

Preetz (vg). Gute Unterhaltung, ein Imbiss und warme Worte – die Feierstunde zum 80. Jubiläum des Ortsverbands Preetz im Sozialverband Deutschland (SoVD) hat eindrucksvoll bewiesen, welcher Wert in dem Verein gelebt wird: praktizierte Solidarität. Neben der Sozialberatung finden die Menschen hier auch Geselligkeit, ganz nach dem Motto „Gemeinsam statt einsam“. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass Preetz mit seinen über 3.300 Mitgliedern zu den fünf größten SoVD-Ortsverbänden in Schleswig-Holstein zählt.
Bei dem Jubelfest in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums sorgten Butler Ernst-Alfred für Humor, das Preetzer Blasorchester für wunderbare Melodien und die Niederdeutsche Bühne Preetz mit einem Sketch für viele Lacher. „Eigentlich wollten wir schon das 75. Bestehen feiern, aber das war Corona-bedingt nicht möglich“, sagte der Ortsvorsitzende Ove von Dohlen. Wie sein Stellvertreter, der langjährige Vereinschef Kurt Heese, erläuterte, wurde der Ortsverband als Allgemeiner Deutscher Rentnerverband – später Reichsbund – am 28. Februar 1946 auf Initiative von Elisabeth Fischer mit zunächst 141 Mitgliedern gegründet. Ab Ende der 1980er-Jahre hat dann Gerda Bäckler den Ortsverband geprägt. Sie war 27 Jahre Vorsitzende und hat vor allem das gesellige Angebot ausgebaut und auch Ausflugsfahrten organisiert. In den vergangenen zwölf Jahren bis 2025 hat dann Kurt Heese den Ortsverband fit für die Zukunft gemacht und die Mitgliederzahl annähernd verdoppelt. Im vergangenen Jahr konnte bereits das 3.333. Mitglied begrüßt werden.
In seiner Festansprache betonte der SoVD-Landesvorsitzende Alfred Bornhalm, dass dieses Jubiläum für acht Jahrzehnte Engagement für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, Würde und ein solidarisches Miteinander stehe. „Der Verband wurde in einer unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kaum vorstellbaren großen Not gegründet und war von Beginn an mehr als nur eine Interessenvertretung. Er war und ist ein Platz der Gemeinschaft, des Beistands und der Hoffnung. Der Ortsverband hat Menschen eine Stimme gegeben, die sonst oft nicht gehört worden wären“, so Bornhalm. Zunächst habe der Reichsbund Kriegsverletzte, Hinterbliebene und Vertriebene ganz konkret im Alltag unterstützt – „ausschließlich ehrenamtlich, hauptamtliche Strukturen entstanden erst deutlich später“. Heute seien es Menschen in der Pflege, Menschen mit Behinderungen, Rentner, Arbeitnehmer, wirtschaftlich und sozial Benachteiligte sowie Empfänger von Sozialhilfe oder Grundsicherung, die im Sozialverband solidarisch unterstützt würden.
Die große Idee, dass jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Würde habe, erfordere zwei grundlegende Voraussetzungen, betonte Bornhalm: „Zum einen soziale Sicherheit für alle Bürger, zum anderen einen gesamtgesellschaftlichen Konsens darüber, dass Solidarität kein Randthema ist, sondern ein zentraler Wert unseres menschlichen Miteinanders! Unser Verband stand Pate, als bei der Gründung der Bundesrepublik die Sozialstaatlichkeit im Grundgesetz festgeschrieben wurde. Wir haben an der Schaffung der sozialen Sicherungssysteme maßgeblich mitgewirkt“, stellte der SoVD-Chef fest. „Der Sozialstaat wird immer häufiger unsachlich angegriffen, schlechtgeredet oder gar diffamiert. Der Sozialverband stellt sich dem entschieden entgegen.“
Bürgermeister Tim Brockmann zeigte sich beeindruckt von der Mitgliederzahl vor Ort. „Von Jahr zu Jahr wird der Sozialverband Preetz lebendiger, kreativer und größer. Die hohe Nachfrage zeigt, dass Ihr Engagement gebraucht wird. Zusammenhalt ist heute wichtiger denn je“, so der Verwaltungschef. Er dankte dem ehrenamtlichen Vorstandsteam für seinen unermüdlichen Einsatz. „Ihre Bewegung ist getragen von Solidarität und dem Willen, niemanden zurückzulassen.“ Auch Stadtpräsident Hans-Jürgen Gärtner unterstrich, dass die Arbeit des Sozialverbandes Respekt verdiene und versprach: „Ich werde niemals das unterschätzen, was Sie leisten!“
Übrigens gehört das SoVD-Büro in der Schellhorner Straße zu den landesweit 16 Sozialberatungszentren des Sozialverbandes, in denen für die Mitglieder in Sachen Rente und Sozialleistungen allein 2025 etwa 5.500 Anträge begleitet sowie 5.000 Widersprüche und 1.100 Klagen vorbereitet wurden. „Hinter diesen Zahlen stehen Menschen – und der SoVD sorgt dafür, dass Recht nicht vom Geldbeutel abhängt, sondern von Gerechtigkeit“, so Alfred Bornhalm.



