Holstein am Abgrund
Kreis Plön (dif). Die KSV Holstein ist am 20. Spieltag der 2. Fußballbundesligaserie 2025/26 im Abstiegskampf voll angekommen. Nach der neuerlichen 1:2 (0:0) -Pleite gegen Greuther Fürth, das als Schlusslicht angereist war, wurde die Elf von Trainer Marcel Rapp erstmalig mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabinen geschickt. Und dies leider völlig zurecht. Als Fan der KSV Holstein muss einem angst und bange werden, wenn man sieht, wie die Elf auftritt. War das Match bei Arminia Bielefeld schon eine sehr überschaubare, ja schwache Leistung, so setzte man gegen das Kleeblatt noch eine Liga tiefer drauf. Die Führung der Gäste nach 50 Minuten durch Keller resultierte aus einem kollektiven Schlafanfall der Störche. Zwar konnte Jonas Meffert durch den Ausgleich (61.) zumindest kurzfristig für Hoffnung sorgen, doch Futkeu nahm nach seinem verwandelten Foulelfmeter (77.) dann die Punkte für die Fürther mit. Auch nach dem Rückstand sah mal keine klaren Spielanlagen, keine Ideen und kaum Tormöglichkeiten. Für die Gäste reichte es, zwei Mal vor das KSV-Gehäuse zu kommen, um ihre Tore zum Dreier zu machen. Nicht ein Akteur des Bundesligaabsteigers konnte sich auffällig mal in Szene setzen und den Willen zeigen, hier noch das Spiel drehen zu wollen. Nun sind es nur noch vier Pluspunkte auf einen direkten Abstiegsplatz, dies vor den Spielen in Hannover und gegen den FC Schalke 04. Zur Erinnerung: Beide Gegner wollen in die 1. Bundesliga hoch und stehen auch so entsprechend in der Tabelle. Was muss nun passieren? Ein wie von vielen Anhängern geforderter Trainerwechsel würde das Problem kaum lösen. Der entsprechende Nachfolger hätte dann den selben Kader zu Verfügung. Denn man muss es so direkt sagen: Die Spieler, die aktuell das Trikot der KSV Holstein tragen, stehen leistungsmäßig auch zurecht in der Liga so weit unten. Hier kommt Sportchef Olaf Rebbe ins Spiel, über den kurioserweise kaum diskutiert wird. Ein glückliches Händchen kann man ihm nicht gerade zugestehen, wenn man auf seine Verpflichtungen seit Sommer 2025 blickt. Nur biederer Durchschnitt wurde nach den hochkarätigen Verkäufen an den Mühlenweg geholt. Natürlich ein wichtiger Faktor sind diese Einnahmen gewesen, doch sportlich gab es dadurch einen schlimmen Rückschritt, der tatsächlich in der 3. Liga enden könnte. Frage auch: Warum wurde bis dato in Sachen Stürmer kein weiterer Spieler geholt, ja nicht einmal diskutiert. Die ewigen Durchhalteparolen wie „müssen zusammenstehen, müssen jetzt punkten“ bringen den Verein Holstein Kiel nicht aus der brisanten Lage. Konkurrenten wie Dynamo Dresden oder der VfL Bochum, nun auch Fortuna Düsseldorf, waren da im Winter wacher und professioneller. Nun geht es also am kommenden Sonntag, 8. Februar, um 13. 30 Uhr zu Hannover 96. Wir waren in der Vergangenheit stets optimistisch, können aber angesichts der aktuellen Darbietungen, nicht an Zählbares glauben. Heute wartet erst einmal der VFB Stuttgart im DFB-Pokal. Ab 20.45 Uhr, das Duell wird auch im Free-TV übertragen, kann man sich Selbstvertrauen holen. Eine herbe Pleite gegen den Bundesligisten könnte aber auch das Fass zum Überlaufen bringen.