Zwei Punkte liegengelassen
Kreis Plön (dif). Es bleibt dabei, die KSV Holstein kann bei Arminia Bielefeld einfach nicht gewinnen. Trotz einer 2:0-Führung reichte es auch am vergangenen Freitagabend in der 2. Fußballbundesliga nicht zu einem Auswärts-Dreier. Doch wer die Störche in Halbzeit zwei auf dem Feld gesehen hatte, der konnte auch nicht unbedingt mit einem Sieg in der Fremde rechnen. Dabei begann es für die Elf von Trainer Marcel Rapp gar nicht mal so schlecht. Auch wenn man keinen Zauberfußball lieferte, stand das Team sicher und gefestigt. Allerdings fiel das 0:1 aus Bielefelder Sicht durch ein Eigentor, als Leon Schneider in einen Schuss rutschte und den Ball ins eigene Tor lenkte (34.). Noch besser sah es dann aus als Ivan Nekic nach einer Ecke per Kopf auf 2:0 stellte. Doch diese Führung sollte den Störchen keine Sicherheit geben. Nach Wiederbeginn spielten nur noch die Hausherren. Jonas Therkelsen hätte sogar noch das 3:0 erzielen können, scheiterte aber aus kurzer Distanz. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem Foul sah Torschütze Nekic die gelb-rote Karte und Holstein wurde mit einem Elfmeter bestraft. Torjäger Joel Grodowski verwandelte sicher (70.). Das Spiel war nun ein komplett anderes, die Gäste nur noch im eigenen Strafraum. Hier musste man sich fragen, warum nicht wenigstens versucht wurde, für Entlastung zu sorgen. Die Bälle wurde eher ziellos aus der eigenen Hälfte „gebolzt“, ein Spielaufbau fand bei der KSV Holstein nicht mehr statt. Und so kam es, wie es kommen musste. Der kurz zuvor eingewechselte Noah Sarenren Bazee köpfte völlig freistehend aus fünf Metern zum Ausgleich ein. Verdient, aber mehr als ärgerlich. Die Sportvereinigung konnte sich danach noch bei Keeper Jonas Krumrey bedanken, dass das Match nicht ganz kippte. Fazit: Trotz Unterzahl darf man das Spiel nicht mehr so auslaufen lassen und in den Verwaltungsmodus verfallen. Ein Kader wie der der Kieler sollte in der Lage sein, auch auf der Alm mit einem Zwei-Tore-Polster im Rücken, dreifach zu punkten. Doch wo waren die Therkelsens oder Mefferts, die das Spiel an sich reißen könnten? Jonas Meffert fiel nur durch einen Fehler auf, der fast zu einem Arminen-Tor in Halbzeit eins geführt hätte, Kollege Therkelsen blieb einmal mehr blass und konnte kaum Akzente setzen. Zu wenig für das, was man in Kiel von diesem Duo erwarten kann und muss. Nun sollte man am nächsten Sonnabend, 31. Januar, um 13 Uhr daheim gegen Greuther Fürth einen Heimsieg einfahren, will man nicht wieder in die bedrohlichen Ränge rutschen. Kurz vor dem Spiel wurde bekannt, dass Louis Köster, Torjäger der U23 Holsteins und auch schon in der Liga zum Einsatz gekommen, bis zum Sommer an die zweite Mannschaft des VfL Bochum ausgeliehen wird. Magnus Knudsen und Marcus Müller, beide nicht im Kader, könnten zwei weitere potenzielle Kandidaten sein, die den Mühlenweg verlassen. Die Anhänger der KSV hingegen haben die Hoffnung auf eine Neuverpflichtung für den Sturm noch nicht aufgegeben. Dass ein derartiger Spieler fehlt, ist nicht erst nach dem überschaubaren Auftritt in Bielefeld sichtbar.