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Per Sonderschleife in die Ehrenabteilung

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Als Geschenk erhielten Rainer Bargholz und Peter Hoffmann eine Ruhebank mit Widmung, von der aus sie nun nicht nur ihren Kameraden zuschauen können, sondern wo sie auch ihre Liebsten Helga Bargholz und Doris Wilhelm wieder häufiger an ihrer Seite haben können.

Als Geschenk erhielten Rainer Bargholz und Peter Hoffmann eine Ruhebank mit Widmung, von der aus sie nun nicht nur ihren Kameraden zuschauen können, sondern wo sie auch ihre Liebsten Helga Bargholz und Doris Wilhelm wieder häufiger an ihrer Seite haben können.

Mönkeberg (vn). Wenn alle Bescheid wissen, nur die Betroffenen selbst nicht, ist oft ein „Gschmäckle“ mit dabei. Oder eine gelungene Überraschung, wie am vergangenen Samstag in Mönkeberg. Die Stars des Tages, Peter Hoffmann und Rainer Bargholz waren jedenfalls völlig ahnungslos, als am letzten Tag des Jahres vor ihren Haustüren jeweils ein großes rotes Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn hielt. Nein, einen Einsatz hatten die beiden nicht verpasst, vielmehr eine Würdigung ihrer zahlreichen Einsätze der vergangenen 50 Jahre stand den langjährigen Feuerwehrmännern bevor. „Für diese beiden besonderen Menschen muss es auch etwas Besonderes sein, wenn die aktive Zeit für Rainer und Peter als Feuerwehrleute nun nach über einem halben Jahrhundert zu Ende geht“, befand Gemeindewehrführer Michael Wilkat mit seiner Truppe und bescherte seinen „Altgedienten“ einen ganz unerwarteten Jahresausklang: Beim Überraschungsbesuch hieß es zunächst „Umziehen“ und in die erste Geige schlüpfen, „Aufsitzen“ auf die Feuerwehrwagen und mit Sondersignalfahrt zum Gerätehaus einrücken. Zeitgleiches Eintreffen der beiden Löschfahrzeuge, gemeinsames Durchschreiten des Spaliers der Kameraden und kurzes Durchatmen bei einem kleinen Sektempfang, bevor der Gemeindewehrführer zu einem Rückblick der letzten 50 Jahre ansetzte: „Am 23. Februar 1967, zweitgleich mit dem Adolph-Bermpohl-Orkan, war euer erster Tag in der Mönkeberger Wehr.“ Zu der Zeit rückte man noch ohne Atemschutzgeräte aus, auch die Einsatzkleidung bestand lediglich aus „Blaumann, Koppel, Helm, Knobelbechern und Spalthandschuhen“. 1971 wurden die ersten Funkgeräte angeschafft und ein Tornado bescherte den Kameraden einen 43-Stunden-Dauer-Einsatz. Im gleichen Jahr übernahm Rainer Bargholz zunächst als zweiter Gerätewart, später als erster, viel Verantwortung und blieb seiner Passion seither treu. Auch Peter Hoffmann übernahm zusätzliche Aufgaben: Zunächst als stellvertretender, ab 1982 als Jugendwart für die 1977 gegründete Jugendwehr, ab 1988 als Kassenwart, die er dann 18 Jahre führte. Daneben rückten die beiden mit den Kollegen zu zahlreichen Bränden, Orkanen und anderen Hilfeleistungen aus. Dafür gab es Lob für die beiden Feuerwehrmänner von allen Seiten: Mönkebergs Bürgermeister Jens Heinze zollte Dank und Anerkennung „ich kenne kaum jemanden, der 50 Jahre ehrenamtlichen Dienst geschoben hat“. Volker Arp vom Landesfeuerwehrverband würdigte die „50 Jahre Kameradschaft, Freundschaft und gelebte Gemeinschaft“ bevor er mit dem stellvertretenden Kreiswehrführer Olaf Meier-Lürsdorf Peter Hoffmann das bronzene und Rainer Bargholz das silberne Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz ans Revers heftete. Erst dann erfuhren die beiden Geehrten, dass sie bereits auf ihrem Abschiedsgeschenk saßen: Eine massive Holzbank mit Widmung, die ihren Ehrenplatz nun bald draußen mit Blick auf die Feuerwache erhält.



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