf die angespannte Raumsituation bei den Kindergärten sind ebenfalls Konzepte in der Entwicklungsphase, in enger Zusammenarbeit und Absprache mit den Betreibern. Mit stetig sinkenden Flüchtlingszahlen aus der Ukraine sind auch in der Vergangenheit zusätzlich bereitgestellte Unterkunftskapazitäten überflüssig geworden, in der Flüchtlingsunterkunft Lübbersdorf werden Container-Lösungen somit zurückgebaut und die dort derzeit lebenden Menschen dezentral untergebracht. Unterstützt wird auch in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Oldenburg, die mittlerweile mit Regelmäßigkeit gut 300 Einsätze jährlich ableistet. Für die stets engagierten Kameradinnen und Kameraden, die zu unserer aller Sicherheit ihr anspruchsvolles Ehrenamt bekleiden, werden beispielsweise eine Prüfeinrichtung für Atemmaske und Atemschutzgeräte im Feuerwehrgerätehaus installiert, wodurch zeitaufwändige Fahrten in die Feuerwehrtechnische Zentrale nach Lensahn entfallen, sowie ein Trocknungsschrank für Dienstkleidung eingebaut. Auch an der Barrierefreiheit im Gebäude wird weitergearbeitet. Verkehrstechnisch wird in Kürze mit der Realisierung des seit langem geplanten Kreisverkehrs an der Abfahrt Süd / B 202 begonnen. Verläuft alles nach Plan, soll das Projekt bereits im Sommer fertiggestellt sein. In der Realisierungsphase befindet sich derzeit auch die Verschmelzung der Stadtwerke Oldenburg in Holstein und der SWO Stadtwerke Oldenburg in Holstein zur Stadtwerke Oldenburg GmbH. „Hierdurch ergeben sich für die Kunden aber keinerlei spürbare Veränderungen“, führte Jörg Saba aus und gab noch einen kurzen Ausblick auf die zahlreichen Veranstaltungen des Jahres, unter anderem die Discgolf-Meisterschaften am 4. April im Stadtpark, das 3. Oldenburger Wirtschaftsforum am 17. April, den Voßberg-Tag am 9. Mai, das Kultur- und Sommerfest am 6. Juni in der Innenstadt, das Gildefest der St. Johannis Toten- und Schützengilde von 1192 e.V. vom 20. bis 24. Juni, die Jubiläumsfeier des Spielmannszugs Oldenburg vom 10. bis 13. Juli, das Schleswig-Holstein- Musikfestival am 14. August auf dem Wallmuseumsgelände, zu dem bereits der Vorverkauf gestartet ist, und vielem mehr bis hin zum Weihnachtstreff und Lichterglanz der Landwirte im Dezember. Somit gibt es viele unterschiedliche Gelegenheiten sich zu treffen und auch miteinander zu feiern, freute sich Bürgermeister Jörg Saba. Wie stets beim Frühjahrsempfang wurden auch wieder Einwohnerinnen und Einwohner geehrt, die sich im besonderen Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. So freuten sich Birgit Berend, Christa Schröder, Urselruth Rokus, Heidemarie Gabriel, Mike Frahm und Giesela Berens-Wellnitz über Urkunden, Blumen und Eintrittskarten zum Schleswig-Holstein Musikfestival im August. Die Damen gehören zum Team der Grünen Damen und Herren, die ehrenamtlich Patientinnen und Patienten der AMEOS-Kliniken Oldenburg den Klinikaufenthalt erleichtern. Sie spenden Trost, lesen vor und besorgen in enger Absprache mit dem Pflegepersonal die ein oder andere Kleinigkeit aus der Cafeteria oder Apotheke im Hause. Ein besonders denkwürdiger Moment des Tages war die Ehrung von Klaus Zorndt, der mehr als 30 Jahre als Stadtverordneter das politische Geschehen in Oldenburg begleitete und prägte. Und dass er dabei einiges zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner bewirkt hat, zeigte der lang anhaltende Beifall der zum Applaudieren aufgestandenen Anwesenden. Geehrt wurde Klaus Zorndt durch Bürgermeister Jörg Saba und den 1. stellvertretenden Bürgervorsteher Lennart Maaß mit dem Ehrenring der Stadt Oldenburg in Holstein.