Reporter Eutin

Zusammengefasst in einem Wort: „Spitzenmäßig!“

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Nina Becker flitzt mit einem Kleinwagen mit Großaufschrift durch das Land. Werbung für das neue Projekt des Kinderschutzbundes.

Nina Becker flitzt mit einem Kleinwagen mit Großaufschrift durch das Land. Werbung für das neue Projekt des Kinderschutzbundes.

Schönkirchen (kud). Die Viertklässler haben es sich auf dem Fußboden bequem gemacht. Abschlussbesprechung eines zweitägigen Seminars in der Grundschule Schönkirchen ist angesagt. Zwischen den Kindern sitzt Nina Becker, Diplom-Pädagogin beim Kinderschutzbund. Zwei Tage lang haben sie und Erzieherin Sarah Hildebrandt mit den Schülern über das Thema „Zeit für Kinderrechte“ gesprochen, gespielt, gebastelt. Das Thema ist neu an Schulen, obwohl das Thema an sich bereits 30 Jahre alt ist.
Nina Becker: „ Am 20. November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN Kinderrechtskonvention – ein Übereinkommen über die Rechte des Kindes – der bis heute alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, außer den USA, beigetreten sind. Durch ihre Unterschrift haben sich die Staaten, darunter auch Deutschland, verpflichtet, die Rechte der Kinder zu schützen.“ Soweit der Hintergrund. Nina Becker: „ Als Kinderschutzbund fühlen wir uns den Kindern und damit auch deren Rechten verpflichtet.
Wir möchten Kinderrechte mit Leben erfüllen und ihre Umsetzung für jedes Kind in Deutschland garantieren.“
Seit 2015 nimmt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein in seinen Orts- und Kreisverbänden das Thema immer wieder auf, bis daraus schließlich jetzt ein Konzept für ein zweitägiges Schulkonzept entstand. Nina Becker: „Die Sparkassen Schleswig-Holstein unterstützen die Kampagne von Beginn an als Förderer und Partner. Die Grundschule ist der Teil der Schulzeit, in dem alle Kinder gemeinsam lernen und somit der ideale Ort, um Teilhabe, Mitbestimmung und Demokratie positiv kennen zu lernen. Im letzten Schuljahr, vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule, sollte möglichst jedes Schulkind in Schleswig-Holstein erfahren, dass es die Kinderrechte gibt. Hier setzt das Projekt „Zeit für Kinderrechte“ an.
Die Bildungsministerin Karin Prien hat den Auftakt des Projektes Ende 2018 als Schirmherrin begleitet.“ Dadurch wurde es möglich, das Projekt jetzt mit zunächst acht Einsätzen an Schulen in Schleswig-Holstein einzuführen und - „durch die Arbeit mit den Kindern zu schauen, ob wir noch etwas verbessern können.“
Da braucht Nina Becker nicht lange zu warten. Die Schüler sind am ersten Tag beim Thema „Mitbestimmung“ in der Familie. Sie lernen, dass sie das Recht haben mitzusprechen, wenn es um Entscheidungen geht. Nina Becker lacht: „Ein Schüler hat das nach der Schule gleich in die Tat umgesetzt. Zuhause erklärte er, dass er künftig zum Abendbrot nur noch Süßes essen werde.“ So war das natürlich nicht gemeint mit der Mitbestimmung. Da ist Nacharbeit erforderlich. Vor allem aber geht es um Behutsamkeit im Umgang mit den Kindern, denn: „Natürlich werden auch sensible Themen berührt“, so Nina Becker. So formulieren Kinder Rechte durchaus unterschiedlich. Ein Kind sagt: „ Ich habe das Recht auf die Liebe und Zuneigung“. Ein anderes Kind formuliert es so: „Kinder dürfen nicht geschlagen werden.“
Wie ein Schneeball, der den Berg hinunterkullert, ergeben sich daraus immer größere Gesprächskreise. Zum Beispiel: „Alle Kinder haben das gleiche Recht auf Anerkennung, unabhängig von Staatszugehörigkeit, Hautfarbe, Religion.“ Und darin versteckt sich natürlich auch das Thema Mobbing, das in Schulen einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Nina Becker: „Beim Basteln, Reden, Lesen entdecken die Kinder dabei viel Neues für sich selbst.“ Und das ist auch eines der Ziele dieses Projekts. Die Kinder sollen nicht nur lernen, dass sie tatsächlich Rechte haben, sondern auch, wie sie diese klar formulieren können. Ein kleines Geschenk soll sie in nächster Zeit dabei stets daran erinnern. „Die Kinder bekommen von uns ein Tagebuch geschenkt, in dem vorn eine Telefonnummer gedruckt ist. Das ist die `Nummer gegen Kummer`, die sie jederzeit anrufen können, wenn ihnen das Leben gerade schwer erscheint. Der Kinderschutzbund möchte für jedes Kind da sein.“


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