Großer Neujahrsempfang mit Talkrunde
Schönberg (t). Der Neujahrsempfang am vorigen Freitagabend in Schönberg stieß auf große Resonanz und ließ mehr als 180 Gäste im vollbesetzten Saal der Villa Tripaldi zufrieden ins neue Jahr starten. Mit einer Talkrunde statt Grußworten zeichnete sich die Veranstaltung durch einen informativen und abwechslungsreichen Ablauf aus, musikalisch begleitet durch das Duett Gelöt und moderiert von Bürgervorsteherin Christine Nebendahl. Im Mittelpunkt stand die Verleihung des Bürgerpreises sowie der Jahresrück- und Ausblick des Bürgermeisters. Der Bürgerpreis 2025 wurde in diesem Jahr an das Aktionsbündnis „Schönberg bleibt bunt“ verliehen. Die Initiative wurde für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgezeichnet, insbesondere für die Organisation der bislang größten Demonstration zu diesem Thema in Schönberg im Jahr 2024. Jana Krüger ging als Sprecherin des Bündnisses in ihrer Dankesrede auf dessen Ziele wie die Stärkung der Demokratie, die Unterstützung von Integration und Inklusion sowie das Werben dafür ein, Diskriminierung von Minderheiten zu verhindern. „Alle Menschen verdienen Respekt und gleiche Rechte, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und sexueller Orientierung, und deshalb ist es heute wichtiger denn je, die Stimme gegen Hass und Hetze sowie für Vielfalt und Toleranz zu erheben“, so Krüger. Jeden ersten Dienstag im Monat lädt das Bündnis „Schönberg bleibt bunt“ Interessierte zu einem offenen Stammtisch ein, der um 19.30 Uhr in der Sportsbar „Oxyd“ in der Ostseestraße 7 stattfindet. Im anschließenden Jahresrück- und Ausblick ging Bürgermeister Peter Kokocinski auf größere Projekte der Gemeinde ein, darunter den Bau der Binnenpromenade Kalifornien mit einem Volumen von 7,4 Millionen Euro sowie die Sanierung der Straße Eichkamp für 3,1 Millionen Euro, die beide in diesem Jahr fertiggestellt werden sollen. Hinzu kam der neue Kunstrasenplatz mit Kosten von 1,4 Millionen Euro, der bereits 2025 fertiggestellt wurde. „Die Jahre 2025 und 2026 sind ganz besondere Jahre. Sie sind Jahre des Bauens und Gestaltens und damit zugleich des Schaffens von Vermögenswerten“, unterstrich der Bürgermeister. Allein für diese drei Projekte sei es gelungen, 5,6 Millionen Euro Fördermittel nach Schönberg zu holen. Kokocinski griff zudem grundsätzliche Fragen des bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements auf, hob verschiedene Vereinsjubiläen hervor und machte auf die in diesem Jahr anstehenden Jubiläen der Schönberger Seebrücke mit 25 Jahren sowie des Museumsbahnhofs am Schönberger Strand mit 50 Jahren aufmerksam. Ebenso thematisierte er die Folgen des anhaltenden Krieges in der Ukraine, den gesellschaftlichen Umgang mit Extremismus sowie die Rolle der AfD. Auch auf die insgesamt angespannte weltpolitische und wirtschaftliche Lage ging er ein. Dabei betonte er, wie wichtig Zusammenhalt, demokratisches Engagement und eine aktive Zivilgesellschaft auch auf kommunaler Ebene seien. „Wenn wir heute auf die Welt blicken, dann sehen wir eine politische Lage, die viele Menschen verunsichert. Kriege, internationale Spannungen, Polarisierung in der Gesellschaft und ein rauer werdender Ton in politischen Debatten machen etwas mit uns. Gerade in solchen Zeiten entscheidet sich, wer wir sein wollen. Als Gesellschaft. Als Gemeinde. Als Menschen.“ „Menschlichkeit“ und „Wertschätzung“ seien daher seine Wörter für 2026. Menschlichkeit bedeute, den anderen nicht zuerst als Problem zu sehen, sondern als Mitmenschen. Wertschätzung bedeute, zuzuhören, respektvoll zu streiten und Unterschiede auszuhalten. „Diese Werte beginnen nicht in Berlin, Brüssel oder Washington und schon gar nicht in Moskau. Sie beginnen hier, in unseren Familien, in unseren Vereinen, in der Nachbarschaft und in unserer Gemeinde Schönberg. Wenn uns das gelingt, dann können wir auch den großen Herausforderungen unserer Zeit mit Zuversicht begegnen“, beendete der Bürgermeister seine Rede. Abschließend dankte er den ehrenamtlichen Mitgliedern der Gemeindevertretung, der Ausschüsse und Beiräte sowie den Mitarbeitern der Gemeinde und der Amtsverwaltung für engagierte und konstruktive Zusammenarbeit. Zu Beginn des Abends fand statt Grußworten eine Talkrunde mit Vertretern aus Politik und Verwaltung statt. Zu Wort kamen Kreispräsidentin Hildegard Mersmann, Landtagsabgeordneter Werner Kalinka, Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier, der neue Amtsdirektor Christian Hasler und Schulverbandsvorsteher Lutz Schlünsen. Neben kommunalpolitischen Themen wurden auch nationale und globale Herausforderungen angesprochen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Themen Bildung und Sport. Schlünsen stellte unter anderem die Schulneubauten nach dem Brand des Schulgebäudes sowie die Fertigstellung des Neubaus der großen Sporthalle vor. Im Zusammenhang mit dem Kunstrasenplatz lobte Kreispräsidentin Hildegard Mersmann die Entscheidung der Gemeinde für einen hochwertigen Nonfill-Belag ohne Mikroplastikgranulat. „Diese Lösung ist zwar kostenintensiver, bietet jedoch einen geringeren Pflegeaufwand und eine deutlich bessere Umweltbilanz“, so die Kreispräsidentin. Landtagsabgeordneter Kalinka hob Projekte hervor, die vom Land auf den Weg gebracht, begleitet oder finanziell unterstützt wurden. Dazu zählen die Sanierung der Landesstraße L 50 einschließlich des Radweges zwischen Schönberg und Probsteierhagen sowie die Sanierung des Radweges von Probsteierhagen bis Schönkirchen. Ebenfalls angesprochen wurde die Entwicklung der Bahnstrecke Kiel–Schönberg, deren Fertigstellung bis Schönberg für Ende 2027 vorgesehen ist. Weitere Themen waren die Sanierung von Straße und Radweg zwischen Schönberg und Krummbek sowie der Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Schule. Zum Abschluss des Empfangs hatten die Vereine und Verbände das Wort, die in ihren Beiträgen das hohe Engagement und die Vielfalt ehrenamtlichen Lebens in Schönberg widerspiegelten. Der Neujahrsempfang machte erneut deutlich, wie vielfältig und lebendig sich das kommunale Leben in Schönberg präsentiert.