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Königsschütze und Schützenkönig in Personalunion

Preetz (vg/tg). Petrus war der Preetzer Schützengilde am Sonnabend hold: Bei sonnigem Wetter marschierten die Preetzer Gildebrüder – angeführt vom Preetzer Blasorchester – mit hohem Hut und schwarzem Anzug einmal quer durch die Innenstadt. Mittendrin drei Bürgermeister: Altbürgermeister Wolfgang Schneider, der nun erster Ältermann der Gilde ist, dessen Nachfolger und heutiger Landrat Björn Demmin und der aktuelle Preetzer Verwaltungschef Tim Brockmann. Allein dies spricht Bände über die Bedeutung der altehrwürdigen Vereinigung, so aus der Zeit gefallen manchem Passanten das traditionelle Ritual auch vorkommen mochte. Andere wiederum hatten daran ihre Freude und zückten die Handykamera.

Eingereiht hatten sich auch Abordnungen der Preetzer Feuerwehr, der Schützengesellschaft aus der Partnerstadt Stavenhagen, der Plöner Schützengilde und der Lütjenburger Schützen-Totengilde. Unter den Gästen stach besonders Jochen Sauvant heraus. Das Lütjenburger Original ist Stadtführer in seiner Heimatstadt und tritt dort als Stadtpolizist, Nachtwächter und Ausrufer „Hein Lüth” in historischer Uniform und Pickelhaube auf. Ungewöhnliche Akzente setzten einige Gildemitglieder auch durch T-Shirts, die sie unter dem Jackett trugen. „Schützenfest loading“ war darauf zu lesen. „Wir wollen ein bisschen Lockerheit in die Sache bringen“, erläuterte Christian Bruschkat die Aktion.

Der spannende Teil des Gildefestes begann am Nachmittag beim Vogelschießen auf dem Schützenplatz. Um 17.45 Uhr erlegte Uwe Seidler mit dem 823. Schuss den letzten Rest vom bunt bemalten Gildevogel hoch oben im Baum. Das hölzerne Federvieh hatte sich zum diesjährigen Schützenfest als nicht besonders zäh erwiesen. Sicherlich lag dies vor allem an den zielsicheren Augen der Schützen. „Das ging aber schnell“, stellte Ältermann Schneider verblüffend fest – schließlich gab es Jahre, da wurde fast die doppelte Menge an Munition verbraucht. Uwe Seidler freute sich zunächst über seinen frisch erworbenen Titel des Königsschützen. Dieser wird bei den Preetzer Schützen nicht automatisch auch Gildekönig. Doch an diesem Abend sollte es anders werden, was der Königsschütze zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wissen konnte. Um 21.30 Uhr war es dann jedoch so weit: „Unsere neue Majestät ist Uwe Seidler!“, verkündete Wolfgang Schneider schließlich den Namen der neuen, vom „Gildeschicksal“ auserkorenen Majestät. Flankiert von den Offizieren Matthias Meyer und Philipp Gerdellebracht wurde der frischgebackene König unter tosendem Beifall durchs Festzelt begleitet. Noch sichtlich überrascht erhielten Uwe Seidler und Ehefrau Martina die traditionellen Ketten des Majestätenpaares überreicht. „Wir freuen uns wirklich“, war die erste Reaktion der neuen Regenten, nachdem die lange Schlange der Gratulanten vorbeigezogen war. Uwe Seidler ist seit 2018 bei den Preetzer Schützen aktiv. Vor dem 58-jährigen Elektromeister und seiner Frau liegt nun ein aufregendes Königsjahr, gefüllt mit umfangreichen Aufgaben und zahlreichen Pflichten. Bewährtes erhalten und neue, eigene Ideen in das Gildeleben einbringen – das haben sich beide für das kommende Jahr vorgenommen.

Übrigens bewiesen auch die Frauen der Gildebrüder eine ruhige Hand und ein zielsicheres Auge: Beim Luftgewehrschießen der Damen belegten Celina Bromberg und Alina Weiß, beide von der Schützengesellschaft Stavenhagen, die ersten beiden Plätze. In diesem Wettbewerb wurde die Preetzerin Nele Jappe Dritte.

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