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Schwärmende Honigbienen in Dietrichsdorf

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Foto: Carsten Pusch, hfr.

Foto: Carsten Pusch, hfr.

Kiel-Dietrichsdorf (los). Sommer, Sonnenschein und summende Bienen. In Dietrichsdorf scheint sich ein attraktiver Treffpunkt für die fleißigen Immen herausgebildet zu haben. Zum Leidwesen der Bewohner im Block der Insterburger Straße 37. So hatte sich am 7. Juli ein riesiger Bienenschwarm gebildet und verharrte neben einem Fenster an der Hauswand. „Morgens sprach mich eine Nachbarin an, weil überall Bienen waren“, erzählt Alexandra Landsberger, die hier im ersten Stock des mehrgeschossigen Gebäudes wohnt, in dem 28 Mietparteien leben. „Wir sahen zunächst zwei kleinere Bienenschwärme, die sich später vereinten.“ Warum sich der Schwarm ausgerechnet am Haus gebildet hat, ist offen. „Es hat hier einen Baum gegeben, der von Bienenschwärmen genutzt wurde“, sagt sie. Doch der sei irgendwann gefällt worden. Um angesichts der Insektenmassen „Herr der Lage“ zu werden, habe sie allerlei Hilfsmöglichkeiten abgeklopft. „Vor Ort war das am Freitag Abend ein richtiges kleines Event“, berichtet Carsten Pusch vom NABU Schleswig-Holstein, den der Hilferuf am Nachmittag erreicht hatte. „Ich war sofort von über zwanzig Anwohnern umringt, die aufgeregt – aber auch ohne Angst, denn das von den Bienen keine Gefahr ausging, hatten sie alle schon mitbekommen – über die Situation berichteten.“ Endlich kommt da Jemand und schaut sich das mal an..., wurde Pusch empfangen. „Offenbar erleben die Anwohner dieses Schauspiel dort schon seit mehreren Jahren, das an der Fassade oder in davor stehenden Bäumen Honigbienen schwärmen“, hat Pusch erfahren. „Vor allem aber soll dort angeblich das ganze Sommerhalbjahr über auch intensiver Flugverkehr durch Honigbienen stattfinden.“ Auch die Fenster würden laut Aussage der Anwohner nicht mehr geöffnet. Nicht zuletzt, weil sich sofort Honigbienen in den Wohnräumen sammeln würden. „Ich konnte selbst beobachten, dass die Honigbienen in die schmalen Lüftungsschlitze der nach Süden ausgerichteten Fassadenverkleidung ein- und ausflogen“, unterstreicht der Biologe. Ob bis zum siebten Stock, der letzten Etage, war ohne Fernglas nicht zu erkennen. „Es wäre sehr interessant, ob sich hier wirklich, gut geschützt in und hinter der Dämmung, Honigbienen vorrübergehend oder wie von den Anwohnern vermutet, gar dauerhaft angesiedelt haben. Letzteres wäre aber sehr ungewöhlich.“ Die Hausverwaltung, Feuerwehr, Schädlingsbekämpfer, Grünflächenamt – keiner fühlt sich bislang dafür offenbar zuständig sich darum zu kümmern. Zum Hintergrund: Bienen, die schwärmen, haben sich vom sog. Mutterschwarm getrennt, suchen ein neues Zuhause und schicken dafür so genannte Spurbienen mit dem „Auftrag“ aus, für das Volk geeignete Hohlräume ausfindig zu machen. Bis zu mehreren Tagen kann ein Schwarm ausharren. In dieser Phase gelten die Bienen als besonders friedfertig, da es für sie weder ein Zuhause noch Nachkommen zu verteidigen gibt. Und so konnte Imker Hendrick Tödter das Bienenvolk problemlos „einsammeln“. „Ein sehr träges Volk“, wie er feststellte, „aber das kann auch an der späten Uhrzeit gelegen haben.“ Rund zweieinhalb Kilogramm Bienen fanden sich am Ende in einem Behälter wieder. „Das waren die meisten Tiere, die ich von außen erreichen konnte“, erzählt der Imker. Fast wäre aber auch daraus nichts geworden, denn es brauchte eine Leiter, um sie zu erreichen. „Und die Anwohnerin wollte für mich das Fenster daneben partout nicht öffnen, aus Angst, die Bienen würden dann in ihre Wohnung fliegen.“ Letztendlich sei die geglückte Aktion der Freiwilligen Feuerwehr Dietrichsdorf zu verdanken, die den Einsatz gerechtfertigt fand: „Die haben die Situation als technische Hilfe ausgelegt.“ Der Rest war aus Sicht des Bienenhalters einfach: „Ich bin die Leiter raufgeklettert und habe die Tiere zunächst mit einer Pumpsprühflasche mit Wasser bestäubt“, erzählt er. Anders als häufig befürchtet würde, mache diese Maßnahme die Tiere ruhiger und lasse sie enger zusammen rücken. Mit einem „Bienenbesen“, der mit einem sehr weichen schmalen Kehrbesen vergleichbar ist, ließen sich die Bienen für den Umzug in einen Eimer fegen.



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