Reporter Eutin

Auf den Spuren der Preetzer Geschichte

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Stadtführerin Anne-Kathrin Kalb und Friedhofsverwalter Detlef Beisner laden zur 34. Friedhofsführung am kommenden Mittwoch, 3. Oktober ein.  Foto: Schneider

Stadtführerin Anne-Kathrin Kalb und Friedhofsverwalter Detlef Beisner laden zur 34. Friedhofsführung am kommenden Mittwoch, 3. Oktober ein. Foto: Schneider

Preetz (los). 13 „Kampfgenossen“ ist der Gedenkstein von 1873 auf dem Alten Friedhof gewidmet. Sie waren beim Schleswig-Holsteinischen Aufstand (1846-51) im Kampf gefallen und hatten schließlich im Preetzer Lazarett ihr Leben gelassen. Für Stadtführerin Anne-Kathrin Kalb ein guter Grund, ihnen anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober im Rahmen einer Friedhofsführung einen Besuch abzustatten. Für den Stein hat 2013 die Reservisten Kameradschaft Preetz die Patenschaft übernommen. Er ist Ausgangspunkt des informativen Rundgangs entlang bedeutsamer Gräber und besonderer Gedenkstätten. Wer daran teilnehmen möchte, findet sich um 14 Uhr am Treffpunkt Friedhofskapelle, Friedhofsdamm 14 ein. Die Friedhofsführung dauert rund eineinhalb Stunden und ist kostenfrei.
Über Preetzer Prominenz, Gefallene und Verstorbene, die sich in der Schusterstadt einen Namen gemacht haben, weiß Anne-Kathrin Kalb viel zu erzählen, einschließlich zahlreicher überraschender Verknüpfungen und einer Reihe kurzweiliger Anekdoten, die der Veranstaltung den besonderen Pfiff geben. Darunter manches, das Stirnrunzeln hervorruft, anderes zum Staunen oder Schmunzeln. Die Friedhofsführung erlaubt einen etwas anderen Blick auf die Schusterstadt, die als ehemaliger „Flecken“ erst 1870 das Stadtrecht erhielt und lange Zeit unter dem Einfluss des Klosters stand. Die „Steinsche Städteverordnung“ beendete die klösterliche Obrigkeit. Sie schreibt die Selbstverwaltung der Städte durch ihre Bürger vor. Ein Einschnitt in der Preetzer Geschichte, die mit dem Kloster eng verknüpft war – weshalb Anne-Kathrin Kalb auch die „Klosterecke“ des Friedhofs aufsuchen will. Obwohl das auch das Kloster einen Friedhof besitzt, liegen hier Tote begraben, die im Kloster früher arbeiteten oder andere Beziehungen dazu hatten. Darunter der 1961 ermordete Förster Franz Bartels. Auch der durch seine Fotografien erst nach seinem Tod bekannt gewordene Preetzer Wolfgang Petonke war hier bestattet, weiß Anne-Kathrin Kalb. „Die Familie lebte im Kloster, da sein Vater dort Organist gewesen ist.“ Das Grab Petonkes besteht inzwischen nicht mehr.
Wie bei jeder Friedhofsführung sind Besuche ganz bestimmter Gräber obligatorisch: Hierzu zählt insbesondere die zentral angelegte Grabstätte des Stifters des Friedhofs, des Apothekers Gotthilf Pabst, der sich seinerzeit für den neuen Gottesacker fernab der Stadtkirche eingesetzt hatte, um die herum der Platz für Bestattungen nicht mehr ausreichte. Der Alte Friedhof wurde 1835 eröffnet und ist der einzige Friedhof mit eigener Schrankenanlage: Die war notwendig geworden, als die Eisenbahnlinie Kiel-Plön 1866 errichtet wurde. Deren Streckenverlauf wurde haarscharf am Friedhofsgelände vorbei geführt und kreuzte den Hauptweg kurz vor der Friedhofskapelle.
Auch der Grabstätte der Reventlows am „Weg der Zeitzeugen“ stattet Anne-Kathrin Kalb bei ihren Führungen gern einen Besuch ab. Der Name verbindet sich mit kriegerischen Auseinandersetzungen: Friedrich Graf Reventlow war einer der Anführer der besagten Schleswig-Holsteinischen Erhebung Mitte des 19. Jahrhunderts und von Dänemark aus diesem Grund außer Landes verwiesen worden.
Fanny von Reventlow, die bis 1866 Obergouvernante des späteren Kaisers Wilhelm II war, hat ebenfalls in Preetz Spuren hinterlassen: Das von ihrem Bruder errichtete „Fanny Stift“, der heutige städtische Kinderhort, trug früher ihren Namen.



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