Engagement, Verlässlichkeit und Zusammenhalt
Lensahnerhof. Gleich doppelten Anlass zur Freude gab es am Maifeiertag in Lensahnerhof. Die ortsansässige Feuerwehr feierte ihr 100-jähriges Bestehen, gleichzeitig wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht.
Viel ist aus den Geschichtsbüchern nicht über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Lensahnerhof bekannt. „Ein Gründungsprotokoll haben wir trotz intensiver Recherche im Gemeindearchiv vergeblich gesucht“, erklärte Ortswehrführer Frank Paustian. Jedoch sei man in diesem Zusammenhang in einem offiziellen Dokument auf das Datum vom 1. Mai 1926 gestoßen, was jetzt zum Anlass der Feierlichkeiten genommen wurde.
Auch nicht genau bekannt oder historisch belegt ist, ob es durch einen Streit um einen Einsatz zum Bruch mit den Kameraden der Feuerwehr Lensahn gekommen ist. Was allerdings von Beginn an positiv auffiel, war die stets gute technische Ausstattung - auch wenn man einige Jahre ohne Löschfahrzeug auskommen musste. Ein Aufschwung erlebte die Wehr im Jahr 1990, als nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern auch mehr Personal zur Verfügung stand. Durch den Zuwachs von vielen jungen Menschen konnten Motivation und technisches Können auf ein hohes Niveau gesteigert werden. Die Leistungsbewertungen wurden bis zum Goldenen Beil absolviert.
Der Trend setzte sich in den 2000er-Jahren fort. Mit der Einweihung der neuen Fahrzeughalle im Jahr 2006, die Übernahme der Wehrführung von Frank Paustian in 2008 und die Indienststellung eines TSF-W in 2011 gab es viele positive Signale in Richtung einer gesicherten Zukunft.
Deutlich machte Frank Paustian, dass es nicht immer nur die großen Einsätze sind, die es richtig zu analysieren gilt. Er nannte einen Stallbrand auf der nahegelegenen Wiese, einen Schwelbrand im Torhaus und den Achsbruch eines Kleintransporters. „Dieses Einsätze haben uns neue Erkenntnisse in Sachen Ausrüstung geliefert“, erklärte der Ortswehrführer.
Nicht nur vom neuen Gerätehaus, sondern auch von der Geschichte der Feuerwehr Lensahnerhof zeigte sich Petra Kirner beeindruckt. „Hier sind Menschen am Werk, die für Engagement, Verlässlichkeit und Zusammenhalt stehen. Menschen, die freiwillig und ehrenamtlich Verantwortung übernehmen und uns ein Gefühl der Sicherheit geben“, erläuterte die Kreispräsidentin. Sie lobte die Feuerwehr zudem als einen wichtigen Baustein, der Generationen verbindet und eine zentrale Rolle im kulturell-sozialen Bereich einnimmt. Als Zeichen der Anerkennung hat Petra Kirner bereits im September 2024 die Aktion „Respekt für Retter“ initiiert (der reporter berichtete). Das vor dem Hintergrund, dass Feuerwehren und andere Organisationen der Blaulichtfamilie ein unverzichtbarer Teil des Bevölkerungsschutzes sind. Die Kampagne wird unter anderem vom Amt Lensahn unterstützt.
„Heute wie vor 100 Jahren seid ihr bereit, Haus und Hof sowie Hab und Gut zu schützen. Eure stete Bereitschaft für den Dienst am Nächsten, für den Schutz und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger verdient Respekt“, betonte Bürgermeister Michael Robien, der sich wünschte, dass Kameradschaft, Teamgeist und Einsatzwille erhalten bleiben.
Weitere Grußworte sprachen Pastor Hans Hillmann, Kai Fischer als Beisitzer im Kreisfeuerwehrverband, Amtswehrführer Sascha Seehase und Gemeindewehrführer Hartmut Junge.
Feuerwehrhaus als neuer Ankerpunkt
Ursprünglich war der Plan, lediglich das Dach des bisherigen Hauses zu sanieren. Als immer neue Mängel erkennbar waren und das Gebäude als wirtschaftlicher Totalschaden definiert wurde, machten erste Stimme nach einem Neubau die Runde. Für diesen gab es im Sommer 2023 grünes Licht von der Gemeindevertretung. Am 28. August 2024 folgte der Beginn des Abrisses, die Endabnahme fand am 27. Oktober 2025 statt.
Insgesamt hat die Gemeinde Lensahn 939.000 Euro (ohne Fördermittel) in das neue Feuerwehrhaus investiert und liegt damit über 100.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung. „Dieses Gebäude ist ein klares Bekenntnis zur Wertschätzung des Ehrenamtes und ein sichtbares Zeichen für eine moderne Zukunft“, erklärte Bürgermeister Michael Robien und nannte die intensive Planung und sorgfältige Auswahl ein Paradebeispiel für ein gutes Zusammenspiel von Feuerwehr, Verwaltung und Politik. (mg)
Ehrungen und Beförderungen
Seit dem 1. April 1985 gehört Maik Röhr der Einsatzabteilung an. Für über 40 Jahre im aktiven Feuerwehrdienst wurde dem Hauptfeuerwehrmann 2 Sterne das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande verliehen. Für 40 Jahre Mitgliedschaft (Eintritt 1. Mai 1986) in der Feuerwehr Lensahnerhof wurde der Löschmeister Bernd Graaf geehrt. Bereits auf 60 Jahre Mitgliedschaft bringt es der Hauptlöschmeister Uwe Hamann, der am 5. Februar 1966 eingetreten ist.
Der bisherige Oberfeuerwehrmann Yanik Kreuzer wurde zum Hauptfeuerwehrmann 2 Sterne befördert.



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