Reporter Eutin

Wegen Auswirkungen der B 76-Sperrung:  Malerische Mahnung zur Vernunft

Rathjensdorf (los). Wer wäre als Anwohner nicht genervt, wenn rücksichtslose P- und Lkw-Fahrer hemmungslos durch die Gemeinde brettern? Angesichts der Auswirkungen der B 76-Sperrung hat sich das Problem in Rathjensdorf weiter ausgewachsen. Die Gefahr für die Kinder eingeschlossen. Nun fordern Plakate an den Straßenrändern Rücksicht. Warum?

Rathjensdorfs Bürgermeisterin Gertrud Henningsen hatte die Idee, die Jüngsten in der Gemeinde in ein mahnendes Malprojekt einzubinden. Die künftigen Schulkinder des Rathjensdorfer Kindergartens unter Leitung von Tanja Fischer haben den Vorschlag gerne aufgegriffen und mit Erzieherin Nicole Hertwich künstlerisch-plakativ umgesetzt. Der einfache Appell richtet sich an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer: Seit Februar säumen die Plakate aus Kinderhand die Straßen und fordern von den Fahrern umzudenken und umzulenken – nämlich auf die Umleitung.

„Wir haben sehr zunehmenden Straßenverkehr“, konstatiert die Bürgermeisterin, „weil die Gemeindestraße als Schleichweg oft genutzt wird.“ Traurig, aber wahr: „Viele fahren mit erhöhter Geschwindigkeit.“ Und das auf zum Teil ausgesprochenen Schmalspurstraßen. Ein Problem, wenn sich dort zwei Lkw entgegen kommen, für die der selbstfabrizierte Engpass zwangsläufig ein Ausweichmanöver über die seitliche Bankette bedeutet. Dabei bestehe, von berechtigten Anliegen abgesehen, ein Fahrverbot für Lkw in dem Bereich, so Henningsen. Eigentlich. Aber auch der Lassabeker Weg werde als vermeintlich kommode Abkürzung zugunsten der Fahrzeit gern eingeschlagen. Doch der ist noch enger, sagt sie. Kein Wunder, dass sich eines der großen Fahrzeuge dort unlängst festgefahren hatte, wie ihr berichtet worden sei. „Ich kriege regelmäßig Fotos von Anwohnern in Lassabek“, sagt sie. Daher versuche die Gemeinde zu erreichen, dass der Lassabeker Weg künftig nur noch von Anwohner befahren werden dürfe – „mal sehen, ob was draus wird“. Die Polizei kontrolliere die Schleichwege von Rathjensdorf regelmäßig, weiß sie: „Nichtsdestotrotz sind da immer wieder Lkw dabei, die das missachten.“ Das gefährde Fußgänger und Radfahrer. Und der Appell die ausgeschilderte Umleitung zu fahren, ist mehr als berechtigt.


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