Zwischen klammen Kassen und großen Projekten
Preetz (vg). Beim Stadtempfang in der Mensa am Hufenweg sprach Bürgermeister Tim Brockmann trotz angespannter Lage vom „Geist des Miteinanders und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, der in Preetz spürbar sei. Zugleich benannte er die zentralen Herausforderungen der Stadt – vor allem die schwierige Finanzlage.
„Wir brauchen mehr Vertrauen der Bundes- und Landespolitik in die Kommunen“, sagte Brockmann. Städte wie Preetz müssten ausreichend Mittel erhalten, um handlungsfähig zu bleiben. Landrat Björn Demmin unterstützte die Forderung nach einer neuen Finanzverteilung zwischen Bund, Land und Kommunen: „Wir brauchen Luft zum Atmen.“ Zuletzt war Preetz beim Förderprogramm der „Sportmilliarde“ leer ausgegangen, wodurch der geplante Neubau der Blandfordhalle – eine Investition in Höhe von 20 Millionen Euro – in weite Ferne rückt. Positiv sei dagegen die Jahresrechnung 2025: Statt des erwarteten Defizits von 900.000 Euro verzeichnet die Stadt einen Millionenüberschuss. Für den aktuellen Haushalt bleibt die Lage mit einem geplanten Minus von 754.000 Euro jedoch angespannt.
Fortschritte meldete Brockmann bei mehreren Bauprojekten. Die neue Ganztagsschule an der Friedrich-Ebert-Schule soll im Oktober bezogen werden. Träger werde der „Creativ Chance e.V.“ aus Offenbach, der sich im Sozialausschuss am Donnerstag, 18. Juni, um 19 Uhr im Ratssaal vorstellen werde. „In ersten Gesprächen hat der Verein einen hervorragenden Eindruck hinterlassen“, so Brockmann. „Die OGTS an der Hermann-Ehlers-Schule wird dagegen in diesem Jahr definitiv nicht mehr fertig. Gemeinsam mit AWO und Kirche gewährleisten wir aber eine Betreuung.“ Immerhin: Zum Richtfest habe Ministerpräsident Günther sein Kommen zugesagt. Sichtbar voran kommen auch der 35 Millionen Euro teure Klärwerksneubau und das Wohnprojekt „Hinter dem Kirchhof“ mit rund 80 geförderten Wohnungen. Zuversichtlich zeigte sich Brockmann außerdem, dass 2027 die Bagger zur Erschließung des Gewerbegebiets in Wakendorf anrollen können. In diesem Zusammenhang nannte er eine zusätzliche, kreuzungsfreie Anbindung an die B 76 unerlässlich.
Weniger weit ist die Entwicklung des Bugenhagenhaus-Grundstücks. Brockmanns Vorschlag für ein gemeinsames Wohn- und Sozialprojekt fand keine Mehrheit. An der Kührener Straße sollen nun acht Wohneinheiten entstehen, während für das Bugenhagenhaus ein studentischer Ideenwettbewerb läuft. Eine Kita sei dort wegen vieler freier Kita-Plätze in Preetz derzeit unwahrscheinlich. Die die Kita „Kleine bunte Kiste“ musste bereits ruhend gestellt werden.
Als Rückschlag bezeichnete Brockmann zudem die Insolvenz der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft. Langfristig setzt die Stadt auf eigene Stadtwerke, um die Wärmewende in Preetz voranzubringen. Kritisch äußerte er sich zur Debatte um die Modernisierung der Finnenhaussiedlung, hier werde zum Teil mit Unterstellungen gearbeitet. In dem Quartier seien erhebliche Sanierungen der öffentlichen Infrastruktur notwendig, aber „die Entscheidung, was wann wo und wie gemacht werden soll, ist noch längst nicht gefallen“.
Zum Abschluss dankten Brockmann und Stadtpräsident Hans-Jürgen Gärtner den vielen Ehrenamtlichen in der Stadt. Grundsätzlich merkte Gärtner an, dass Verwaltung und Selbstverwaltung in der Regel gut harmonierten und sich als Dienstleister für die Bürger verstünden. Dabei gelte es, sich respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen.
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